Wie das Christkindle der Krise trotzt

Markt / 25.11.2022 • 05:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger kaufen gerne im lokalen Handel ein, doch das beliebteste Geschenk ist inzwischen bei knapp 50 Prozent der Gutschein. <span class="copyright">Apa/Jäger</span>
Die Vorarlberger kaufen gerne im lokalen Handel ein, doch das beliebteste Geschenk ist inzwischen bei knapp 50 Prozent der Gutschein. Apa/Jäger

Trotz Streikdrohung und Inflation: Handel blickt positiv auf Weihnachtsgeschäft.

Schwarzach So schnell können Vorsätze schwinden. Mitte Oktober wollten noch 52 Prozent der Österreicher bei den Weihnachtsgeschenken den Sparstift ansetzen. Einen Monat später sieht das anders aus. Jetzt sind es, so eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität, nur noch 38 Prozent, die in Sachen Geschenke den Gürtel enger schnallen wollen. Gespart wird laut dieser Untersuchung übrigens Gespart wird am ehesten bei Geschenken für Kollegen und Bekannte, weniger bei Kindern oder Partnern.

Erstmals wollen die Handelsexperten keine Prognose abgeben, wie viel die Österreicherinnen und Österreicher heuer für Präsente ausgeben dürften. Die Rahmenbedingungen rund um den Kaufprozess seien heuer starken Schwankungen unterworfen, weshalb eine seriöse Prognose des Weihnachtsgeschäfts im Vorfeld nicht möglich sei, heißt es aus dem Institut.

Prognosen gibt es aber dennoch: Zum Beispiel von der der KMU Forschung Austria. Befragt wurden 310 Personen über 15 Jahre zwischen Ende Oktober/Anfang November 2022, die zum Ergebnis kommt, dass die Kaufbereitschaft der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger im Vergleich zum Vorjahr trotz der getrübten wirtschaftlichen Situation nur leicht zurückgegangen ist. 86 Prozent der Befragten wollen auf jeden Fall Weihnachtsgeschenke kaufen und geben dabei im Durchschnitt 340 Euro, im vergangenen Jahr waren es 320 Euro. Was sie nicht wollen, ist der Stress von Last Minute-Einkäufen, sie planen so früh wie möglich einzukaufen.

Beim Lieblingspräsent der Vorarlberger – knapp 50 Prozent wollen Gutscheine schenken – dürfte das überhaupt kein Problem sein, die sind auch für Late Shopper immer vorrätig. Ansonsten hoffen die Einzelhändler darauf, dass die Streikdrohung ihrer Angestellten an ihnen vorbeigeht und die Kunden der Inflation zu Weihnachten die lange Nase zeigen. „Die Menschen in Vorarlberg wollen sich das Weihnachtfest nicht vermiesen lassen“, spricht Michael Tagwerker, Geschäftsführer der Sparte Handel, seinen Mitglieder Mut zu. Ein Streik würde, davon sind Handelsexperten überzeugt, den Trend Richtung Online-Handel beschleunigen.

Allerdings ist den meisten Vorarlberger nach wie vor der stationäre Handel lieber. Sie lassen sich beim Schaufensterbummel inspirieren und in den Geschäften beraten. „Die zuversichtliche Stimmung müssen unsere Einzelhändler nützen, um positive Akzente in einem Handelsjahr zu setzen, in dem das wirtschaftliche Umfeld so schwierig wie noch nie zuvor waren”, betont deshalb Carina Pollhammer, Sprecherin des  Vorarlberger Handels.

Welche Erwartungen haben Sie, was suchen die Kunden?

<p class="infozeile">Weihnachten ist für uns die wichtigste Jahreszeit und auch heuer ist die Nachfrage schon jetzt sehr gut. Bei den Geschenken für Kindern sparen die Kunden nicht. Heuer sind Dinos und Meerjungfrauen sehr gefragt, Brettspiele bleiben im Trend, ebenso der Bastelbereich. <strong>Adrian Juriatti</strong>, Spiel + Freizeit Juriatti, Bürs</p>

Weihnachten ist für uns die wichtigste Jahreszeit und auch heuer ist die Nachfrage schon jetzt sehr gut. Bei den Geschenken für Kindern sparen die Kunden nicht. Heuer sind Dinos und Meerjungfrauen sehr gefragt, Brettspiele bleiben im Trend, ebenso der Bastelbereich. Adrian Juriatti, Spiel + Freizeit Juriatti, Bürs

Wir erwarten uns ein gutes Geschäft, denn wir merken, dass die Kauflaune mit Weihnachtsmarkt und der nahenden Adventzeit kontinuierlich steigt. Die Kunden suchen heuer insbesondere nach hochwertigem Schmuck und Uhren im Luxusbereich - zu bleibenden Werten. <strong>Anna-Lena Hollfelder</strong>, Präg Uhren Schmuck, Dornbirn
Wir erwarten uns ein gutes Geschäft, denn wir merken, dass die Kauflaune mit Weihnachtsmarkt und der nahenden Adventzeit kontinuierlich steigt. Die Kunden suchen heuer insbesondere nach hochwertigem Schmuck und Uhren im Luxusbereich - zu bleibenden Werten. Anna-Lena Hollfelder, Präg Uhren Schmuck, Dornbirn
<p class="caption">Wir sind positiv gestimmt, aber Prognosen, wie sich das Weihnachtsgeschäft entwickelt, können wir derzeit nicht seriös abgeben. Wir werben auch in der Schweiz für den Besuch des Messeparks und können feststellen, dass die Kunden aus der Schweiz wieder deutlich mehr werden. <strong>Burkhard Dünser</strong>, Geschäftsführer Messepark</p>

Wir sind positiv gestimmt, aber Prognosen, wie sich das Weihnachtsgeschäft entwickelt, können wir derzeit nicht seriös abgeben. Wir werben auch in der Schweiz für den Besuch des Messeparks und können feststellen, dass die Kunden aus der Schweiz wieder deutlich mehr werden. Burkhard Dünser, Geschäftsführer Messepark

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