Wirtschaft kühlt trotz Sommerhitze ab

Markt / 07.07.2023 • 20:28 Uhr
Wirtschaft kühlt trotz Sommerhitze ab

Wien Auch zu Sommerbeginn setzt sich die Abkühlung der Konjunktur in Österreich fort. Vor allem die Industrie kommt immer stärker in den Sog der globalen Konjunkturschwäche, zunehmend belastet aber auch die schwächelnde inländische Nachfrage. Seit nun einem Jahr vermelden Österreichs Industriebetriebe rückläufige Auftragseingänge, der Rückgang hat sich nun zu Sommerbeginn noch verstärkt. Die daraus resultierende Produktionsreduktion führt erstmals seit der Pandemie auch zu Beschäftigungsabbau. Aber auch die Stimmung im Dienstleistungssektor Österreichs, die im Frühjahr noch in Richtung Normalisierung unterwegs war, hat sich nun wieder deutlich in den negativen Bereich bewegt, vor allem der Einzelhandel leidet unter realen Umsatzrückgängen. Einzig der Fremdenverkehr zeigt weiterhin keine Anzeichen der Schwäche, dieser Sommer wird jedenfalls sehr positiv ausfallen und dazu beitragen, dass das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Österreich nicht ins Minus rutscht.

Am Ende sind dies nun die Folgen der durch den Rohstoffpreisanstieg ausgelösten Realeinkommensverluste, die durch die Erholung aus der Pandemie und staatliche Unterstützungen verzögert wurden, verstärkt durch die restriktive Geldpolitik, die vor allem den Bausektor und Investitionen belastet. Aber natürlich stellt sich auch die Frage, ob es nicht einfach eine Rückkehr zur Realität vor der Pandemie ist, als Wirtschaft der Industrieländer über zehn Jahre hindurch jährlich nur 2 Prozent wuchs, der Euroraum 1,4 Prozent und Österreich 1,5 Prozent. Dies entspricht in etwa auch unseren Erwartungen für nächstes Jahr.

stefan.bruckbauer@unicreditgroup.at, Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria Unicredit, Economics & Market Analyses