Tech-Giganten und verborgene Juwelen: Wie Top-Investor Hendrik Leber die Zukunft der Börse sieht

Künstliche Intelligenz, Gesundheit und Infrastruktur als drei Top-Anlage-Themen. Dazu gesellen sich auch “reife” Branchen.
Schwarzach „Magnificent Seven“- die glorreichen Sieben – so nennt man in der Börsensprache die Aktien der Tech-Konzerne Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet (Google), Facebook (Meta), Tesla und Nvidia. „Es ist gut gelaufen für die Großen. Jeder, der aufspringen wollte, hat das getan“, sagt Hendrik Leber. Der Gründer des Fondshauses Acatis gilt als einer der führenden Value-Investoren Europas.

Drei große Themen
Für Leber kristallisieren sich derzeit drei große Themen heraus, in die es sich zu investieren lohnt: IT, Gesundheit und Infrastruktur. „Künstliche Intelligenz bleibt weiterhin atemberaubend. Die Entwicklungen im Gesundheitswesen gehen trotz schwacher Kurse ungebremst weiter und der Umbau der physischen Infrastruktur ist in vollem Gange. Hier müssen noch Billionen an Investitionen gemacht werden – vom Stahlwerk bis zum Kabelbauer“, resümiert der Investor und bringt mit Prysmian ein Beispiel. Der italienische Konzern hat Milliardenaufträge im Bereich Unterwasserstromkabel in der Tasche.

Viele Begleitschiffe
Im Bereich KI gebe es neben dem Flaggschiff Nvidia aber mehrere interessante Begleitschiffe, die in gleichem Tempo fahren. Allesamt Firmen, die zur KI-Entwicklung und -Anwendung beitragen. Wie Produzenten von Halbleitermaschinen oder von Halbleitern, Entwickler von Computerchips oder die Ersteller von Rechenzentren. Die japanische Firma Disco etwa, ein Hightech-Konzern und Zulieferer für die Halbleiterindustrie. Somit könne man von KI profitieren, ohne die ganz großen Namen kaufen zu müssen. „Wir gehen bei KI gerne in die Begleitumgebung“, so Leber.

Im Bereich Gesundheit setzt der Investor unter anderem auf Novo Nordisk, einen der größten Insulinhersteller der Welt, der zudem mit einer Abnehmspritze für Schlagzeilen sorgt. „Auch BioNTech wird wieder in Schwung kommen, sie haben im Bereich Krebsforschung einiges in der Pipeline.“
Investments in Elektromobilität müssen für Leber indes nicht in sein Portfolio. „Die in der Branche herrschende Vernichtungsschlacht macht keinen Spaß.“

Auch “reife” Branchen interessant
Vielmehr geht es ihm um Unternehmen, die eine sichere Marktstellung haben, um auch für Krisen gewappnet zu sein. Dabei setzt Leber auch auf „reife“ Branchen, etwa mit dem Versicherungskonzern Progressive Corporation, einem der größten Sachversicherer in den USA, dem Rückversicherer Münchener Rück oder der US-Eisenbahngesellschaft Union Pacific. „Rückversicherer sind wenig konjunkturabhängig und Union Pacific hat ein Quasi-Monopol und ist stark in technischen Veränderungen.“
