“Qualifizieren, qualifizieren und nochmals qualifizieren”

Markt / 09.01.2026 • 15:01 Uhr
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Perspektiven für die Zukunft: Um auf die Qualifizierung zu fokussieren, wurde das arbeitsmarktpolitische Programm von Land und AMS im Ausbildungszentrum Vorarlberg präsentiert. VLK

Arbeitsmarktservice und Land Vorarlberg stellen heuer für Qualifizierungsmaßnahmen fast 51 Millionen Euro zur Verfügung. Mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit wird erst in der zweiten Jahreshälfte gerechnet.

Hohenems “Der Fachkräftemangel wird uns weiterhin begleiten”, ist Wirtschaftslandesrat Marco Tittler überzeugt. Andererseits gebe es immer weniger Arbeitsplätze für ungelernte Arbeitskräfte, deshalb investieren Arbeitsmarktservice und Land Vorarlberg heuer insgesamt 50,6 Millionen Euro in beschäftigungspolitische Initiativen und Förderangebote, die nachhaltig für Qualifizierung sorgen. Beinahe die Hälfte (47,7 Prozent) aller vorgemerkten Arbeitslosen, das sind 5200 Personen, haben als höchste Ausbildung maximal einen Pflichtschulabschluss, “gesucht werden aber zu 80 Prozent qualifizierte Arbeitskräfte”, so Tittler. “Wir richten unser Augenmerk vor allem auf jene Personengruppen mit den größten Schwierigkeiten bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Das sind gesundheitlich belastete, ältere, geringqualifizierte, langzeitbeschäftigungslose Personen und bleibeberechtigte Flüchtlinge”, geht Landeshauptmann Markus Wallner bei der Präsentation der Maßnahmen im Ausbildungszentrum Vorarlberg in Hohenems ins Detail.

"Qualifizieren, qualifizieren und nochmals qualifizieren"
Das Ausbildungszentrum Vorarlberg bietet vielen Jugendlichen die Basis für den Einstieg ins Berufsleben. VN/Rhomberg

Wie schon in den vergangenen Jahren stellen sich Land und AMS Vorarlberg gemeinsam den heuer ob der anhaltenden Wirtschaftskrise nochmals größeren Herausforderungen. 2025 waren im Jahresdurchschnitt 10.910 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 641 Personen bzw. 6,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Und das, obwohl die Zahl der unselbstständig Beschäftigten mit insgesamt 172.482 Beschäftigten trotz allem recht stabil geblieben (-0,1 Prozent) ist.

Heuer können mehr als 4450 Personen die von Land und AMS gemeinsam finanzierten arbeitsmarktpolitischen Projekte in Anspruch nehmen, so AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter. Und: “An der Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie für Jugendliche halten wir konsequent fest”, betont Wallner.

Weniger Jugendarbeitslosigkeit

Bei der Jugendarbeitslosigkeit gab es nur in Vorarlberg einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. 2025 waren 1420 junge Menschen (unter 25-Jährige) arbeitslos gemeldet, um acht Personen weniger als im Jahr davor. Im Jahr 2025 wurden rund 2,6 Millionen Euro an Lehrstellenförderungen ausbezahlt. Mehr Geld gibt es für die Lehre mit einer Fördersumme in Höhe von 2,8 Millionen Euro. “Damit können wir weiterhin die berufliche Ausbildung junger Menschen sicherstellen und jene Unternehmen unterstützen, die den Jugendlichen Chancen bieten”, so AMS-Landesgeschäftsführer Bereuter. Die Konjunkturschwäche führte auch zu einem Anstieg bei den Langzeitbeschäftigungslosen. Deren Zahl stieg 2025 im Vergleich zum Jahr davor um 21,8 Prozent auf 2028 Personen.

Die Schwerpunkte

Land und AMS setzen in ihrem Maßnahmenprogramm auf folgende Schwerpunkte: Es gilt, die Verfestigung von Langzeitbeschäftigungslosigkeit zu verhindern, die Höherqualifizierung von Menschen mit niedrigem Ausbildungsniveau zu forcieren sowie Jugendlichen eine gute berufliche Ausbildung und Beschäftigungsperspektiven zu bieten. Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente, die zu einer Fachkräfteausbildung (Lehrabschluss oder höherer formaler Ausbildungsabschluss) führen oder eine betriebsnahe Qualifizierung (Stiftungsmodelle) ermöglichen, werden weiter ausgebaut. Wallner, Tittler und Bereuter sind sich einig: “Generell lautet die entscheidende Frage in allen Berufsfeldern und Branchen: Wie bekommen wir die besten Arbeitskräfte für die heimische Wirtschaft? Die Antwort: Qualifizieren, qualifizieren und nochmals qualifizieren.”

"Qualifizieren, qualifizieren und nochmals qualifizieren"
Landesrat Marco Tittler und AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter sind sich einig: Nur Qualifizierung hilft, um mittel- und langfristig in Arbeit zu bleiben. Huber

Von den insgesamt 50,6 Millionen Euro, die das Land und AMS heuer zur Verfügung stellen, sind 27,2 Millionen Euro für gemeinsam finanzierte arbeitsmarktpolitische Projekte bestimmt (19,5 Millionen AMS und 7,7 Millionen Land), von denen 4459 Personen profitieren können.