Neuer europäischer Marktführer: Harder und Schweizer Energiepioniere fusionieren

Markt / HEUTE • 15:02 Uhr
Neuer europäischer Marktführer: Harder und Schweizer Energiepioniere fusionieren
Paradebeispiel für die technische Kompetenz des Vorarlberger Anlagenbauers ist diese
Anlage für einen Kunden in Deutschland. FA

Biomasse- und Holzheizungsspezialisten aus Vorarlberg und dem Thurgau realisieren Synergien und stärken Präsenz am Markt: große Potenziale durch Zusammenschluss.

Hard, Eschlikon Im vergangenen Jahr konnte der Harder Anlagenbauer Mawera, dessen Biomasseanlagen weltweit Anwendung finden, den 50. Geburtstag feiern. Dem Unternehmen, das in seinem Segment bereits in den 1970er-Jahren international eine Pionierrolle eingenommen hat, gelang es, nach Jahren im Eigentum eines deutschen Unternehmens ab 2020 unter den neuen Eigentümern und einem neuen Management ein eindrucksvolles Comeback am Markt – mit Innovation und einem hohen Qualitätsanspruch. “Dass sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren so gut entwickelt hat, ist dem Verdienst der engagierten Mitarbeiter und der Unternehmensführung mit Thomas Findeis und Hans Winter zu danken”, betont Wolfgang Rohner, der nun mit 40 Prozent Anteil Hauptgesellschafter des Unternehmens Schmid Mawera Group ist. Erst die Arbeit der vergangenen Jahre habe diesen Schritt, nämlich den Zusammenschluss mit der Schmid AG energy solutions, möglich gemacht. In den fünf Jahren bisher sind Auftragslage, Mitarbeiterstand und Umsatz kontinuierlich gewachsen. Im vergangenen Jahr beschäftigte Mawera 186 Mitarbeiter und machte einen Umsatz von 45 Millionen Euro.

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Der Firmensitz der Firma Schmid Energy Solutions in Eschlikon, die seit 85 Jahren Expertise aufgebaut hat und eines der führenden Schweizer Unternehmen in der Branche ist. FA

Nun erfolgt der nächste Schritt. Heute, Dienstag, wurden die Mitarbeiter beider Firmen in Hard wie in Eschlikon über die Fusionierung des Harder Unternehmens und des Schweizer Unternehmens Schmid Energy Solutions mit Sitz im thurgauischen Eschlikon unterrichtet. “Die Reaktionen waren bei Mitarbeitern in der Schweiz und in Hard sehr positiv”, berichtet Rohner, der in Eschlikon bei der Mitarbeiterversammlung dabei war.

Schmid Energy Solutions ist ein Schweizer Familienunternehmen, das sich seit über 85 Jahren mit Energiefragen befasst und Holzfeuerungen im Industrie-, Gewerbe- und Wohnbereich entwickelt und herstellt. Nun habe sich die Familie zum Verkauf entschlossen, der über die Bank UBS ausgeschrieben wurde. Das neue Unternehmen firmiert ab sofort unter dem Namen Schmid Mawera Group und erzielt dann einen Umsatz von rund 180 Millionen Euro. Beschäftigt werden in der Schweiz und Vorarlberg sowie an den weiteren Standorten der beiden Unternehmen 680 Mitarbeitende.

Neuer europäischer Marktführer: Harder und Schweizer Energiepioniere fusionieren
Harder Expertise (v. l. n. r.): Hauptgesellschafter Wolfgang Rohner, die bewährten und neuen Vorstandsmitglieder der Schmid Mawera Group Thomas Findeis, Hans Winter und Daniel Rohner. VN/Paulitsch

Durch die Zusammenführung der beiden Unternehmen entsteht ein europäischer Marktführer und Technologieführer für innovative und nachhaltige Lösungen in der Energieerzeugung aus Biomasse im mittleren Leistungssegment (150 bis 10.000 kW), informieren Rohner, Winter und Findeis im Gespräch mit den VN. Die Unternehmensfusion sei für die bisher auch in Konkurrenz agierenden Unternehmen ein weiterer Schritt beim Service, aber auch in Sachen Innovation. “Wir können damit unser Servicenetz noch enger gestalten, beide Firmen haben auch weitere Standorte”, so Findeis. “Ein entscheidender Vorteil in einem durchaus kompetitiven Branchenumfeld in Europa”, ist sich auch Winter sicher.

Zur neuen Firmengruppe gehört auch die IS SaveEnergy AG, an der Schmid schon bisher beteiligt war. Dieses Unternehmen, das Komplettlösungen für die kombinierte Abgasreinigung, Wärmerückgewinnung und CO₂-Abscheidung in biomassebefeuerten Holzheiz-(kraft)werken und industriellen Systemen entwickelt, vertreibt und wartet und ebenfalls in Eschlikon beheimatet ist, wird als eigenständige Einheit weitergeführt. Zusammen mit der APF Advanced Particle Filters GmbH – einer weiteren Beteiligung der Investorengruppe im Bereich Abgasbehandlung – ergeben sich zusätzliche technologische und strategische Synergien, die der gesamten Gruppe zugutekommen. Der Standort Hard werde künftig das zentrale Service-/Retrofit- und Ersatzteillogistikzentrum für Europa innerhalb der neuen Firmengruppe.

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Gesellschafter und Management sind tolz auf die Expertise der Mitarbeiter: Mawera konnte sich in den vergangenen Jahren mit individuellen Anlagen für Kunden in ganz Europa gut entwickeln. VN/paulitsch

CEO des neuen Unternehmens ist der bisherige Geschäftsführer der Schmid AG, Philipp Lüscher, der auch Gesellschafter der neuen Schmid Mawera Group ist. Das bisherige Management von Mawera ist auch in der neuen Geschäftsführung neben Christian Huber aus der Schweiz als CFO und Daniel Rohner als Chief Information Officer (CIO) für die Entwicklung des neuen Marktführers verantwortlich.

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Mawera-Anlage für einen deutschen Kunden. FA