Börsen zwischen Nervosität und neuer Zuversicht

Markt / 23.01.2026 • 13:18 Uhr
Börsen zwischen Nervosität und neuer Zuversicht

Experte Christoph Flatz (Sparkasse Dornbirn) über das Spannungsfeld an den Finanzmärkten.

dornbirn Die internationalen Finanzmärkte bleiben zum Jahresauftakt in einem Spannungsfeld aus politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Widerstandskraft. Auch wenn die Aussagen von US‑Präsident Donald Trump im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos zunächst für Irritation sorgten – er erneuerte seine Forderung nach Verhandlungen über Grönland und stellte neue Strafzölle gegen europäische Staaten in den Raum –, beruhigte sich die Lage im Wochenverlauf wieder. Trump sprach in Davos von “Verhandlungen statt Eskalation”, und die Märkte reagierten entsprechend entspannter. Die Nervosität zu Beginn machte jedoch deutlich, wie sensibel das Umfeld derzeit ist.

Gleichzeitig richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf die fundamentalen Trends, die das Marktgeschehen 2026 bestimmen werden. Die Weltwirtschaft zeigte sich bereits 2025 robuster als vielfach erwartet: solide Konsumnachfrage, stabile Unternehmensgewinne und die weiterhin hohe Investitionsdynamik im Technologiebereich bilden ein Fundament, das auch im neuen Jahr trägt. Für 2026 wird ein globales Wachstum von rund drei Prozent erwartet – kein stürmischer Aufschwung, aber ein Tempo, das für stabile Kapitalmärkte ausreicht. Die Bewertungen vieler Aktienmärkte bleiben hoch, doch unterstützen intakte Gewinntrends und ein moderates Zinsumfeld die Zuversicht.

Einer der wichtigsten Treiber bleibt der technologische Wandel rund um künstliche Intelligenz. Viele Unternehmen investieren massiv in der Hoffnung auf Produktivitätsschübe, die langfristig Wachstum und Margen steigern könnten. Diese Perspektive sorgt dafür, dass Anleger risikobereit bleiben, auch wenn Phasen erhöhter Volatilität unvermeidlich erscheinen.

Dass das Marktumfeld weiterhin fragil ist, zeigte sich zuletzt auch am Anstieg der Edelmetallpreise: Gold und Silber erreichten neue Höchststände. Die Experten der Erste Asset Management setzen auf einen breiten Portfolioansatz mit Anlagen über viele Regionen und Sektoren hinweg – inklusive einer gezielten Beimischung von Gold- und Silberwerten.