Börsentipp: Geopolitische Schocks – feste Aktienmärkte

Markt / 16.01.2026 • 10:43 Uhr
Börsentipp: Geopolitische Schocks – feste Aktienmärkte

Experte Jürgen Rupp (Raiffeisen) über die Spannungsfelder im neuen Jahr 2026.

Bregenz Das neue Jahr hat mit heftigen Spannungen begonnen. Wochen schreiben oft mehr Geschichte als ganze Jahrzehnte. Dieses Gefühl hat man in diesem noch jungen Jahr 2026. Die USA setzten Venezuelas Diktator Nicolás Maduro ab und entführten ihn. Ein Signal für das zunehmende Ende der regelbasierten Weltordnung. Kurz darauf droht Washington, Grönland notfalls militärisch zu übernehmen. Dänemark warnt vor dem “Ende der Nato”, während US-Außenminister Rubio beschwichtigt: Man wolle kaufen, nicht annektieren.

Gleichzeitig erschüttern Massenproteste den Iran. Die Bevölkerung fordert den Sturz des Mullah-Regimes. Und Donald Trump erhöht den Druck auf den US-Notenbankchef Powell und stellt die Unabhängigkeit der Notenbank offen infrage, ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor für die Märkte.

Trotz dieser Unsicherheitsfaktoren starteten die Aktienmärkte nach einem starken Jahr 2025 auch positiv ins Jahr 2026. Die wichtigsten US-Aktienindizes konnten seit Jahresbeginn knapp 2 Prozent zulegen. Die europäischen Märkte über 4 Prozent und die asiatischen Märkte um die 6 Prozent.

Auf der Unternehmensseite stimmten die Zahlen in den vergangenen Jahren. Spannend wird nun auch der Auftakt zur Berichtssaison der Unternehmen in den USA sein. Laut Analysten wird für den S&P 500 ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal erwartet. Sollte dies eintreffen, wäre es das zehnte Quartal in Folge mit steigenden Gewinnen.

Insgesamt herrscht weiter eine positive Stimmung, getrieben durch das Thema Künstliche Intelligenz und eine widerstandsfähige US-Wirtschaft. Die hohen Bewertungen im S&P 500 bieten jedoch kaum Spielraum für Enttäuschungen bei den kommenden Quartalsberichten.