“Kinderaugen lügen nicht” – Vorarlberger Firma und Schüler engagieren sich in Afrika

die “ohlala fair choc”-Pralinen.
Lebensmittelhändler aus Mäder geht in schwierigem Jahr seinen Weg konsequent weiter: Schulen für Elfenbeinküste, Partnerschaft mit der NFL und Vertrieb für Top-Marken.
Mäder Das vergangene Jahr war auch im Lebensmittelgroßhandel kein Zuckerschlecken, erklärt Michael Temel, Geschäftsführer der Gunz Warenhandels GmbH. Das Jahr war schwierig, doch das Umsatzergebnis ist nur geringfügig niedriger als jenes aus dem Jahr 2024 – rund 190 Millionen Euro. Doch Temel will eigentlich gar nicht über Zahlen reden, viel wichtiger sei doch, was Gunz, was die Menschen im Unternehmen, ausmache. Rund 180 Mitarbeiter zählt die vor 40 Jahren gegründete Firma mit den Standorten Mäder und Magdeburg sowie den Niederlassungen in Minsk (Belarus) und Chur (Schweiz).
“Saugutes Team”
“Wir haben ein saugutes Team”, attestiert er den Mitarbeitern, sie seien es gewesen, die auch in einem schwierigen Jahr, geprägt von Krisen, Inflation und massiven Preissteigerungen bei den Rohprodukten, alles gegeben haben, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Diese sind in über 100 Ländern zu Hause – neu wurden erstmals Kunden in Aserbaidschan und Neuseeland beliefert. Hauptmärkte bleiben Deutschland, Frankreich, die Schweiz und Österreich.

Gunz hat schon sehr früh und aus Überzeugung dem sozialen Aspekt des Handels mit Rohstoffen wie Kakao entsprechend Raum gegeben. Dass sich das Fairtrade-Label inzwischen im Handel etabliert hat, begrüße er, so Temel. Doch das Pionierunternehmen macht in der Partnerschaft mit Fairtrade den nächsten großen Schritt und arbeitet dabei mit dem Feldkircher Bundesgymnasium Rebberggasse zusammen. “Schule baut Schule” heißt die Initiative.

Schule baut Schule
Bei einem Besuch der Kakaobauern in Côte d’Ivoire wurde Firmengründer Werner Gunz und Michael Temel deutlich, wie eng fairer Handel, Bildung und Zukunftschancen miteinander verbunden sind. Daraus entstand die Initiative “Schule baut Schule”. Gemeinsam mit dem BG Rebberggasse wurde Fairtrade über ein Jahr hinweg zum Thema. Schülerinnen und Schüler organisierten Aktionen, sammelten Spenden und setzten sich intensiv mit Kakaoanbau und globaler Verantwortung auseinander. In vier Dörfern konnten dadurch Schulgebäude errichtet oder renoviert sowie ein Trinkwasserbrunnen errichtet werden – konkrete Verbesserungen für viele Kinder, die dadurch eine Perspektive bekommen: “Für die Kinder in Elfenbeinküste ist der Schulbesuch eine Chance auf eine bessere Zukunft”, so Temel, “Kinderaugen lügen nicht, das macht auch uns stolz und glücklich”.

Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die Fairtrade-Schokolade “ohlala fair choc”. Das Verpackungsdesign dafür stammt von Schülerin Juli, die mit ihrer Zeichnung den Weg der Schokolade von der Kakaobohne bis zum fertigen Produkt darstellt. “Damit verbindet die Schokolade Genuss mit einer Geschichte und macht unsere Haltung im Alltag sichtbar”, erklärt Temel. “Schule baut Schule” zeige, wie aus einer Idee durch Zusammenarbeit, Engagement und Partnerschaft echte Wirkung entstehen könne, freut er sich. Auch “Designerin” Juli ist stolz: “Es ist etwas Besonderes, zu wissen, dass meine Zeichnung Teil des Projekts ‚ohlala fair choc‘ geworden ist.”

Gunz hat auch im Geschäftsbereich “Fanfood” einen weiteren großen Schritt gemacht: Nachdem schon FC Bayern München, PSV Eindhoven und weitere europäische Top-Fußballclubs mit Gunz zusammenarbeiten, ist jetzt auch die stark expandierende Football-Liga NFL Partner. “Wir sind auf das Management zugegangen und haben nach intensiven Gesprächen nun auch Partner der NFL”, berichtet Temel. Neu ist: Gunz ist auch Exklusivpartner von Chocolat Camille Bloch mit den Marken Ragusa und Torino für Deutschland und Österreich. Für die österreichische Kultmarke Auer Waffelspezialitäten hat Gunz die Vertretung für Deutschland übernommen.
