Was bedeutet der Iran-Krieg für die Börsen? Und was sollten Anleger jetzt tun?

Experte Roland Rupprechter erklärt, welche Aktien zu den Gewinnern und Verlierern zählen.
Dornbirn Der Iran-Krieg sorgt auch für Turbulenzen an den weltweiten Börsen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit. “Sollte diese Route über längere Zeit blockiert bleiben, würde das die Weltwirtschaft empfindlich treffen”, sagt der Dornbirner Börsenexperte Roland Rupprechter. Die Umleitung von Tankern um die Südspitze Afrikas würde die Transportkosten deutlich erhöhen. “Steigende Frachtraten verteuern in weiterer Folge Waren und Dienstleistungen.”
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Die Flucht in Qualität
An den Finanzmärkten setzte zu Wochenbeginn eine klassische “Flucht in Qualität” ein. Investoren suchten verstärkt sichere Häfen, besonders gefragt war der US-Dollar sowie der Schweizer Franken. Zusätzlich profitierte Gold von der Unsicherheit.

Umschichtungen bei Aktien
Im Bereich der Aktien sei es zu Umschichtungen von zyklischen Aktien in krisenresistent geltende defensive Aktien gekommen. “Gesucht waren vor allem Aktien der Sektoren Versorger (RWE, FMC, Enel Spa), Gesundheitswerte wie Abbott Laboratories und Johnson & Johnson, Basiskonsumgüter wie Nestlé, Unilever und PepsiCo sowie Qualitätsaktien von Technologieführern wie Nvidia und Microsoft.”
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Reiseaktien als Verlierer
Zu den klaren Verlierern zählten hingegen Luftfahrt- und Reiseaktien. Gesperrte Routen und die allgemeine Unsicherheit setzten die Branche unter Druck. Regional reagierten die US-Börsen vergleichsweise gelassen, während Europa und Japan deutlich stärkere Verluste verzeichneten. “Beide Aktienmärkte reagieren traditionell sehr sensibel auf kriegerische Konflikte. Dies liegt an der hohen Abhängigkeit von Energieimporten und der engen Verflechtung der Lieferketten.”

Weil kurzfristig die weitere Börsenentwicklung nun maßgeblich von der Dauer der Sperre der Straße von Hormus abhängt, sei positiv zu bewerten, dass führende OPEC-Produzenten ihre Ölexporte zuletzt ausgeweitet haben.
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Festhalten und zukaufen
Trotz der aktuellen Unsicherheit bleibt Rupprechter langfristig optimistisch für Aktien. Günstige Finanzierungsbedingungen, eine insgesamt neutrale bis lockere Geldpolitik sowie staatliche Investitionsprogramme in Europa, vor allem in Deutschland, sprächen weiterhin für globale Aktienmärkte. Langfristig orientierten Anlegern rät er daher, an ihren Investments festzuhalten und schwächere Börsentage für Zukäufe zu nutzen. Rupprechter favorisiert global aufgestellte Aktienfonds, die durch ihre breite regionale Streuung einen guten Schutz vor Krisen bieten.
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“Kurzfristig agierenden, sehr erfahrenen Aktieninvestoren empfehlen wir, auf die Branchen Energie und Rohstoffe (Unternehmen wie ExxonMobil, Chevron oder Shell), Versorger (Aktien von Unternehmen wie RWE oder E.ON) oder Rüstungskonzerne (Aktien von Rheinmetall, Hensoldt, Lockheed Martin, BAE Systems oder Elbit Systems) zu setzen.”
Sehr spekulativ
Gleichzeitig warnt Rupprechter jedoch: Kurzfristige Investments in mögliche Kriegsgewinner seien sehr spekulativ und hängen stark von der Dauer und Intensität des Iran-Konflikts ab. “Sobald Anzeichen einer Deeskalation auftreten, werden entsprechende Kursgewinne oft rasch wieder abverkauft.”