Matthias Sutter: So macht man gemeinsam das Leben und die Welt besser

“Kein Satz, der nicht wissenschaftlich belegbar ist”, sei der Inhalt des neuen Buches, das der Vorarlberger Verhaltensökonom zusammen mit Martin Kocher jetzt veröffentlicht hat. Präsentation am 18. März in Schwarzach.
Schwarzach, Innsbruck Der Vorarlberger Matthias Sutter zählt seit vielen Jahren zu den wichtigsten Ökonomen deutscher Sprache und ist auch international von seiner Kollegenschaft hoch angesehen. Den Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik in Bonn und Professor für experimentelle Wirtschaftsforschung an den Universitäten Köln und Innsbruck zeichnet aber eine besondere Begabung aus, die sein ebenfalls aus Vorarlberg stammender Verhaltensökonom Ernst Fehr anlässlich der letzten Buchveröffentlichung so beschrieben hat: “Das Buch fasziniert Fachleute und Laien gleichermaßen, da es auf verständliche und gleichwohl tiefgründige Weise zeigt, wie grundlegende menschliche Neigungen praktisch alle Aspekte des Berufslebens und Arbeitsmarktes durchdringen”. Das tut auch sein neuestes Werk, das er zusammen mit dem ehemaligen Wirtschaftsminister und jetzigen Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Martin Kocher, veröffentlichte.
Schlüssel zum Erfolg
Der Titel könnte in Zeiten wie diesen nicht besser gewählt werden. “Gemeinsam stark” zeigt nämlich, dass es anders geht. Nämlich anders, als es uns die Geopolitik derzeit zeigt. In Kooperation – so weisen die beiden Ökonomen, die sich nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre, das beide an der Universität Innsbruck absolvierten, kennengelernt haben, als Kocher eine Universitätsassistentenstelle bei Professor Manfried Gantner antrat, dessen zweiter Assistent zu dieser Zeit Sutter war. Sie schlossen Freundschaft und entwickelten unzählige Ideen für wissenschaftliche Projekte, von denen über 40 zu gemeinsamen wissenschaftlichen Publikationen und nun zu diesem Buch führten.

Die Verhaltensökonomie zeigt, immer aufgrund von Studien, dass die Menschen grundsätzlich nicht gegeneinander, sondern miteinander Erfolge feiern und Ziele erreichen, erklärt Sutter. Das zeige sich im Kleinen und das ist für jeden gut nachvollziehbar, wenn man zusammen mit Kollegen, in der Firma und bei Projekten Erfolge erziele. Das zeige sich im Großen, in der Politik genauso wie in Unternehmen und im privaten Bereich: “So sehr man auch jammern möchte – die EU ist eine Erfolgsgeschichte”, so Sutter im Gespräch mit den VN. Auch die transatlantische Gemeinschaft sei ein Beispiel, wie Zusammenarbeit mehr Wohlstand für alle geschaffen habe und weiter schaffen könne.
Kooperationen positiv
Die Forschungsarbeiten Sutters bzw. der Verhaltensökonomik zeigen eines ganz klar: “Über die Hälfte der Menschen sieht Kooperationen positiv.” Im Buch beschäftigen sich Sutter und Kocher mit den zentralen Faktoren, die Kooperation und Vertrauen fördern und damit zu Erfolg führen können. Folgende Fragen werden in etwa beantwortet: Welchen Einfluss hat Führung auf Kooperation und Vertrauen in Gruppen und warum ist das Vorangehen mit gutem Beispiel so wichtig? Warum ist ein Vertrauensvorschuss so wirksam, um Kooperation zu ermöglichen? Weshalb ist das Motto “Wie du mir, so ich dir” ein Rezept für Erfolg in Gruppen, indem es an Gegenseitigkeit und Fairness appelliert? Wirkt Belohnung oder Bestrafung besser zur Förderung und Erhaltung von Kooperation? Sind nicht-monetäre Anreize ebenso wirksam zur Erhöhung von Kooperation und Vertrauen wie monetäre Anreize?
Buchvorstellung
Fragen, die das Buch, aber auch der Autor bei der Vorstellung des neuen Buches am 18. März um 19 Uhr im Medienhaus in Schwarzach beantwortet. Die Plätze sind begrenzt, melden Sie sich bitte an, um wichtige Erkenntnisse zu erlangen und den Vorarlberger Wissenschafter kennenzulernen.