Warum Vertrauen den Unterschied macht

Markt / 20.03.2026 • 09:28 Uhr
Warum Vertrauen den Unterschied macht
Matthias Sutter präsentierte das neue Buch bei Russmedia in Schwarzach.Roland Paulitsch

Matthias Sutter und Martin Kocher zeigen in ihrem Buch, weshalb Kooperation kein Selbstläufer ist – und was es braucht, damit sie gelingt.

Schwarzach Es gibt die Parabel vom Wein und Wasser: Ein Hochzeitspaar bittet seine Gäste, jeweils eine Flasche Wein für das Fest mitzubringen, die in ein großes Fass gegossen wird. Als daraus das erste Glas gefüllt wird, zeigt sich: Es ist ausschließlich Wasser. Jeder einzelne Gast hatte gedacht, es werde niemand bemerken, wenn nur er statt Wein Wasser mitbringt. Die Botschaft ist klar: Gemeinschaft entsteht nur, wenn alle bereit sind, ihren Beitrag zu leisten.

Warum Vertrauen den Unterschied macht
“Gemeinsam stark” heißt das neue Werk der beiden Ökonomen.Roland Paulitsch

Genau hier setzt das gemeinsame Buch von Matthias Sutter und Martin Kocher an. In “Gemeinsam stark” gehen sie der Frage nach, warum Vertrauen und Kooperation zentrale Voraussetzungen für funktionierende Gesellschaften, erfolgreiche Unternehmen und wirksame Politik sind.

Warum Vertrauen den Unterschied macht
Viele Interessierte und auch Weggefährten fanden den Weg nach Schwarzach.Roland Paulitsch

Bekanntschaft seit 28 Jahren

Die beiden Autoren kennen sich seit 28 Jahren. Sutter, gebürtiger Harder, ist einer der führenden Verhaltensökonomen, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik in Bonn sowie Universitätsprofessor in Köln und Innsbruck. Kocher war Arbeits- und Wirtschaftsminister und ist heute Professor für Verhaltensökonomik sowie Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank. “Wir denken und schreiben ähnlich”, sagte Sutter bei der Präsentation des Buches bei Russmedia in Schwarzach.

Warum Vertrauen den Unterschied macht
Matthias Sutter gilt als einer der führenden Verhaltensökonomen.Roland Paulitsch

Auf Basis jahrzehntelanger Forschung zeigen die Autoren, unter welchen Bedingungen Menschen bereit sind, zusammenzuarbeiten – und warum Kooperation so oft scheitert. Denn häufig steht individuelles Eigeninteresse im Widerspruch zum gemeinsamen Nutzen.

Warum Vertrauen den Unterschied macht
Sutter plädiert für einen Vertrauensvorschuss.Roland Paulitsch

Zwischen Vertrauen und Kontrolle

Zusammenarbeit gelingt nur dann, wenn Menschen darauf vertrauen können, dass auch andere ihren Beitrag leisten. Das bekannte Sprichwort “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser” greife zu kurz, so Sutter. Sinnvoller sei es, Vertrauen vorzuschießen – zumindest so lange, bis das Gegenteil bewiesen ist. “Ein Vertrauensvorschuss motiviert in den meisten Fällen auch, etwas zurückzugeben.”