Güterterminal bekommt dritten Kran, Infrastruktur gesamt mehr Tempo

Markt / 10.03.2026 • 16:34 Uhr
Güterterminal bekommt dritten Kran, Infrastruktur gesamt mehr Tempo
Das Güterterminal Wolfurt soll die doppelte Kapazität bekommen.VN

ÖBB und ASFINAG investieren bis 2031 rund 1,1 Milliarden Euro in Vorarlbergs Schiene und Straße.

Wolfurt Das Güterterminal Wolfurt ist für die Vorarlberger Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Doch die Kapazitäten der wichtigen Drehscheibe für den Güterverkehr sind bereits weitgehend ausgeschöpft. “Hier brummt es”, bringt es ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä auf den Punkt.

Güterterminal bekommt dritten Kran, Infrastruktur gesamt mehr Tempo
Andreas Matthä (ÖBB), Landeshauptmann Markus Wallner, Minister Peter Hanke und Hartwig Hufnagl (ASFINAG).VN

Um die steigenden Transportmengen bewältigen zu können, wird investiert. So wurde gerade ein dritter Portalkran bestellt, der im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll. In den kommenden Jahren soll das Terminal zudem um zusätzliche Gleise und weitere Kräne erweitert werden. Dadurch würde die Kapazität im Endausbau um rund 76 Prozent auf 454.000 TEU (Container-Einheiten) pro Jahr steigen.

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Milliardeninvestition bis 2030

Der Ausbau des Güterterminals ist Teil eines deutlich größeren Infrastrukturpakets. Insgesamt investieren ÖBB und ASFINAG bis zum Jahr 2031 rund 1,085 Milliarden Euro in Vorarlbergs Verkehrsnetz. Um die wichtigsten Projekte abzustimmen, trafen sich am Dienstag Infrastruktur- und Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ), ÖBB-Chef Matthä, ASFINAG-Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl sowie Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) zu einem Gespräch im Land.

Güterterminal bekommt dritten Kran, Infrastruktur gesamt mehr Tempo
Markus Wallner und Peter Hanke kennen sich bereits von den Finanzausgleichsverhandlungen.VN

Neben dem Güterterminal stehen im Bahnbereich mehrere weitere Vorhaben auf der Agenda. Dazu zählen die Modernisierung der Strecke Feldkirch–Buchs, die neue Haltestelle Feldkirch-Tosters sowie der zweigleisige Ausbau des sogenannten Klosterbogens bei Bludenz. Auch die Bahnhöfe Götzis, Frastanz und Nenzing sollen modernisiert werden. In Bregenz-Hafen sind eine Verlängerung des Bahnsteigs sowie eine neue Unterführung geplant.

Investitionen

ASFINAG: 550 Millionen Euro bis zum Jahr 2031; davon 92 Millionen Euro im Jahr 2026 und 111 Millionen Euro im Jahr 2027

ÖBB: 530 Millionen Euro bis 2030; davon 80 Millionen Euro im Jahr 2026

S 18 bis A14

Auch im Straßenbereich stehen wichtige Projekte an. So soll das seit Jahrzehnten diskutierte Vorhaben S 18 weiter vorangetrieben werden. 2027 könnte die Einreichplanung für das UVP-Verfahren starten. Positive Aussichten gibt es außerdem für den Vollanschluss Wolfurt–Lauterach. Weitere Projekte der ASFINAG sind das Sicherheitsupdate im Pfändertunnel, das im Oktober abgeschlossen werden soll, sowie der Bau des ersten eigenen Rastplatzes in Vorarlberg am Standort Walgau-Süd mit 39 Lkw-Stellplätzen. Darüber hinaus wird in Lärmschutz entlang der Rheintalautobahn investiert – in Frastanz und Göfis (2026/2027), im Bereich Citytunnel, Weidach und Wolfurt (2028) sowie in Schlins, Nenzing und Bludesch (2029). Wer sich derzeit über Autobahn-Baustellen ärgert, für den hat ASFINAG-Vorstand Hufnagl allerdings wenig tröstliche Worte: “Es wird bis zum Jahr 2030 so weitergehen.” Aber: “Baustellen vergehen, der Fortschritt bleibt.”

Güterterminal bekommt dritten Kran, Infrastruktur gesamt mehr Tempo
Positives Gesprächsklima bei allen Beteiligten.VN

Wieder positives Gesprächsklima

Die Stimmung beim Treffen war dennoch merklich besser als in der Vergangenheit. “Zum ersten Mal sitzen Schiene und Straße an einem Tisch. Früher hat man das einzeln diskutiert und beide gegeneinander ausgespielt”, spart Landeshauptmann Wallner nicht mit Kritik für die Politik des vormals grünen Verkehrsministeriums, ohne die damalige Ministerin Leonore Gewessler beim Namen zu nennen. “Wir wurden vom Ministerium systematisch ausgebremst.” Nun sei man endlich “runter vom Bremspedal”.