Ikea Dornbirn: Entscheidung soll nächste Woche fallen

Seit über 20 Jahren ist eine Ansiedlung immer wieder Thema – 2017 war es fast so weit. Könnte nun der Startschuss für ein Ikea-Möbelhaus in Dornbirn am Mittwoch fallen? Einiges spricht dafür.
Dornbirn, Vösendorf Seit Monaten wird über eine Ansiedlung des schwedischen Möbelhauses Ikea in Dornbirn im leerstehenden Kika-Gebäude spekuliert, nun könnte es bald Aufklärung geben. Denn die Geschäftsleitung von Ikea Österreich reist am Mittwoch, 18. März, nach Vorarlberg, um – so die Einladung – fünf Jahre Planungsstudio im Messepark zu feiern. Am Abend sind neben einer Pressekonferenz am Vormittag auch maßgebliche Opinion Leader aus der Politik und wichtige Geschäftspartner geladen.

Da die Zustimmung für den Markteintritt des Möbelriesen zumindest in den öffentlichen Äußerungen der zuständigen Politiker groß ist, vermuten mit der Sache vertraute Personen, dass der Besuch und die Pressekonferenz mehr sind, als nur das Jubiläum des Planungsstudios zu begehen. Sie erwarten Aufklärung darüber, ob Ikea nun nach Dornbirn kommt oder eben nicht. In den vergangenen Wochen und seit Vereinbarung einer “exklusiven Prüfzeit” mit dem Eigentümer des Kika-Gebäudes, der Grazer Supernova-Gruppe, wurde jedenfalls genau das getan: Es wurden alle Optionen geprüft, zuvorderst wurde an einem Verkehrskonzept gearbeitet, das Voraussetzung dafür ist, dass der schwedische Konzern in Vorarlberg den letzten weißen Fleck auf der Möbelhaus-Landkarte beseitigt.

Der Zeitpunkt wäre gut gewählt, denn auch Nachbar Messepark beginnt jetzt mit den Umbauarbeiten – außerdem, so ist zu hören, würde man auf der anderen Straßenseite durchaus positiv zu einer Ansiedlung des Möbelhauses eingestellt sein, und man kann das Verkehrskonzept jetzt noch so optimieren, so ein Insider, dass sich beide Anziehungspunkte für Konsumenten als auch für den Verkehr in die Stadt gut managen ließen.
Seit über 20 Jahren ein Thema
Ikea hat bereits im Jahr 2002 ein Auge auf den Vorarlberger Markt geworfen, der auch wegen des großen Einzugsgebietes mit der Ostschweiz und der deutschen Bodenseeregion interessant ist. Ab 2012 hat der Möbelhändler den Standort Lustenau fokussiert, der für das damalige Marktkonzept der Schweden mit 20.000 Quadratmetern gepasst hätte – auch die Gemeinde Lustenau als Eigentümer des Grundstücks signalisierte Zustimmung. Darauf folgten freilich emotionale Diskussionen in den politischen Gremien, dem Vorarlberger Handel und bei den Konsumenten. Die potenziellen Kunden haben der Ansiedlung von Anfang an positiv entgegengesehen. Im Jahr 2017 waren die Pläne auf Schiene, mit der Planung wurde begonnen, ein renommiertes Vorarlberger Unternehmen wurde für die Realisierung gewonnen. Und dann kam das Aus: Vor einer geplanten Volksabstimmung informierte Ikea die Gemeinde darüber, dass wegen des neuen Marktkonzeptes in Lustenau nicht gebaut wird. “Neue Märkte werden künftig vor allem in den Innenstädten und Metropolregionen, nicht mehr auf der grünen Wiese entstehen. Format und Größe werden unterschiedlich sein”, sagte damals Ikea-Manager Johannes Ferber. Was folgte, war 2020 die Eröffnung des Planungsstudios im Dornbirner Messepark, der seither viele Möbelkäufer und Interessenten anlockte.

Gespanntes Warten
Der neue Standort in Dornbirn wurde von der Konzernleitung offenbar für geeignet empfunden – dafür spricht der Exklusiv-Vertrag mit Supernova. Nach umfangreichen Planungen, Gesprächen mit dem Gebäudeeigentümer Frank Albert und den zuständigen Stellen in Stadt Dornbirn und Land Vorarlberg steht nun eine Entscheidung an – höchstwahrscheinlich am Mittwoch.