Holzwerkstoffhändler: Neue Geschäftsführer verbinden Kontinuität mit Expansion

Markt / 15.03.2026 • 12:00 Uhr
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Das Vorarlberger Unternehmen ist einer der größten Holzwerkstoffhändler Österreichs und hat seinen Schwerpunkt in den westlichen Bundesländern. FA

Bisheriger Geschäftsführer wechselt in den gemeinnützigen Wohnbau. Nachfolger sind schon bisher in leitender Position im Unternehmen und wollen die Strategie weiterführen.

Weiler, Rankweil Vor 80 Jahren gründete Hermann Tschabrun in der Bludenzer Klarenbrunnstraße einen Holzhandel, der sich in der Nachkriegs- und Aufbruchzeit gut entwickelt – eine Entwicklung, die bis heute anhält, auch wenn gerade die letzten Jahre von den verschiedenen Krisen geprägt waren. Die haben natürlich auch dem Holz- und Baustoffhändler zu schaffen gemacht. Umsichtige Geschäftsführung und eine klare Strategie sorgen in dieser Zeit für Stabilität. Und das gilt auch für die neue Führung, die ab 1. Juni die Geschicke des Traditionsunternehmens lenken.

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Geschäftsführer Manfred Bauer (Mitte) mit den künftigen Geschäftsführern Jürgen Gehrmann (li.) und Michael Muhr (re.): Umsichtige Geschäftsführung und klare Strategie sorgen für Stabilität. VN

Denn Manfred Bauer, seit 2018 Geschäftsführer des Unternehmens, übernimmt ab 1. Juni 2026 eine neue große Aufgabe – er wird Geschäftsführer der Vogewosi. Ihm folgen zwei Geschäftsführer nach. Das Unternehmen wie Bauer freuen sich, dass eine interne Lösung gefunden wurde. Das gewährleiste Kontinuität in der Führung und die Weiterentwicklung des Unternehmens.

Kontinuität gewährleistet

Die beiden Geschäftsführer leiten bereits jetzt die zwei zentralen Geschäftsbereiche von Tschabrun. Michael Muhr verantwortet die Bereiche Organisation und IT und ist mit den Strukturen und Abläufen des Holzwerkstoffgroßhändlers, der Standorte in Vorarlberg, Tirol und Salzburg hat, vertraut. Zu IT und Organisation übernimmt er in der Geschäftsführung auch die Logistik, das Rechnungswesen und die Verwaltung. Jürgen Gehrmann, seit Oktober 2024 Vertriebsleiter bei Tschabrun, wird die Bereiche Vertrieb und Einkauf leiten, die schon jetzt von ihm geführt werden. Als Geschäftsführer wird er künftig auch die Verantwortung für die Bereiche Einkauf/Verkauf, Marketing und Repräsentanz übernehmen. In ihren Bereichen werden die beiden neuen Geschäftsführer auch die Personalagenden übernehmen.

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Enrico Fröhle übernimmt ab 1. Juni die Leitung des Finanz- und Rechnungswesens. FA

Neu im Team von Tschabrun ist Enrico Fröhle, der bisher bei der Sparkasse Feldkirch beschäftigt war, und ebenfalls ab 1. Juni als neuer Leiter des Finanz- und Rechnungswesens diese Agenden verantworten wird. Tschabrun beschäftigt rund 150 Mitarbeiter, “eine tolle Mischung aus jungen und erfahrenen Mitarbeitern”, mit denen man auf Augenhöhe kommuniziere.

Wachstumskurs fortsetzen

Die neue Geschäftsführung wird den Wachstumskurs des Unternehmens, das 2025 einen Umsatz von 60 Millionen Euro machte, weiterverfolgen, erklären die beiden designierten Geschäftsführer im Gespräch mit den VN. “Wir müssen größer werden”, betont Gehrmann, um die stagnierende Abnahme auszugleichen, die durch die Lage am Bau natürlich auch auf Tschabrun Auswirkungen habe. Die Nachfrage bei den Hauptkunden – Zimmerern und Tischlern – sei zwar gut, aber der Materialeinsatz sei deutlich zurückgegangen, das müsse aufgefangen werden. Zum Beispiel mit der IT. Man sei in diesem Bereich in der Branche seit Jahren ein Pionier, derzeit sei man sowohl am Optimieren der IT – “da sind wir sehr gut unterwegs” – als auch dabei, die KI im Backoffice einzusetzen, um intern wie extern effizient zu arbeiten.

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Beeindruckende Ausmaße hat das Holz- und Baustofflager des Traditionsunternehmens in Rankweil – natürlich ist es aus Holz gebaut. FA

“Ein Hauptanliegen sind für uns auch die regionalen Handelsstrukturen”, appelliert Gehrmann an die Kunden. Man wolle und müsse Bewusstsein dafür schaffen, dass es Fullservice in allen Bereichen nur beim Holzhandel vor Ort gebe. “Groß kann jeder”, erklärt er mit Blick auf Angebote aus dem Ausland, doch wie wichtig der lokale Handel sei, merke man erst, wenn es um das Komplettangebot und den Service gehe. “Es braucht diesen Kreislauf”, damit die Wirtschaftsinfrastruktur funktioniert, außerdem werden dadurch Arbeitsplätze und Wertschöpfung geschaffen, erklärt Gehrmann und hofft, dass auch ausschreibende Stellen der öffentlichen Hand das berücksichtigen.