Traditionshaus Strolz in Lech vor Übernahme

Bekannter Player aus dem Premium-Sporthandel tritt neu in den Vorarlberger Markt ein.
Lech Beim Sport- und Modehaus Strolz in Lech kommt es zu einer großen Veränderung. So werden die vier Filialen des Traditionsunternehmens in Lech und Zürs ab 1. Juni 2026 von der Bründl Gruppe übernommen. Darüber wurden die Mitarbeiter am Freitagabend informiert.

Bründl Sports mit Hauptsitz in Kaprun ist in Salzburg und in Tirol ein großer Player im Premiumsegment und betreibt in neun Orten (Kaprun, Zell am See, Saalfelden, Saalbach, Mayrhofen, Fügen, Ischgl, Schladming, Salzburg) insgesamt 31 Shops und beschäftigt 550 Mitarbeitende. Zum heurigen 70-jährigen Bestehen kommt nun der Arlberg un damit der Markteintritt in Vorarlberg hinzu.
Marke Strolz bleibt
Die Standorte werden weiterhin unter der Marke Strolz geführt – ein Punkt, der den Beteiligten wichtig war und vertraglich fixiert wurde. Die Immobilien sowie die Mitarbeiterhäuser bleiben indes im Besitz der Familie Siegfried Wolf.

Eigentümer und Geschäftsführer Christoph Bründl führt das Familienunternehmen seit 37 Jahren. „Strolz haben wir immer beobachtet. Die Geschäfte waren für uns eine Pilgerstätte der Inspiration“, sagt er im Gespräch mit den VN. „Beide Unternehmen bewegen sich im Premiumsegment. Strolz überzeugt mit starken Marken und einer außergewöhnlichen Inszenierung. Auch unsere Werte decken sich. Es ist also ein vielversprechendes Match.“

Aus Position der Stärke
Einen Expansionsdruck habe das Unternehmen nicht, betont Bründl. Vor sieben Jahren löste man sich von Intersport, um ein eigenständiges Profil zu entwickeln. „Uns werden regelmäßig Betriebe zur Übernahme angeboten. Entscheidend ist für uns aber, was wirklich zu uns passt. Was uns stärker, nicht nur größer macht und auf unsere Marke und unsere Werte einzahlt.“ Bei Strolz seien all diese Kriterien erfüllt.

Bründl setzt weiterhin auf den stationären Handel. „Der Mensch ist unser wichtigster Differenzierungsfaktor. Produkte einzukaufen und Preise zu gestalten, kann jeder. Entscheidend sind Beratungsqualität und Aufenthaltsgefühl. Sie bestimmen maßgeblich, ob und wie viel in den Geschäften gekauft wird. Und das lässt sich nur schwer kopieren.“

Die Integration von Strolz in die Bründl-Gruppe soll ab Sommer schrittweise erfolgen, begleitet von umfassenden, millionenschweren Investitionen in die Standorte. „Wir wissen, wie es ist, als Außenstehender in gewachsene Strukturen zu kommen. Deshalb geben wir dem Prozess bewusst Zeit“, sagt Christoph Bründl.

Neue Projekte für Gesellschafter
Die bisherige Geschäftsführerin Olivia Strolz wird sich neuen Aufgaben widmen, bleibt dem Unternehmen jedoch in beratender Funktion erhalten. „Mit der Familie Bründl haben wir einen starken Partner gefunden, der unsere Leidenschaft für den alpinen Premium-Sporthandel teilt, unsere Werte lebt und die Marke Strolz weiterentwickeln kann“, sagt sie. Auch Mehrheitseigentümer Siegfried Wolf zeigt sich zufrieden: „Die Übernahme schafft eine stabile Perspektive für das Unternehmen und unsere Mitarbeitenden.“ Er selbst will sich künftig einem anderem Projekt widmen – einem eigenen Sporthotel in Lech.

Bründl Sports setzt nicht nur auf den Winter, es sei geplant, das Haupthaus in Lech auch im Sommer offen zu halten. „Wir müssen lernen, den Sommer zu lieben und zu beleben, auch wenn er wirtschaftlich nicht mit dem Winter vergleichbar ist. Es geht um die Mitarbeiter und um die Menschen, die im Ort leben.“ Jedenfalls soll die Bründl-Kompetenz im E-Bike-Bereich auch am Arlberg sichtbar werden.
Zweistelliges Plus
Mit der laufenden Saison zeigt sich der Unternehmer zufrieden und zugleich überrascht: „Wir liegen aktuell zweistellig im Plus, obwohl die Rahmenbedingungen alles andere als ideal sind. Aber die Konsumlaune im Premiumsegment ist hoch.“
Die Eigentumsverhältnisse im Detail
Im Jahr 2022 stiegen Manager Siegfried Wolf, Immobilienentwickler Reinhard Wolf und Hugo-Boss-Vorstandschef Daniel Grieder bei Strolz ein. Sie übernahmen damals zusammen 41 Prozent der Unternehmensanteile. Im Sommer 2024 übernahm Siegfried Wolf die Mehrheit beim Mode- und Sporthändler. Er hält selbst sowie über die Stiftung WSA Beteiligungs GmbH insgesamt 88,5 Prozent der Anteile an der Strolz GmbH. Daniel Grieder hält 1,058 Prozent, Reinhard Wolf 0,236 Prozent. Die Familie Strolz (Olivia und Ambros Strolz) kommt auf 10,188 Prozent.