Rund 400 Euro im Jahr: Eltern kritisieren neue Parkgebühren vor Rheinhalle

Aufregung bei den Eltern von Eishockey-Kindern über Parken ohne Freiminuten.
Lustenau Unverständnis herrscht derzeit bei den Eltern des EHC-Nachwuchses: Seit dem 1. Februar müssen sie auf dem Parkplatz vor der Eishalle ab der ersten Minute Parkgebühren bezahlen, wie in ganz Lustenau. Zuvor galt in der Gemeinde eine kostenfreie Parkzeit von 90 Minuten, diese Regelung ist nun weitgehend abgeschafft.

Kinder anfangs auf Hilfe beim Anziehen angewiesen
“Gerade die jüngsten Kinder brauchen die Unterstützung der Eltern, um mit ihrer Ausrüstung zur Halle zu kommen. Dann müssen sie auch umgezogen werden. Eine Trainingseinheit inklusive An- und Ausziehens sowie das Duschen im Anschluss dauert gut drei Stunden”, erklärt Manuel Hämmerle, selbst betroffener Vater und Vorstandsmitglied beim EHC. Für ihn sendet die Gemeinde damit das falsche Signal: “Jene, die ihre Kinder zum Sport motivieren und sie hinbringen, werden zur Kasse gebeten”, kritisiert er.

Zusätzliche Kosten belasten Familien
Eishockey gilt ohnehin als kostenintensiver Sport. Durch das Einführen von Parkgebühren würden potenziell neue Mitglieder eher abgeschreckt werden, vermuten einige Eltern im Gespräch vor der Halle. Der Mitgliedsbeitrag beim EHC liegt je nach Alter des Kindes zwischen 400 und 500 Euro pro Jahr, hinzu kommen Ausgaben für die Ausrüstung, die inklusive Schläger schnell zwischen 500 und 1000 Euro betragen können. Dass nun pro Trainingseinheit zusätzlich rund drei Euro an Parkgebühren anfallen, sorgt bei vielen Eltern für Unverständnis.

“Wir haben das einmal hochgerechnet: In der U9 gibt es drei Trainingseinheiten pro Woche. Das sind für uns etwa zehn Euro Parkgebühren pro Woche, nur um die Kinder zum Sport zu bringen und auf sie zu warten. Übers Jahr kommen mit Turnieren und Sommertraining rund 400 Euro zusammen”, rechnet Michelle Brugger vor. Sie kommt aus Götzis und ist auf das Auto angewiesen, mit den Öffis kann sie nicht zum Training kommen. Auch Sabrina Strolz aus Lustenau sieht keine Alternative: “Mein siebenjähriges Kind kann unmöglich allein mit dem Bus und der riesigen Tasche anreisen. Die Ausrüstung füllt meinen ganzen Kofferraum. Auch kann die Tasche nicht mit dem Fahrrad befördert werden.” Melanie Thaler, Mutter von zwei Eishockey-Kindern, berichtet: “Ab 16 Uhr stehen auf diesem Parkplatz fast ausschließlich Eltern von Eishockey-Kindern.” Beim Eishockey habe man eine große Tasche, die einiges wiegt. Die Kinder sind darauf angewiesen, dass man sie zur Halle bringe.

Ehrenamtliche von Parkgebühren befreit
Bürgermeister Patrick Wiedl versteht den Unmut der betroffenen Eishockey-Eltern und nennt eine mögliche Lösung: Ehrenamtliche Helfer erhalten nämlich an ihren jeweiligen Vereinslokalitäten die Möglichkeit, gratis zu parken. “Uns ist wichtig, dass das Ehrenamt in der Gemeinde gelebt und gefördert wird. Wer sich engagiert, darf während dieser Zeit gratis parken”, betont er. Eltern haben somit die Möglichkeit, sich ehrenamtlich in ihrem Verein einzubringen und dadurch von den Parkgebühren befreit zu werden. BVS
