Immer mehr Menschen ohne Job: Erholung des Arbeitsmarktes lässt auf sich warten

Nach einem guten Start ins neue Jahr steigt die Zahl der Arbeitslosen wegen Unsicherheit und internationaler Krisen im Land auf über 12.000 Personen.
Bregenz Der Vorarlberger Arbeitsmarkt ist weiterhin von Krisen geprägt. Das zeigt sich auch bei den aktuellen Zahlen. Saisonbedingt, nämlich mit Ende der Wintersaison im Tourismus, waren im April 12.306 Personen arbeitslos vorgemerkt. Dies entsprach einem Anstieg von 752 Personen oder 6,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2025. Allerdings, und das ist wenigstens ein kleiner Lichtblick, haben 55,8 Prozent oder 1161 Personen mit einem Berufswunsch in der Beherbergung und Gastronomie bereits eine Einstellzusage für die kommenden Wochen.

Die Anzahl der Personen in einer Ausbildung reduzierte sich um 97 (minus 3,6 Prozent) auf insgesamt 2597. Chancen für eine Lehre gibt es aber weiterhin. Zum Stichtag gab es 216 sofort verfügbare offene Lehrstellen, das sind gegenüber dem Vorjahr 63 Lehrstellen (minus 22,6 Prozent) weniger als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Gleichzeitig ging auch die Anzahl der Lehrstellensuchenden im Jahresvergleich um 51 Personen oder 19,9 Prozent auf insgesamt 205 Personen zurück. Der Lehrstellenmarkt entwickelte sich aber weiterhin gut, auf eine offene Lehrstelle entfielen statistisch 0,9 Lehrstellensuchende, informiert das Arbeitsmarktservice Vorarlberg.
Ältere Arbeitnehmer betroffen
Die Aussichten auf eine Erholung des Arbeitsmarktes sind allerdings beschränkt. “Die schwache wirtschaftliche Erholung wird sich vorerst nicht weiter beschleunigen”, informiert AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter über die aktuelle Entwicklung. “Die jüngsten Prognosen für Vorarlberg gehen im Jahresdurchschnitt von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit aus”, so Bereuter, der noch Anfang des Jahres wie viele Experten mit einer leichten Entspannung des Arbeitsmarktes gerechnet hat. Doch die wirtschaftliche Entwicklung und der Arbeitsmarkt sind naturgemäß eng miteinander verknüpft.
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Die Zahl der arbeitslosen Personen ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf insgesamt 12.306 gestiegen. “Während die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 24 Jahren mit einem Plus von 1,3 Prozent nur leicht zunimmt, sind ältere Arbeitskräfte deutlich stärker betroffen. In der Gruppe der über 50-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit mit einem Plus von 12,9 Prozent markant an”, analysiert Bereuter die Entwicklung.
AMS Business Tour
Das AMS reagiert darauf mit der AMS Business Tour, bei der die AMS-Beraterinnen und -Berater vom Service für Unternehmen bei Firmen unterwegs sind und diese über aktuelle Dienstleistungs- und Förderangebote informieren. In den ersten drei Tourwochen wurden bereits über 300 Unternehmen persönlich besucht und gezielt über die Aktion 55+ informiert. Unternehmen erhalten eine attraktive Lohnkostenförderung, wenn sie arbeitslosen Menschen ab 55 Jahren eine Beschäftigung ermöglichen. “Gerade bei älteren Arbeitslosen ist eine rasche Integration in den Arbeitsmarkt entscheidend, um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern”, betont der AMS-Landesgeschäftsführer.
Ein Trost, wenn auch ein schwacher, ist der Bundesländervergleich: Mit 6,8 Prozent lag die Arbeitslosenquote in Vorarlberg unter dem bundesweiten Durchschnitt (Österreich 7,5 Prozent).