Börsentipp: Österreich im Sog der Tech-Rally

Markt / 08.05.2026 • 12:49 Uhr
Börsentipp: Österreich im Sog der Tech-Rally

Experte Christoph Flatz (Sparkasse) über den ATX, der erstmals die Schwelle von 6000 Punkten überschritt.

Dornbirn Die internationalen Aktienmärkte zeigen sich weiterhin in robuster Verfassung – angetrieben vor allem vom anhaltenden Boom im US-Technologiesektor. Jüngste Quartalsergebnisse großer Tech-Konzerne wie Alphabet, Meta, Amazon und Microsoft untermauern, dass sich die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz zunehmend in steigender Profitabilität niederschlagen.

Im Zentrum der aktuellen Rallye stehen dabei einmal mehr Halbleiterwerte. Unternehmen wie Nvidia, Broadcom oder Marvell profitieren von der stark steigenden Nachfrage nach Hochleistungschips für Rechenzentren, Industrieanwendungen und Energiesysteme. Die Dynamik ist beeindruckend: Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete zuletzt eine der stärksten kurzfristigen Aufwärtsbewegungen seiner Geschichte, während einzelne Titel neue Höchststände erreichen. Die strukturelle Nachfrage bleibt dabei hoch, nicht zuletzt aufgrund des anhaltenden Ausbaus von KI-Infrastruktur und einer insgesamt disziplinierteren Kapazitätsplanung in der Branche.

Auch die Wiener Börse reiht sich in dieses freundliche Gesamtbild ein. Mit der heimischen AT&S steht ein Halbleiterwert exemplarisch für den globalen Trend, nachdem die Aktie in den vergangenen Monaten eine außergewöhnlich starke Entwicklung gezeigt hat. Rückenwind erhält der österreichische Markt zudem durch eine wichtige technische Marke: Der ATX überschritt erstmals die Schwelle von 6000 Punkten und bestätigte damit den positiven Trend der vergangenen Wochen.

Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor allem vor dem Hintergrund weiterhin bestehender Belastungsfaktoren. Die Ölpreise verharren auf erhöhtem Niveau, und die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt fragil. Dennoch zeigen sich die Finanzmärkte bislang widerstandsfähig. Lieferkettenprobleme in der Halbleiterindustrie, etwa durch mögliche Störungen wichtiger Transportwege, spielen derzeit nur eine untergeordnete Rolle und konnten bislang gut kompensiert werden.

In Summe deutet laut den Expertinnen und Experten der Erste Asset Management vieles darauf hin, dass die Kapitalmärkte aktuell stärker von strukturellem Wachstum – insbesondere durch künstliche Intelligenz – als von kurzfristigen Risiken getrieben werden. Die Kombination aus starken Unternehmenszahlen, technologischer Dynamik und stabiler Nachfrage bildet ein solides Fundament für die weitere Entwicklung, auch wenn geopolitische Unsicherheiten und hohe Energiepreise weiterhin als Risikofaktoren präsent bleiben.