“Bin ein konservativer Vorarlberger”: Wie Manuel Hehle sein Portfolio an Immobilien, Energie und Finanzen strategisch denkt

Von Hotelprojekten bis zur Photovoltaik: Der Vorarlberger Unternehmer managt eine Vielzahl an Beteiligungen.
Bregenz Wirft man einen ersten Blick auf das Portfolio von Manuel Hehle mit Immobilien, Hotels, Holzmodulbau, Energietechnik, stellt sich die Frage: Wie lässt sich eine solche Vielzahl an Projekten managen? Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch eine strategische Linie, die sich durch sämtliche Beteiligungen zieht.

Bankenlehre als Startschuss
Sein jüngstes Projekt ist das Hotel MaMa (ehemals Germania) in Bregenz. Doch die Grundlagen für sein heutiges Unternehmertum legte der 39-Jährige bereits früh. Nach einer Bankenlehre arbeitete er als Firmenkundenbetreuer und entwickelte dabei seine Begeisterung für unternehmerische Zusammenhänge. Während seines Studiums beschäftigte er sich intensiv mit der Frage, wie sich gemeinsam mit Partnern eine Unternehmensgruppe aufbauen lässt.

Hehle beließ es nicht bei der Theorie. Sein erstes Projekt waren die Freiraum Chalets neben dem Hotel Fritsch am Berg oberhalb von Lochau. Er kaufte das Grundstück und errichtete die Häuser, die heute an das Hotel vermietet sind. Mit dem Projekt entstand auch sein Interesse an der Holzmodulbauweise. Gemeinsam mit Partnern übernahm er später die Firma, die die Chalets gebaut hatte. Die Timber One AG ist heute vor allem im Hotelbau tätig und erziele heuer einen Umsatz von 30 Millionen Euro.

Photovoltaik an der Fassade
Ein weiteres Standbein ist Mo Energy. Das Unternehmen, das er gemeinsam mit Alexander Moosbrugger hat, entwickelt Unterkonstruktionssysteme für PV-Fassaden und habe sich seit der Gründung 2023 jedes Jahr verdoppelt. Umsatzziel heuer seien vier Millionen Euro.

Seine Beteiligungen folgen dabei einer klaren Logik. Immobilien bilden das Fundament, Bau- und Energielösungen ergänzen die Wertschöpfung. Diese Logik zeigt sich auch bei der Wahl seiner Partner.

Beim Hotel MaMa ist – wie bereits beim Velotique Hotel Angelika in Hard – der ehemalige Radprofi Matthias Brändle mit an Bord. “Wir kennen uns seit 20 Jahren. Er arbeitet bei Formart im Bereich Althaussanierung. Als ich ihm das Projekt in Hard vorgestellt habe, war er sofort begeistert”, erzählt Hehle.

Ein Partner und fifty-fifty
Das Prinzip dahinter zieht sich durch alle Beteiligungen. “Es ist immer ein Partner mit an Bord und wir haben eine 50:50-Aufteilung. Jeder bringt unterschiedliche Stärken ein. Bei mir ist es der betriebswirtschaftliche Hintergrund mit Schwerpunkt Finanzierung und Marketing. Ich bin dabei aber nicht operativ tätig, sondern strategisch.” Darin sieht er auch den Schlüssel, mehrere Projekte parallel begleiten zu können.

Beim Thema Finanzierung verfolgt er dabei einen bewusst konservativen Ansatz. “Ich bin ein konservativer Vorarlberger”, sagt er. Hohe Eigenkapitalquoten, langfristige Kreditlaufzeiten und ein hoher Anteil an Fixzinsfinanzierungen seien für ihn zentrale Voraussetzungen. “Unser Ziel ist bei jedem Projekt, innerhalb kurzer Zeit cashflow-positiv zu sein.”

Für die kommenden Jahre steht weiteres Wachstum auf dem Plan. In Vorbereitung befinden sich ein Ferienapartment-Projekt in Gaschurn, ein Chalet-Projekt neben dem Hotel Schönblick in Eichenberg sowie der weitere Ausbau des Hotel MaMa.

Auch zusätzliche Hotelprojekte in der Bodenseeregion stehen auf seiner Wunschliste. “Aktuell haben wir 200 Betten, unser Ziel bis Ende 2027 sind 400 Betten.” Gesucht würden vor allem Betriebe mit 50 bis 120 Betten und Sanierungsbedarf. Darüber hinaus interessieren ihn Zinshäuser sowie Wohn- und Geschäftshäuser in Bregenz.

“Ich glaube an den Bodenseeraum und möchte etwas schaffen, das langfristig gut für die Region ist.” Mit seinem Weg möchte Hehle auch andere motivieren. “Ich möchte der jungen Generation zeigen, dass es erstrebenswert ist, unternehmerisch tätig zu sein.”