Bodensee-Aussichtsberg: Heuer keine Seilbahn und danach Schluss mit Einheimischenrabatt

Zirka fünfzig Kilometer von der Vorarlberger Grenze entfernt ist es “der” Panoramaberggipfel, der heuer nur zu Fuß erreichbar ist. Die Seilbahn wird neu gebaut, und die wird für Schweizer empfindlich teurer.
Schwägalp, Wolfurt Die Säntis-Schwebebahn mit der Talstation in Schwägalp verzeichnet jährlich rund 500.000 Gäste, darunter viele Vorarlberger. Exakte Zahlen dazu gebe es aber nicht, heißt es seitens der Säntis-Schwebebahn AG. Heuer wird die Bilanz aber komplett anders aussehen. Denn in den nächsten Monaten ist der Berg nur per pedes zu erklimmen. Die Bahn macht Pause und kommt geplant erst wieder im Spätherbst in die Gänge.
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Der insbesondere im Sommer und Herbst besuchte 2500 Meter-Gipfel im Alpstein-Gebirge bietet ob seiner exponierten Lage bei guten Wetterverhältnissen einen einzigartigen Blick in sechs Länder: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich. Und natürlich sieht man vom Gipfel den Bodensee in seiner ganzen Pracht. Wer das jetzt erleben will, muss wandern, statt in wenigen Minuten dem Gipfel entgegenzuschweben.
Die bestehende Säntis-Seilbahn, die 1973 in Betrieb ging und immer wieder auf den neuesten Stand gebracht wurde, wird derzeit vom Seilbahnbauer Doppelmayr Garaventa mit Hauptsitz in Wolfurt durch eine neue Anlage ersetzt. “Das System basiert auf modernster Seilbahntechnologie und ist auf hohe Betriebssicherheit und verbesserte Verfügbarkeit ausgelegt”, informiert das Tourismusunternehmen.
Nur noch eine Stütze
Das Projekt “Säntis 2026”, das mit insgesamt 22,7 Millionen Franken budgetiert ist, umfasst die Modernisierung der Seilbahnanlage, den Bau einer neuen Zwischenstütze und Änderungen an den Stationen. Das Antriebssystem an der Talstation besteht aus einem Hauptantrieb und einem Notantrieb. Dadurch sei ein eingeschränkter Betrieb weiterhin möglich, selbst wenn einzelne Komponenten ausfallen, informiert die Seilbahngesellschaft. Mitte Juni wurden die ausgedienten Kabinen “offiziell” verabschiedet und werden künftig in Uttwil am Bodensee Raum “für Gastroerlebnisse der besonderen Art” sein, der auch Menschen mit Höhenangst den Aufenthalt in einer Seilbahngondel möglich macht. Seit der Jahrtausendwende standen die zwei Kabinen im Einsatz.
Vor Kurzem wurde der rund 55 Meter hohe Baukran mit 35 m Ausleger unterhalb des Säntisgipfels für die Errichtung der 43 Meter hohen Mittelstütze der neuen Bahn aufgestellt. Insgesamt waren 17 Rotationen erforderlich, um die einzelnen Teile zur Stütze zu fliegen. Eine Attraktion für zahlreiche “Baustellengucker”, der in diesem Sommer weitere folgen werden.
Schluss mit Vorfreude
Doch nun sorgte die Betreibergesellschaft für ein abruptes Ende der guten Stimmung. Während nämlich ausländische Gäste – also auch die Vorarlberger oder süddeutschen Gäste – schon bisher ordentlich zur Kasse gebeten werden, ist es nun auch für die Schweizer Schwebebahnfahrer aus mit dem Einheimischentarif. Für die neue Bahn werden die Preise vereinheitlicht: Nun kostet eine Berg- und Talfahrt für jede und jeden 50 Franken. Geschäftsführer Jakob Gülünay verteidigt den Entscheid gegenüber dem St. Galler Tagblatt. “Wir lösen ein System ab, das bisher unterschiedliche Preise geschaffen hat. Das hat Auswirkungen, auch für unsere regionalen Gäste. Das sagen wir offen.” Offen sagen auch die Schweizer, was sie davon halten – in den sozialen Medien machen Hunderte Menschen ihrem Unmut Luft.