Und dann sang Toni Innauer noch “Vo Mello …”

Spezielle Schweizer Reisegruppe war von ihrem Kurztrip in den Bregenzerwald “überwältigt”.
Mellau, Bezau “Wir nehmen die nächste Bahn …”, änderte Firmenchef Christian Jordi im Panorama-Restaurant auf Bezau-Baumgarten gutgelaunt und spontan den Zeitplan für den Abschluss eines ungewöhnlichen Ausflugs seines Teams in den Bregenzerwald. Und die aus dem Fußball wohlbekannte “Nachspielzeit” durfte man wörtlich nehmen, denn Toni Innauer, der schon zuvor mit seinem spannenden Referat den Zeitrahmen überzogen hatte, “spielte” buchstäblich. Er legte noch eines drauf, griff sich kurzerhand die Gitarre und gab mit dem Wäldar Klang zwei Nummern zum Besten – den Hansi-Hinterseer-Marsch und – natürlich – “Vo Mello bis ge Schoppernau …”

“Wir nehmen vieles mit …”
Wenngleich die Zuhörer nicht jedes Wort im Wälder Dialekt verstanden – es war für sie genau der Abschluss ihrer Bregenzerwald-Reise, der die zwei Tage “im Wald” quasi als bleibende Erinnerung abspeicherte. “Das war auch meine Absicht”, beeilte sich ein rundum zufriedener Christian Jordi zu betonen, denn “es sollte nicht nur ein gemütlicher Ausflug sein, wir wollten dabei auch neue Erfahrungen sammeln – und ich kann sagen, wir nehmen einiges mit nach Hause”.

Belohnung und Ansporn
Der Kurzurlaub, so verriet der Versicherungs-Generalagent aus Burgdorf, einer Stadt mit gut 17.000 Einwohnern im Verwaltungskreis Emmental, Kanton Bern, sollte mehr sein als ein gewöhnlicher Ausflug: “Zum einen war es eine Art Belohnung für die knapp 50-köpfige Belegschaft, die im abgelaufenen Geschäftsjahr, dem 35. unserer Firmengeschichte, das Umsatzziel erreicht hat, zum anderen wollten wir neue Erfahrungen sammeln, etwas dazulernen und mitnehmen.”

Für dieses “Dazulernen” war in erster Linie Toni Innauer mit einem außergewöhnlichen Referat verantwortlich. “Bei der Seilbahnfahrt seid ihr über mein Elternhaus geschwebt, ich bin dort nicht nur aufgewachsen, ich bin dort sogar geboren”, weckte er gleich die volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Beim Springen über dortige Hütten hätte er früh und ungewöhnlich Bekanntschaft mit dem Sprunglauf gemacht, und sein Ehrgeiz, besser zu sein als die anderen – vor allem besser als sein Bruder und später besser als sein größter Rivale Karl Schnabl – war die wichtigste Triebfeder für seinen Weg zum Olympiasieg 1980. “Wer von euch hat damals schon gelebt … ?” fragte er schmunzelnd in die Runde, um nach Schilderung spannender Episoden aus seiner aktiven Zeit den Bogen vom Sport zu seiner späteren, nicht minder erfolgreichen Karriere als Trainer, Sportdirektor, Berater, Seminartrainer, freier Autor oder Journalist zu spannen. Resümee: Was im Sport zum Erfolg führt, funktioniert auch im Beruf und anderen Bereichen. Wichtig ist dabei, die Balance zu finden – “im Team ist man mehr als der Einzelne, in gewissen Momenten muss man sich aber ganz auf sich fokussieren.”

Völlig anderes Terrain
Der Ausflug der Schweizer Gäste erfuhr seinen Höhepunkt mit dem Innauer-Referat und einer Kässpätzlepartie auf Baumgarten, begonnen hat er am Vortag ganz anders: In Nazes Hus in Mellau überraschte Koch Engelbert Kaufmann mit kulinarischen Wälder Spezialitäten, Hausherr Albert Hager brachte Interessierten sein behutsam restauriertes Haus – das wohl älteste der Gemeinde und das einzige, das unter Denkmalschutz steht – näher und Landwirt Markus Metzler, der in Schwarzenberg knapp ein Dutzend Kühe und über 100 Ziegen und Kitze hält, hatte auf dem Parkplatz seine kleine mobile Sennerei aufgebaut, um den Gästen aus dem Emmental zu demonstrieren, wie man im Bregenzerwald Schnittkäse sennt. STP















