Und dann sang Toni Innauer noch “Vo Mello …”

VN / 11.05.2026 • 11:41 Uhr
Mit seinem Referat „Über die Hintertreppe zum Team-Player“ begeisterte Toni Innauer seine Zuhörer. Einer seiner wichtigsten Grundsätze: Auf seinem Weg auf den Olymp habe er als elementar gelernt: „Im Team ist man mehr als der Einzelne.“   
Mit seinem Referat “Über die Hintertreppe zum Team-Player” begeisterte Toni Innauer seine Zuhörer. Einer seiner wichtigsten Grundsätze: Auf seinem Weg auf den Olymp habe er als elementar gelernt: “Im Team ist man mehr als der Einzelne.” peter strauss

Spezielle Schweizer Reisegruppe war von ihrem Kurztrip in den Bregenzerwald “überwältigt”.

Mellau, Bezau “Wir nehmen die nächste Bahn …”, änderte Firmenchef Christian Jordi im Panorama-Restaurant auf Bezau-Baumgarten gutgelaunt und spontan den Zeitplan für den Abschluss eines ungewöhnlichen Ausflugs seines Teams in den Bregenzerwald. Und die aus dem Fußball wohlbekannte “Nachspielzeit” durfte man wörtlich nehmen, denn Toni Innauer, der schon zuvor mit seinem spannenden Referat den Zeitrahmen überzogen hatte, “spielte” buchstäblich. Er legte noch eines drauf, griff sich kurzerhand die Gitarre und gab mit dem Wäldar Klang zwei Nummern zum Besten – den Hansi-Hinterseer-Marsch und – natürlich – “Vo Mello bis ge Schoppernau …”

Jakob Bechstein serviert das Wälder Traditionsmenü Kässpätzle in der Gebse, Toni Innauer und Wäldar Klang sorgten für exklusive „Tischmusik“.
Jakob Bechstein serviert das Wälder Traditionsmenü Kässpätzle in der Gebse, Toni Innauer und Wäldar Klang sorgten für exklusive “Tischmusik”.

“Wir nehmen vieles mit …”

Wenngleich die Zuhörer nicht jedes Wort im Wälder Dialekt verstanden – es war für sie genau der Abschluss ihrer Bregenzerwald-Reise, der die zwei Tage “im Wald” quasi als bleibende Erinnerung abspeicherte. “Das war auch meine Absicht”, beeilte sich ein rundum zufriedener Christian Jordi zu betonen, denn “es sollte nicht nur ein gemütlicher Ausflug sein, wir wollten dabei auch neue Erfahrungen sammeln – und ich kann sagen, wir nehmen einiges mit nach Hause”.

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte: Das Programm, das den Gästen aus der Schweiz geboten wurde, riss sie buchstäblich von Bänken und Stühlen.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Das Programm, das den Gästen aus der Schweiz geboten wurde, riss sie buchstäblich von Bänken und Stühlen.

Belohnung und Ansporn

Der Kurzurlaub, so verriet der Versicherungs-Generalagent aus Burgdorf, einer Stadt mit gut 17.000 Einwohnern im Verwaltungskreis Emmental, Kanton Bern, sollte mehr sein als ein gewöhnlicher Ausflug: “Zum einen war es eine Art Belohnung für die knapp 50-köpfige Belegschaft, die im abgelaufenen Geschäftsjahr, dem 35. unserer Firmengeschichte, das Umsatzziel erreicht hat, zum anderen wollten wir neue Erfahrungen sammeln, etwas dazulernen und mitnehmen.”

Für Gäste, die auch die Gegend ein wenig erkunden wollten, stand sogar Berg- und Wanderführer Charly Sohler (links) zur Verfügung.
Für Gäste, die auch die Gegend ein wenig erkunden wollten, stand sogar Berg- und Wanderführer Charly Sohler (links) zur Verfügung.

Für dieses “Dazulernen” war in erster Linie Toni Innauer mit einem außergewöhnlichen Referat verantwortlich. “Bei der Seilbahnfahrt seid ihr über mein Elternhaus geschwebt, ich bin dort nicht nur aufgewachsen, ich bin dort sogar geboren”, weckte er gleich die volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Beim Springen über dortige Hütten hätte er früh und ungewöhnlich Bekanntschaft mit dem Sprunglauf gemacht, und sein Ehrgeiz, besser zu sein als die anderen – vor allem besser als sein Bruder und später besser als sein größter Rivale Karl Schnabl – war die wichtigste Triebfeder für seinen Weg zum Olympiasieg 1980. “Wer von euch hat damals schon gelebt … ?” fragte er schmunzelnd in die Runde, um nach Schilderung spannender Episoden aus seiner aktiven Zeit den Bogen vom Sport zu seiner späteren, nicht minder erfolgreichen Karriere als Trainer, Sportdirektor, Berater, Seminartrainer, freier Autor oder Journalist zu spannen. Resümee: Was im Sport zum Erfolg führt, funktioniert auch im Beruf und anderen Bereichen. Wichtig ist dabei, die Balance zu finden – “im Team ist man mehr als der Einzelne, in gewissen Momenten muss man sich aber ganz auf sich fokussieren.”

Volles Haus im Panorama-Restaurant auf Baumgarten, wo nach ein paar Tagen Revisionspause längst vom Winterbetrieb auf Sommer umgestellt wurde.
Volles Haus im Panorama-Restaurant auf Baumgarten, wo nach ein paar Tagen Revisionspause längst vom Winterbetrieb auf Sommer umgestellt wurde.

Völlig anderes Terrain

Der Ausflug der Schweizer Gäste erfuhr seinen Höhepunkt mit dem Innauer-Referat und einer Kässpätzlepartie auf Baumgarten, begonnen hat er am Vortag ganz anders: In Nazes Hus in Mellau überraschte Koch Engelbert Kaufmann mit kulinarischen Wälder Spezialitäten, Hausherr Albert Hager brachte Interessierten sein behutsam restauriertes Haus – das wohl älteste der Gemeinde und das einzige, das unter Denkmalschutz steht – näher und Landwirt Markus Metzler, der in Schwarzenberg knapp ein Dutzend Kühe und über 100 Ziegen und Kitze hält, hatte auf dem Parkplatz seine kleine mobile Sennerei aufgebaut, um den Gästen aus dem Emmental zu demonstrieren, wie man im Bregenzerwald Schnittkäse sennt. STP  

„Dienstbesprechung“ vor dem gemeinsamen Auftritt: „Probe? – Ist nicht nötig, das schaffen wir auch so . . .“
“Dienstbesprechung” vor dem gemeinsamen Auftritt: “Probe? – Ist nicht nötig, das schaffen wir auch so …”
Schindeler Albert Hager erläuterte Nazes Hus, das er in Tausenden Stunden restaurierte und dabei auch die interessante Kombination von Stein- („Achbollen“) und Holzkonstruktion bewahrte.
Schindeler Albert Hager erläuterte Nazes Hus, das er in Tausenden Stunden restaurierte und dabei auch die interessante Kombination von Stein- (“Achbollen”) und Holzkonstruktion bewahrte.
Wälder Klang – Arnold Bechter, Norbert Moosbrugger und Peter Willi, auf dem Bild mit Wirtin Christiane unter dem Adler in Nazes Hus – begleiteten die Schweizer Reisegruppe „Vo Mello bis uf Baumgarten“ . . .
Wälder Klang – Arnold Bechter, Norbert Moosbrugger und Peter Willi, auf dem Bild mit Wirtin Christiane unter dem Adler in Nazes Hus – begleiteten die Schweizer Reisegruppe “Vo Mello bis uf Baumgarten” …
Die Wälder Koch-Legende Engelbert Kaufmann ist zwar längst in Pension, bei speziellen Events steht er aber immer wieder mit Freude am Herd.   
Der Wälder Koch Engelbert Kaufmann ist zwar längst in Pension, bei speziellen Events steht er aber immer wieder mit Freude am Herd.
Markus Metzler sennte auf dem Parkplatz von Nazes Hus mit seinem mobilen Sennkessi Schnittkäse. Bis zur Abreise der Gäste war ein kleiner Laib fertig und - alles andere als negativ gemeint -
Markus Metzler sennte auf dem Parkplatz von Nazes Hus mit seinem mobilen Sennkessi Schnittkäse. Bis zur Abreise der Gäste war ein kleiner Laib fertig und – alles andere als negativ gemeint – “im Eimer” …
Und dann sang Toni Innauer noch "Vo Mello …"
“Gondel voll!” war stundenlang Standardanzeige. Die Bezauer Seilbahn war an diesem Traumtag “im Dauerbetrieb” – zu Mittag absolvierte sie schon ihre zwölfte Fahrt und die Warteschlange reichte bis auf den Parkplatz der Talstation.
Auch Christian Jordi, Chef der Generalagentur Bergdorf, die Teil der Versicherungsgesellschaft „die Mobilar“ mit rund 7.000 Mitarbeitenden ist, nahm Toni Innauers „Ein neues Leben – vom guten Vorsatz zur täglichen Gewohnheit“ mit nach Hause.   
Auch Christian Jordi, Chef der Generalagentur Burgdorf, die Teil der Versicherungsgesellschaft “die Mobiliar” mit rund 7.000 Mitarbeitenden ist, nahm Toni Innauers “Ein neues Leben – vom guten Vorsatz zur täglichen Gewohnheit” mit nach Hause.
Stimmungsmacher Peter Willi ließ es mit seinen Kollegen vom Wäldar Klang „hoch hergehen . . .“
Stimmungsmacher Peter Willi ließ es mit seinen Kollegen vom Wäldar Klang “hoch hergehen …”
Eben noch in Nazes Hus – jetzt auf der Terrasse des Panorama-Restaurants auf Baumgarten - Wäldar Klang.   
Eben noch in Nazes Hus – jetzt auf der Terrasse des Panorama-Restaurants auf Baumgarten – Wäldar Klang.
„Hochfliegend“ war nicht nur das Programm für den „Studien-Ausflug“ der Reisegruppe aus der Schweiz, diese konnte auch ganze Schwärme von Paragleitern bestaunen, die bei Traumwetter auf Baumgarten kamen, um ihre Kreise zu ziehen.
“Hochfliegend” war nicht nur das Programm für den “Studien-Ausflug” der Reisegruppe aus der Schweiz, diese konnte auch ganze Schwärme von Paragleitern bestaunen, die bei Traumwetter auf Baumgarten kamen, um ihre Kreise zu ziehen.
Seinen Vortrag „unterlegte“ der Bezauer Olympiasieger nicht nur mit Siegerbildern aus seiner Karriere, voll stolz zeigte er auch ein frühes Erfolgserlebnis: Als er mit seiner Familie zum Pilze-Sammeln ausrückte, fand er den größten Pilz . . .
Seinen Vortrag “unterlegte” der Bezauer Olympiasieger nicht nur mit Siegerbildern aus seiner Karriere, voll Stolz zeigte er auch ein frühes Erfolgserlebnis: Als er mit seiner Familie zum Pilzesammeln ausrückte, fand er den größten Pilz …
Der Seminarraum auf Baumgarten war eine ideale Bühne für den Höhepunkt der „Studien-Reise“ der Gäste aus der Schweiz.
Der Seminarraum auf Baumgarten war eine ideale Bühne für den Höhepunkt der “Studien-Reise” der Gäste aus der Schweiz.
Und dann sang Toni Innauer noch "Vo Mello …"
“1976 habe ich es noch jämmerlich vergeigt und wurde nach überlegener Führung nach dem ersten Durchgang am Ende nur Zweiter, den Olympiasieg habe ich dann vier Jahre später – 1980 – geholt. Wer von euch hat da schon gelebt …?”
Olympiasieger Toni Innauer „Hausherr vom Bezauer Panoramaberg“ hatte nicht nur ein interessantes Referat zu bieten, sondern auch seine Bücher, die er vor Ort mit Widmung signierte, mitgebracht.   
Olympiasieger Toni Innauer, “Hausherr vom Bezauer Panoramaberg”, hatte nicht nur ein interessantes Referat zu bieten, sondern auch seine Bücher, die er vor Ort mit Widmung signierte, mitgebracht.
Restaurantleiter Jakob Bechstein und sein Team verwöhnten die Gäste aus der Schweiz im Panorama-Restaurant kulinarisch.
Restaurantleiter Jakob Bechstein und sein Team verwöhnten die Gäste aus der Schweiz im Panorama-Restaurant kulinarisch.
Toni Innauer, spontan für zwei Stücke
Toni Innauer, spontan für zwei Stücke “vierter Mann” beim Wäldar Klang: “Konzepte, die im Sport zum Erfolg führen, sind auch in der Wirtschaft ein Erfolgsrezept.”