Wohnen im Schloss: Bregenzer Wahrzeichen steht zum Verkauf

Eines der bekanntesten Bregenzer Gebäude ist auf dem Markt. Für das Schloss aus dem 14. Jahrhundert will der Eigentümer einen zweistelligen Millionenbetrag.
Bregenz Die vergangenen Jahre ist es ruhig geworden um den Ansitz in Panoramalage. Doch die Geschichte der wohl einmaligen Immobilie hat schon vieles erlebt in über 600 Jahren. Zahlreiche Freiherren, Landvögte und angesehene Bürger waren Hausherren bevor es 1989 Ernst und Gerti Huber zu einem noblen Restaurant und Hotel umbauten. Der gefeierte Koch bekochte nicht nur die gesamte Festspielprominenz, auch für Gourmets aus der ganzen Welt war ein Besuch etwas besonderes. Fortgeführt wurde es von Sohn Heino Huber, der wie sein Vater ebenfalls für seine Fertigkeiten am Herd mit der begehrten Gault-Millau-Auszeichnung “Koch des Jahres” geehrt wurde. Ab Jahresbeginn 2015 blieb der Herd kalt.

Nach der Insolvenz des noblen Betriebes übernahm der frühere 50 Prozent-Eigentümer Deuring Schlössle Immobilien GmbH das Unternehmen. Das Versprechen der Eigentümer, das Haus als Restaurant und Hotel weiterzuführen, blieb indes unerfüllt. Es wurde zum privaten Wohnhaus des Hausbesitzers. Und der will jetzt offensichtlich nicht mehr im Schloss wohnen.
Bregenzer Sehenswürdigkeit
Das Deuringschlössle steht zum Verkauf. Die Vorarlberger Dependance des international tätigen Immobilienmaklers Engel und Völkers bietet die einmalige und geschichtsträchtige Immobilie, die in den vergangenen Jahren eine gründliche Neuinterpretation zum Wohnhaus erfahren hat, an. Es ist wohl die exklusivste Immobilie, die man in der Landeshauptstadt derzeit erwerben kann. Das denkmalgeschützte Gebäude bietet 1450 Quadratmeter exklusive Wohnfläche. Der große Wohn- und Essbereich ist mit hochwertigem Parkett ausgestattet, auch die Haustechnik wurde vollständig erneuert. Neben 15 Zimmern stehen künftigen Eigentümern 15 Zimmer und ein privater Innenhof zur Verfügung. Das Grundstück des Schlosses hat 671 Quadratmeter, heißt es bei Engel und Völkers.
Wer künftig Schlossherrin oder Schlossherr sein will, sollte allerdings ein prall gefülltes Portemonnaie haben. Das bewohnbare Denkmal schlägt mit 16,3 Millionen Euro zu Buche, wie der Premium-Immobilienmakler informiert. Gerechnet wird mit Interesse nicht nur am Vorarlberger Markt, sondern auch international. Denn das Schloss bietet auch eine unverbaubare Aussicht auf den Bodensee und ist und bleibt eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Festspielstadt. Was ähnliches werde man nicht finden, ist man bei Engel und Völkers überzeugt. Ob neue Eigentümer allerdings wieder einen Hotel- und Restaurantbetrieb etablieren, ist mehr als ungewiss.