Milliarden-Börsenkonzern kauft Innovation und eröffnet Standort in Dornbirn

Börsennotierter Technologiekonzern kauft Entwicklung und lässt sich im Land nieder. Verkäufer und Mitarbeiter bleiben an Bord und entwickeln Innovation weiter.
Dornbirn, Galway (Irland) Wenn es eines Beweises für die Innovationskraft und die Leistungsfähigkeit von Vorarlberger Technologieunternehmen bedarf, dann ist kurz nach dem international aufsehenerregenden Kauf der Dornbirner Firma Photeon Technologies dieser Transfer das nächste Beispiel dafür. Denn eines der weltweit führenden Technologieunternehmen im Bereich Konnektivität hat nun ebenfalls eine in Vorarlberg entwickelte Technologie übernommen und eröffnet für die Produktion auch einen Standort in Vorarlberg.
90.000 Mitarbeiter
TE Connectivity beschäftigt mehr als 90.000 Mitarbeitende, darunter rund 10.000 Ingenieurinnen und Ingenieure, die in rund 140 Ländern Innovationen im Bereich Konnektivität vorantreiben und natürlich vertreiben. Das an der New York Stock Exchange zugelassene und im Aktienindex S&P 500 vertretene Unternehmen hatte es in den vergangenen Jahren wie die gesamte globale Industrie nicht gerade einfach. Doch die am 22. Juli veröffentlichten Zahlen im dritten Geschäftsquartal (Q3) haben die Erwartungen von Analysten und Aktionären deutlich übertroffen. Die Marktkapitalisierung von TE Connectivity liegt aktuell bei über 53 Milliarden Euro.

An diesen Weltkonzern hat die Henn Connector Group mit Sitz in Dornbirn nun ihr Kunststoff-Fluid-Line-Geschäft verkauft, wie das Unternehmen informiert. Dieser Henn-Geschäftsbereich umfasst Kunststoffkupplungen für Fluidanwendungen in der Automobilindustrie. Der Abschluss werde bis Ende August 2026 erwartet. Mit diesem Schritt schaffe Henn die Voraussetzungen, um die in den vergangenen Jahren entwickelten Technologien und Produktlösungen in einem globalen Umfeld weiter zu skalieren. TE Connectivity wird die übernommenen Technologien und Produkte künftig unter dem Namen “Henn Fluid Line” innerhalb seines globalen Produktportfolios positionieren. Und: Henn bleibt weiter an Bord und wird in den nächsten Jahren intensiv die Weiterentwicklung der Produkte begleiten.
Mitarbeiter werden übernommen
Mit dem Vollzug der Transaktion wechseln die Mitarbeitenden des betroffenen Geschäftsbereichs zu TE Connectivity. Der Weltkonzern werde einen neuen Standort in Dornbirn eröffnen, heißt es seitens der beiden Vertragspartner, die, wie bei solchen Transaktionen üblich, über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart haben.
Mit dem neuen Eigentümer erhalte dieser Bereich ein internationales Umfeld, in dem die bei Henn entwickelten Lösungen global weiter skaliert werden können, so Henn-Chef Martin Ohneberg. Gleichzeitig schaffe dieser Schritt für Henn die Voraussetzungen, seine Ressourcen noch gezielter auf die strategischen Wachstumsfelder der Gruppe auszurichten, erklärt er weiter. “Die Zukunft des Fahrzeugs wird durch hochintegrierte Systeme definiert”, erklärt auch Matthias Lechner, Senior Vice President Business Development bei TE Connectivity. “Mit diesem Schritt erweitern wir unser Portfolio gezielt in Richtung intelligenter Gesamtlösungen, die elektrische Konnektivität, Datenübertragung sowie Luft- und Fluidmanagement in einem gemeinsamen Architekturansatz verbinden.”

Für Henn sei die Transaktion zugleich ein wesentlicher Schritt in der strategischen Fokussierung. Künftig werde das international aufgestellte Dornbirner Unternehmen seine Kompetenzen im Bereich hochwertiger Metall-Schnellkupplungen weiter stärken und die Entwicklung innovativer Verbindungslösungen außerhalb der klassischen Automobilindustrie gezielt vorantreiben. Im Fokus stehe dabei der Megatrend Thermomanagement: überall dort, wo steigende elektrische Leistungen zuverlässige und effiziente Verbindungstechnologien erfordern.