Nach mehreren Insolvenzen von Immo-Unternehmer: Neue Firma in Liechtenstein

Markt / 20.08.2026 • 17:49 Uhr
Neubaupläne Gasthaus Schendlingen: Lokalaugenschein mit Mario Kmenta - aktuelle Bilder
Ein Blick in die Zukunft? Während mehrere Unternehmen im “Kmenta-Reich” insolvent sind, gibt es etliche Projekte, die bislang nur als Pläne zu glänzen vermögen. VN/Mayer

Gleich vier Insolvenzen mit Bezug zum Bregenzer Immo-Unternehmer innert weniger Tage. Der betroffene Unternehmer ist auch in Deutschland tätig. Und seit Jänner auch in Liechtenstein.

Bregenz, Kottingbrunn Im niederösterreichischen Kottingbrunn herrscht Ruhe. Dass einer der Bürger andernorts derzeit für Aufregung sorgt, ist in der Marktgemeinde im Bezirk Baden nicht wirklich bekannt. Nur am Bezirksgericht Baden weiß man jetzt, dass Mario Kmenta persönlich offiziell pleite ist. Kmenta hat seinen Hauptwohnsitz in der niederösterreichischen Gemeinde, seine Geschäfte verfolgt er in Bregenz. Hauptsächlich. Denn erst am 28. Jänner 2026 wurde in Liechtenstein die NextTerra Capital Partners gegründet. Geschäftsführer ist “für alle Unternehmensangelegenheiten” Mario Kmenta.

Große Baustellen

Denn der Immobilienkaufmann hat auch andernorts große Baustellen, die ihm Sorge bereiten, wie ein Blick auf das Insolvenzgeschehen zeigt. Angefangen hat die aktuelle Pleitewelle – und davon kann man inzwischen sprechen – mit einer Pfändungsanzeige, öffentlich sichtbar beim Büro Kmenta und Partner in der Kirchstraße in Bregenz, der Oberbank, die von Kmenta 500.000 Euro aus der Insolvenz der Klosterhof Kirchheim GmbH & Co KG fordert. Schon zuvor eröffnete das Vorarlberger Landesgericht ein Konkursverfahren gegen die KSM Gastro-Service GmbH als Betreiberin der “Vincent Bar” in Bregenz, Geschäftsführer und Gesellschafter: Mario Kmenta. Die Höhe der Verbindlichkeiten gab er mit 250.000 Euro an. Die Trivium GmbH, die auch in Vorarlberg unter diesem Namen in den Markt eintrat und deren Gesellschafter Kmenta bis heute mit 21,4047 Prozent ist, hat selbst und in mehreren ihr verbundenen Unternehmen mit Insolvenzen in Millionenhöhe zu kämpfen.

Nach mehreren Insolvenzen von Immo-Unternehmer: Neue Firma in Liechtenstein
Kmenta & Partner, inzwischen im Eigentum von Ingrid Kmenta, setzte von Anfang an auf Sport: sei es bei den Bregenzer Handballern oder beim Golfclub Lindau Bad Schachen. FA/Mathis

Nach der öffentlich angeschlagenen Exekution Anfang Juli nahm das Insolvenzkarussell auch in Vorarlberg Fahrt auf. Vor knapp zehn Tagen ist am Bezirksgericht Dornbirn über den Immobilienunternehmer Christoph Breuß ein Schuldenregulierungsverfahren eröffnet worden. Breuß nennt im Rahmen des Privatkonkurses Verbindlichkeiten in Höhe von 11,3 Millionen Euro. Zuvor war er äußerst aktiv und hat sich aus einer ganzen Reihe von Firmen zurückgezogen, darunter auch jenen, die er zusammen mit Kmenta besaß bzw. führte. Eine Woche später wählte auch Kmenta die Strategie seines Geschäftspartners und beantragte, weit weg von seiner Wirkungsstätte Vorarlberg, eben am Bezirksgericht Baden auf eigenen Antrag ein Schuldenregulierungsverfahren. Die unbesicherten Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 3,28 Millionen Euro. Zusätzlich läuft ein Exekutionsverfahren der Bendura Bank AG aus Liechtenstein gegen Kmenta über mehr als 991.000 Euro.

Rege Aktivitäten in Deutschland

Nur einen Tag später wurde auf eigenen Antrag ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über die Leopold Immobilien GmbH in Dornbirn eröffnet. Geschäftsführer und indirekter Miteigentümer des Unternehmens ist Mario Kmenta. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro. Kmenta, das zeigen Recherchen der VN und das ist in der Branche bekannt, ist auch in Deutschland umtriebig. So ist oder war Kmenta (so genau kann man das bei den derzeitigen Aktivitäten nicht sagen) in Deutschland entweder Gesellschafter oder in führender Position u. a. bei den Firmen M2 Immobilienentwicklungs GmbH, KPW Germany GmbH, td Services, Schönbühl Immobilien GmbH & Co KG, Bodensee Wohnservice GmbH, die eine Seniorenresidenz am Golfplatz zur “Lodge” machte, engagiert.

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Eines der ersten Projekte, die Mario Kmenta präsentierte: Die Villa Schwerzenbach in Bregenz ist bis heute kein Appartementhotel.VN

In Liechtenstein hat Kmenta mit der Bendura Bank nicht nur einen Gläubiger, der knapp eine Million Euro fordert, sondern auch einen neuen Job. Als Geschäftsführer der am 28. Jänner 2026 gegründeten NextTerra Capital Partners empfiehlt er diese als “international aktiver Immobilienberater für Institutionen, Family Offices und vermögende Privatpersonen”. Und weiter: “Gemeinsam mit einem Netzwerk internationaler Partner finden wir Lösungen für jede Situation.” Große Worte: Auf diese Lösungen der aktuellen Situation sind Gläubiger wie Öffentlichkeit gespannt.