Elko König: Jetzt steht fest, wie viele Mitarbeiter gehen müssen

Markt / 24.08.2026 • 16:08 Uhr
Elko König: Jetzt steht fest, wie viele Mitarbeiter gehen müssen
Der Maschinenpark von Elko König wurde und wird an den neuen Standort im Kunert-Areal verlegt, wo künftig produziert und entwickelt wird.VN/paulitsch

Traditionsunternehmen kämpft seit Jahren um Restrukturierung und baute dabei kontinuierlich Mitarbeiter ab. Wie und ob es weitergeht?

Rankweil Elko-König-Geschäftsführer Dieter Angerer meldete Ende Juli alle rund 180 Mitarbeiter des Rankweiler Motorkomponenten-Herstellers beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung an. Die Firma, betonte Angerer, werde aber nicht alle Mitarbeiter kündigen. Die Vorgangsweise, also die Anmeldung der gesamten Belegschaft zur Kündigung, sei notwendig, um allen Vorschriften Genüge zu tun. Der Zeitpunkt für die Anmeldung beim AMS war schwierig – begann doch direkt nach der Mitarbeiterinformation der Betriebsurlaub des Unternehmens. Keine gute Voraussetzung, um sich zu entspannen.

Elko König: Jetzt steht fest, wie viele Mitarbeiter gehen müssen
Dieter Angerer, Geschäftsführer der König GmbH & Co. KG, informiert über die aktuelle Lage beim schwer angeschlagenen Rankweiler Unternehmen. VN/Steurer

Bis nach dem Urlaub, so die Geschäftsführung im Juli, sollten sich die Dinge konkretisieren. Alles ist noch nicht klar. Die Verhandlungen über eine Kooperation mit einem der führenden indischen Industrieunternehmen sind noch nicht wirklich von der Stelle gekommen, wie Geschäftsführer Dieter Angerer im Gespräch mit den VN erklärt. “Die Gespräche sind zäh, aber nicht vorbei”, so der König-Chef, “aber es braucht viel Zeit.” Einfacher geworden seien die Verhandlungen jedenfalls nicht.

Konkrete Zahlen

In Sachen Kündigungen bzw. Arbeitsplatzabbau kann Angerer jetzt seiner Belegschaft konkrete Auskünfte geben. Die lassen 148 Mitarbeiter aufatmen. “Wir haben jetzt für Ende August 32 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet”, erklärt der Sanierungsspezialist, der seit dem 23. Mai 2024 die Geschäftsführung des Unternehmens innehat. Doch man sei intensiv damit beschäftigt, dass man möglichst viele Mitarbeiter halten könne, versichert er. “Wir versuchen, Lösungen zu finden”, erklärt Angerer, “am Ende werden es 25 bis 28 Kündigungen sein”. Ein Lichtblick – allerdings nicht für die Betroffenen, die oft sehr lange bei Elko König beschäftigt sind.

Elko König: Jetzt steht fest, wie viele Mitarbeiter gehen müssen
Betriebsratsobmann Thomas Jutz: “Wir versuchen auch Lösungen für die besonderen Härtefälle zu finden.”FA/Zambanini

Betriebsratsobmann Thomas Jutz bestätigt die Gespräche und die Bemühungen um einen Sozialplan. “Wir versuchen auch Lösungen für die besonderen Härtefälle zu finden”, so Jutz im Gespräch mit den VN über das Ringen um die Arbeitsplätze, die gleichzeitig ein Kampf um den Bestand des Rankweiler Traditionsunternehmens seien. Sowohl mit dem AMS als auch mit der Arbeiterkammer Vorarlberg habe man dafür die Unterstützung durch Experten. Firmenchef Angerer spricht von einer guten und konstruktiven Zusammenarbeit mit AMS und AK. Die Lage für das Unternehmen bleibe schwierig, sagt Angerer mit Hinweis auf die hohen Produktionskosten in Europa und speziell Österreich, die Transformation in der Motorenbranche und die diversen globalen Krisen.

Derzeit ist man bei Elko König mit dem Umzug vom Stammwerk am Rankweiler Carl-König-Platz ins Kunert-Areal beschäftigt, wo künftig die gesamte Produktion stattfinden werde. Die Gießerei, die für den Noch-Standort sprach, gebe es nicht mehr, und die Erhaltung des Gebäudes sei teuer. Am neuen Standort werde man auch den Prototypenbau und die Entwicklung etablieren, die weiterhin das technologische Rückgrat des Unternehmens seien. Und dafür setze man auf die hochqualifizierten Mitarbeiter, “da gibt es ja Berufe, die werden heute gar nicht mehr ausgebildet.”

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Anja Jenner tritt als Prokuristin zurück, kümmert sich weiterhin um die Liegenschaften.VN/steurer

Im Managementteam gibt es nach den Betriebsferien ebenfalls eine entscheidende Veränderung. Anja Jenner, Tochter des Firmengründers und bislang Prokuristin des Unternehmens, hat diese Funktion zurückgelegt. “Ich bin aber weiterhin in der Stiftung tätig und bin Geschäftsführerin der König Liegenschaften GmbH & Co. KG und der König Verwaltungs-GmbH”, so Jenner gegenüber den VN. Außerdem ist Jenner Gesellschafterin der König Privatstiftung. Sie werde die Geschäftsleitung der Firma weiterhin unterstützen, erklärt Angerer. Eine der Aufgaben der König-Tochter wird es wohl langfristig sein, die Liegenschaft am Carl-König-Platz einer neuen Bestimmung oder einem Verkauf zuzuführen.