Die Geschäftsidee für den Familien-Esstisch

Markt / 13.09.2026 • 10:49 Uhr
Die Geschäftsidee für den Familien-Esstisch
Fernanda Mardones und Thomas Metzler kennen als Eltern die Herausforderungen, wenn es um die Essensplanung geht.VN/Paulitsch

“Was essen wir heute?” – Diese Frage wird beim Start-up MioKio zum Spiel für die ganze Familie.

Dornbirn Ein Spielbrett, 120 Karten mit Lebensmitteln und Gerichten und eine App: Mit MioKio wollen die Gründer die Essensplanung in Familien einfacher machen. Das Besondere daran: Nicht die Eltern allein entscheiden, was in der kommenden Woche auf den Tisch kommt, auch die Kinder planen mit.

Die Geschäftsidee für den Familien-Esstisch
Insgesamt sind es 120 verschiedene Spielkarten mit Lebensmitteln und Gerichten.VN/Paulitsch

Die Idee entstand aus einem ganz alltäglichen Familienproblem. Fernanda Mardones, Mutter von zwei Kindern, nahm als Studentin an einem Kurs von Thomas Metzler an der Fachhochschule Vorarlberg teil. Der Professor für Unternehmertum ließ seine Studenten Lösungen für konkrete Alltagsprobleme entwickeln. Bei Mardones war schnell klar: Die wöchentliche Essensplanung in der Familie könnte einfacher werden.

Vom Prototyp zum Produkt

Aus der Idee entstand ein erster Prototyp. “Ich wiederum wollte meinem damals zehnjährigen Sohn Sebastian etwas zum Thema Unternehmertum beibringen und habe ihn deshalb motiviert, an dem Essensplaner mitzuwirken”, erzählt Metzler. Ein Unternehmen daraus zu machen, war zunächst allerdings nicht geplant.

Die Geschäftsidee für den Familien-Esstisch
Fernanda Mardones kam über einen Kurs an der Fachhochschule auf die Idee.VN/Paulitsch

Auch Mardones dachte zunächst nicht an eine Gründung. “Ich bin erst seit acht Jahren in Vorarlberg und stamme ursprünglich aus Chile. Mir fehlten also die Kontakte, um so ein Business zu starten. Alleine hätte ich es nicht geschafft. Aber zusammen war es genau die richtige Entscheidung.”

Aus dem Prototyp wurde schließlich MioKio. Das Prinzip ist einfach: Auf einem Spielbrett werden mit den 120 Karten die Mahlzeiten für die kommende Woche zusammengestellt. Die Kinder können dabei mitentscheiden und lernen gleichzeitig, welche Lebensmittel zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen.

Die Geschäftsidee für den Familien-Esstisch
Das Spiel umfasst den physischen Essensplaner sowie die dazugehörige App.VN/Paulitsch

Farbcodes und Nährwerte

Denn jede Karte enthält neben dem Namen des Lebensmittels oder Gerichts auch Angaben zu Fett, Zucker, Kalorien und Eiweiß. Die Karten sind zudem nach Lebensmittelgruppen farbcodiert: Grün steht für Gemüse, Gelb für Kohlenhydrate und Rot für Eiweiß. Das Spiel ist so aufgebaut, dass sich die täglichen Mahlzeiten grundsätzlich aus diesen drei Gruppen zusammensetzen, mit einem Schwerpunkt auf Gemüse.

Die Geschäftsidee für den Familien-Esstisch
Thomas Metzler ist Professor an der FH Vorarlberg.VN/Paulitsch

Pizza, Nuggets und andere Lieblingsgerichte sind dabei ebenso erlaubt. “Man kann auch Deals machen. Am Sonntag gibt es Pizza, aber dafür am Montag Hühnerfleisch mit Karotten und Reis. Wir wollen nichts verbieten. Wichtig ist, eine Balance zu finden”, sagt Metzler.

Die Geschäftsidee für den Familien-Esstisch
Zusammen haben sie einen Prototypen zu einem Geschäftsmodell entwickelt.VN/Paulitsch

Mit den zusätzlichen Challenge-Karten kann sich die Familie gemeinsam kleine Aufgaben stellen, beispielsweise eine Woche lang auf Fast Food zu verzichten. Der Anspruch: Gesunde Ernährung soll nicht über Verbote vermittelt werden, sondern spielerisch und gemeinsam mit den Kindern.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Einkaufsliste in der App

Ist der Wochenplan fertig, wird er mit dem Smartphone abfotografiert. Die MioKio-App erkennt die geplanten Gerichte und erstellt daraus automatisch eine Einkaufsliste. Damit soll nicht nur die Planung einfacher werden. Auch der Einkauf lässt sich gezielter vorbereiten und Lebensmittelverschwendung vermeiden.

Mittlerweile ist aus dem Projekt ein kleines Team geworden. Metzler kümmert sich um den unternehmerischen Teil, Mardones um das Design. Als IT-Experte ist Oliver Kuchendorf dabei. Und Sebastian, inzwischen elf Jahre alt, bringt weiterhin seine Perspektive ein.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Instagram angezeigt.

Zum Schulstart geht MioKio nun in die nächste Phase. Das Spiel ist ab sofort in 15 Sutterlüty-Filialen erhältlich. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: “Ab dann wird der Alltag wieder strukturierter. Das beinhaltet auch die Essensplanung”, sagt Metzler.

“Wollen es groß machen”

Vorarlberg soll zunächst als Testmarkt dienen. Danach wollen die Gründer den Essensplaner im gesamten deutschsprachigen Raum anbieten. “Wir wollen das groß machen.”