Börsentipp: KI-Boom Rechenzentren

Experte Jürgen Rupp (Raiffeisen Landesbank) über Unternehmen, die davon profitieren werden.
Bregenz Der weltweite KI-Boom löst eine historische Investitionswelle in Rechenzentren aus. Amazon, Microsoft, Alphabet, Meta und Oracle investieren 2026 gemeinsam rund 800 Mrd. US-Dollar in ihre Infrastruktur, im Jahr 2027 dürften die Ausgaben etwa 1100 Mrd. US-Dollar betragen.
Davon profitieren Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, insbesondere Anbieter von Netzwerktechnologien, Kühlungssystemen, Energieinfrastruktur und Lösungen zur dezentralen Stromversorgung. Gefragt sind vor allem Technologien für den schnellen Datenaustausch zwischen KI-Prozessoren, moderne Kühlung sowie eine zuverlässige Energieversorgung.
Ein großer Teil dieser Erwartungen ist jedoch bereits in den Bewertungen dieser Unternehmen enthalten. Besonders dort, wo das Rechenzentrumsgeschäft bislang nur einen kleinen Umsatzbeitrag liefert, die Wachstumsannahmen aber sehr hoch sind, steigt das Enttäuschungspotenzial.
Robuster erscheinen Unternehmen, bei denen sich KI-bedingtes Wachstum bereits heute in Umsatz und Gewinn widerspiegelt. Diese diversifizierten Industrieunternehmen wie Siemens, Schneider Electric oder ABB sind zudem weniger vom weiteren Tempo des Rechenzentrumsbooms abhängig. Langfristig dürften vor allem jene Unternehmen profitieren, die technologische Führungspositionen, steigende Gewinne und nachhaltige Cashflows vorweisen können. Diversifikation bleibt bei diesem Thema jedenfalls ein zentraler Erfolgsfaktor.