Aufschwung lässt warten: Zahl der Arbeitslosen im Land steigt weiter

Markt / 01.10.2026 • 11:27 Uhr
Aufschwung lässt warten: Zahl der Arbeitslosen im Land steigt weiter
Das AMS setzt einen Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildung. Der Lehrstellenmarkt entwickle sich aber im Land gut.AMS/Fotostudio B&G

Besonders Arbeitsplätze in der Vorarlberger Industrie unter Druck. Ohne Ausbildung kaum Chancen auf einen Arbeitsplatz.

Bregenz Die Wirtschaftsentwicklung in Österreich, die im EU-Schnitt deutlich unter jener anderer Mitgliedsländer liegt, zeigt sich weiterhin am Arbeitsmarkt. Sowohl in Österreich als auch in Vorarlberg wächst die Zahl der arbeitslosen Personen weiter. Ende September 2026 waren 11.343 Personen beim Arbeitsmarktservice Vorarlberg als arbeitslos vorgemerkt. Gegenüber dem September des Vorjahres ist das ein Anstieg von 778 Personen oder 7,4 Prozent. “Solange die Konjunktur nicht nachhaltig an Dynamik gewinnt und die betriebliche Nachfrage nach Arbeitskräften verhalten bleibt, ist auch in den kommenden Monaten mit steigender Arbeitslosigkeit zu rechnen”, ordnet AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter die unerfreulichen Zahlen ein.

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Warten auf Aufschwung

Mit einer spürbaren Verbesserung der Beschäftigungsentwicklung und einem nachhaltigen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Vorarlberg rechnet Bereuter erst, wenn sich die industrielle Nachfrage belebt. Denn es ist die Industrie, in der rund ein Viertel aller Beschäftigten in Vorarlberg arbeitet, die mit minus 1,8 Prozent den größten Beschäftigungsrückgang aller Branchen zu verzeichnen hat. Der Bestand an offenen Stellen liege auf Vorjahresniveau, sagt der AMS-Chef, doch gleichzeitig berichten viele Unternehmen trotz steigender Arbeitslosigkeit von Schwierigkeiten, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen: Bei rund 73 Prozent der 3608 gemeldeten offenen Stellen ist ein Lehrabschluss oder eine höhere Qualifikation gefordert. Doch 46 Prozent der arbeitslosen Personen im Land verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss.

Aufschwung lässt warten: Zahl der Arbeitslosen im Land steigt weiter
AMS Vorarlberg-Geschäftsführer Bernhard Bereuter: “Solange die Konjunktur nicht an Dynamik gewinnt, ist auch in den kommenden Monaten mit steigender Arbeitslosigkeit zu rechnen.” AMS

Es gibt aber auch positive Signale aus dem AMS: Aktuell haben 1039 Personen eine Einstellzusage. Dies entspricht 9,2 Prozent aller vorgemerkten Arbeitslosen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Anzahl der Personen mit Einstellzusage damit um 210 erhöht. Eine Ausbildung oder Qualifizierung machen derzeit 2437 Personen, um 149 oder 5,8 Prozent weniger als im Vergleichsmonat 2025. Das AMS lege deshalb einen Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung, “um möglichst vielen arbeitslosen Menschen einen Berufsabschluss zu ermöglichen”, so Bereuter. “Damit leisten wir zugleich einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Wirtschaft.”

Lehrstellenmarkt gut

Zum Stichtag gibt es 345 sofort verfügbare offene Lehrstellen, das ist ein Rückgang um 72 Lehrstellen oder 17,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Anzahl der Lehrstellensuchenden erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 40 oder 13,6 Prozent auf insgesamt 334 Personen. Doch der Lehrstellenmarkt im Land entwickele sich weiterhin gut. “Auf eine offene sofort verfügbare Lehrstelle entfielen statistisch 1,0 Lehrstellensuchende”, informiert das AMS.

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Österreichweit stieg die Zahl an vorgemerkten Arbeitslosen auf 306.624, was einem Anstieg von 7444 Personen oder 2,5 Prozent im Vorjahresvergleich entsprach. Im Bundesländervergleich hat Vorarlberg mit 6,2 Prozent die viertniedrigste Arbeitslosenquote (Österreich 7,1 Prozent). Tirol (4,1 Prozent), Salzburg (4,3 Prozent) sowie Oberösterreich (5,1 Prozent) schnitten besser ab.