Dieser Immobilienkonzern kurbelt in Vorarlberg die Bauwirtschaft an

Die BIG GmbH ist in Österreich eine der größten Immobilieneigentümerinnen der Republik. Gerade wurde in Vorarlberg wieder ein Millionenprojekt fertiggestellt.
Bregenz, Wien Der Freitag war nicht nur für die Schüler und Lehrer der Bundeshandelsakademie Bregenz ein Festtag. Er war es auch für die Bundesimmobiliengesellschaft, kurz BIG. Sie hat rund 16 Millionen Euro in die Erweiterung von Vorarlbergs größter Schule mit fast 1200 Schülern und 100 Lehrkräften investiert. 17 Monate wurde gebaut, nun steht im Innenhof des Bestandsgebäudes ein innovativer Holz-Hybridbau. Für die BIG ein Referenzprojekt, das über Vorarlbergs Landesgrenzen hinaus strahlt. Die HAK Bregenz ist eine von 13 Bundesschulen in Vorarlberg, die von der BIG errichtet, erweitert und erhalten werden, informiert Gerald Beck, Geschäftsführer der BIG, im Gespräch mit den VN. Daneben kümmert sich die BIG um Amtsgebäude wie die Gerichte oder auch die Justizanstalten.

“Wir haben in den letzten Jahren 60 Millionen Euro in Vorarlberg investiert, 50 Millionen davon sind in den Bildungsbereich geflossen”, so Beck über die Aktivitäten in Vorarlberg. Mit diesen Investitionssummen zählt das Bundesunternehmen in Vorarlberg zu den größten Auftraggebern in der Bauwirtschaft. Am Standort Feldkirch, der von Gerold Welte geführt wird, sind insgesamt 15 Mitarbeitende mit der Betreuung der Bundesimmobilien und der damit verbundenen Tätigkeiten beschäftigt.

Die Erweiterung der HAK Bregenz ist für die BIG ein Vorzeigeprojekt. Gebaut wurde im Innenhof des bestehenden Gebäudes. Dort bietet jetzt ein kreuzförmiger Holzbau fast 1900 Quadratmeter dringend benötigte Nutzfläche und schafft funktionale und verkürzte Verbindungen im Bestandsgebäude. Architektonisches Highlight des von Feuerstein, Hammer, Pfeiffer Architekten geplanten transparenten Baus ist die zentrale Lerninsel mit runder Glasfassade.
Höchste Wertschöpfung
Die neu entstandenen vier Innenhöfe bestechen außerdem mit einem besonderen Bepflanzungskonzept: Der aktuelle Baumbestand bleibt großteils erhalten und wird mit sage und schreibe 22.000 Bäumen und Pflanzen ergänzt. Die Erweiterung werde jetzt, so wie auch der Bestandsbau, der nun ebenfalls noch saniert und modernisiert werde, über das Fernwärmewerk Bregenz mit Wärme versorgt. Für eine zusätzliche Energieversorgung wird auf dem Flachdach eine PV-Anlage im Ausmaß von 150 kWp errichtet. Die BIG baue grundsätzlich auf höchstem Standard und achte auf die regionale Wertschöpfung, so Beck. Eine Untersuchung des unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituts Economica bestätigt, dass die Wertschöpfung bei Investitionen von einer Milliarde Euro durch die BIG rund 886 Millionen Euro im Inland generiere.
Konjunkturmotor
So seien auch beim aktuellen Bau in der HAK über 90 Prozent der Vorarlberger Gewerke beauftragt worden. “Wir sind gerade in schwierigen Zeiten, unter denen seit einigen Jahren die Bauwirtschaft leidet, ein wichtiger Konjunkturmotor”, betont der BIG-Chef. Die aktuellen Budgeteinsparungen, die auch die Tätigkeit der BIG betreffen, sollten daher auch überdacht werden. Von Beauftragung bis zum Baustart dauere es nämlich rund drei Jahre, rechnet er vor, deshalb wäre jetzt eine Beauftragung sinnvoll, wenn man dann bauen wolle und müsse.

Bedarf an einer Gebäudeertüchtigung gebe es in Vorarlberg nicht nur im Schulbereich, auch bei anderen Amtsgebäuden, so Beck, etwa bei der Justizanstalt Feldkirch, die mit Überbelegung kämpfe. Einen Auftrag dafür habe die BIG aber nicht, stellt er klar. Das gilt auch für die Außenstelle der Justizanstalt in Dornbirn, die 2022 geschlossen wurde. “Wir haben das Gebäude vorläufig dem Innenministerium überlassen”, so Beck. Was damit passieren soll, ist seitens der Justiz offen. “Derzeit sind wir mit der Stadt Dornbirn im Gespräch, wie man das Gebäude anders nutzen kann.”