Börsentipp: Inflation bleibt Taktgeber der Märkte

Markt / 09.10.2026 • 09:41 Uhr
Börsentipp: Inflation bleibt Taktgeber der Märkte

Karl-Heinz Strube (Hypo Asset Management) über die Auswirkungen der Kennzahl aufs Depot.

Bregenz Wenn die Inflation überrascht, reagieren die Märkte. Kaum eine Kennzahl hat so einen starken Einfluss darauf, ob Zinsen fallen können, Anleihen Rückenwind bekommen und Aktienbewertungen tragfähig bleiben. Inflation ist somit einer der wichtigsten Taktgeber für die Kapitalmärkte.

In unserem Hauptszenario gehen wir davon aus, dass sich die Inflationsdynamik zurückbildet. Ein Grund dafür ist die Erwartung einer Entspannung im Nahostkonflikt. Sollten die Energiepreise dadurch nachgeben, würde dies den Inflationsdruck spürbar reduzieren. Denn die Öl- und Gaspreise wirken sich direkt auf die Transport-, Produktions- und Lebenshaltungskosten aus und damit auch auf die Notenbanken.

Gleichzeitig leiden nicht alle Marktsegmente gleich stark unter geopolitischem und volkswirtschaftlichem Gegenwind. Wachstumstitel aus dem KI-Sektor zum Beispiel trotzen den Belastungsfaktoren, weil hinter der Kursentwicklung nicht nur Fantasie, sondern reales Gewinnwachstum steht. Die Unternehmen wachsen zunehmend in ihre höheren Bewertungen hinein. Das unterscheidet die aktuelle Entwicklung deutlich von der Dotcom-Blase, als Geschäftsmodelle oft ohne belastbare Gewinne bewertet wurden.

Für Anleger:innen ergibt sich daraus eine konkrete Frage: Wie robust ist mein Depot, wenn Zinsen länger hoch bleiben oder sinkende Inflation Spielraum für Zinssenkungen eröffnet? Bei Anleihen rückt die Laufzeit in den Fokus. Bei Aktien ist entscheidend, ob Unternehmen höhere Kosten weitergeben können und die Margen stabil bleiben.

Der entscheidende Punkt ist nicht, auf jede Inflationszahl kurzfristig zu reagieren. Viel wichtiger ist ein Portfolio, das verschiedene Szenarien aushält: fallende Inflation, hartnäckige Teuerung oder erneute Preisschübe durch Energie. Ein unabhängiger Depotcheck durch Profis kann dabei helfen, Risiken, Klumpen und Chancen sichtbar zu machen. Wer breit aufgestellt bleibt, muss seine Strategie nicht bei jeder neuen Zahl infrage stellen.

„Marketingmitteilung im Sinne des WAG 2018“