Doppelmayr schafft in Wolfurt 850 neue Arbeitsplätze: Start für Megaprojekt

200 Millionen-Euro-Investition ist wichtiges Signal für den Standort Vorarlberg: Der Seilbahn-Weltmarktführer will mit dem Bau seine Position weiter stärken.
Wolfurt Die größte Baugrube des Landes – laut Informationen der Firma Doppelmayr sind es über 200.000 Kubikmeter Aushub – wird derzeit im Gewerbegebiet Wolfurt ausgebaggert – am Dienstag war mit dem Spatenstich der offizielle Start für die Erweiterung der Produktion beim führenden Seilbahnbauer weltweit, der Firma Doppelmayr. Und zwar an ihrem Haupt- und Stammsitz in Vorarlberg. Es ist nicht nur die größte Baustelle des Landes, es ist auch die größte Investition in der über 130jährigen Firmengeschichte – Rund 200 Millionen Euro kostet das neue Werk und das Hochregallager an der Hohen Brücke, dessen Realisierung der Firma Doppelmayr nicht unbedingt leicht gemacht wurde. Der Baustart hat sich deswegen auch um ein Jahr verschoben, die Fertigstellung ist bis 2029 angekündigt.

Auch wenn sich anlässlich des Spatenstichs die Bürgermeisterin der Standortgemeinde Wolfurt, Angelika Moosbrugger, in ihren Grußworten zugute hielt, das die Gemeinde durch Grundstückszusammenlegungen erst die Basis für das Projekt geschaffen habe, war es auch die Marktgemeinde, die ursächlich dazu beigetragen hat, dass sich der Baustart verzögert hat – man hatte in der Gemeindestube Vorstellungen z. B. zum Thema Mitarbeitermobilität, jetzt ist für das neue Gebäude auch eine Tiefgarage für 440 Mitarbeiterfahrzeuge vorgesehen. Nicht die einzige Bremse – insgesamt sei es in Vorarlberg bzw. Österreich deutlich schwerer als in allen anderen Ländern, bis man ein Projekt realisieren könne, sagt ein Anlagenplaner, der weltweit tätig ist, bei der Spatenstichfeier gegenüber den VN. Im Rahmen der Planung und der Eingaben bei den Behörden gab es zwischen den politischen wie behördlichen Entscheidungsträgern im Land und der Marktgemeinde starken Gesprächsbedarf, bis das Projekt an diesem für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg in die Gänge gekommen ist.
“Zeichen des Vertrauens”
Dafür bedankte sich beim Spatenstich denn auch der Geschäftsführer der Doppelmayr Immobilien Holding GmbH, Ernst Bitsche, am Dienstag bei Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und dem Bregenzer Bezirkshauptmann Gernot Längle für ihre konstruktive Zusammenarbeit, die nun Früchte trägt. Bitsche nutzte die Gelegenheit am Dienstag morgen eine Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik einzufordern, sonst verliere Vorarlberg an Produktivität und falle im Vergleich mit anderen Standorten zurück. Diese Stichworte nahm auch Tittler auf: “Die Entscheidung, in Wolfurt in dieser Größenordnung zu investieren, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Vorarlberg und schafft langfristige Perspektiven für Beschäftigung, Wertschöpfung und Innovation. Solche Investitionen sind ein wichtiges Zeichen des Vertrauens in unsere Region.” Dass Doppelmayr auch einen insgesamt dreistelligen Millionenbetrag in die Standorte in den USA, China und bei Garaventa in der Schweiz investiere, zahle auf den Standort Vorarlberg ein, betonte er.
Doppelmayr will, so der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Michael Doppelmayr, mit dem neuen Werk die Produktionskapazität um 50 Prozent steigern. 850 Arbeitsplätze entstehen im neuen Gebäude. Die Wertschöpfung bleibt zum größten Teil im Land: Generalunternehmer ist Goldbeck Rhomberg, in weiteren Bereichen ist “das Who is who” der Vorarlberger Wirtschaft im Boot. Das Hochregallager, das Platz für 38.000 Europaletten, 2500 Großpaletten und 100.000 Boxen bieten wird, realisiert LTW Intralogistics, ebenfalls ein Unternehmen unter dem Doppelmayr-Dach, das seinen Sitz in Wolfurt hat. Für Projektleiter Markus Wilpernig ist der Spatenstich der Auftakt für die intensivste Phase oder wie er betonte: “Dass wir nun in die Realisierungsphase starten können, ist für das gesamte Projektteam ein besonderer Meilenstein“.