Langenegger Automotivspezialist sucht Geschäftsfelder abseits der “Verbrenner”

Vorarlberger Automotive-Zulieferer richtet sich für die Zukunft aus. Millioneninvestition in Digitalisierung und Automatisierung.
Langenegg, Brünn Die Firma Hoeckle ist einer der größten Arbeitgeber im Bregenzerwald. Das hoch qualifizierte Team des Spezialisten für Kurbelwellen und Pleuelstangen fertigt seit dem Jahr 2000 in Langenegg hochwertige Komponenten für Automobilhersteller. Rund 175 Mitarbeitende erwirtschaften in diesem Jahr einen Umsatz von rund 33 Millionen Euro. Nun investiert das Unternehmen kräftig in Digitalisierung und Automatisierung, um sich für die Zukunft stabil aufzustellen.

Für diese Zukunft wurde heuer auch zumindest der Name der Eigentümer geändert. Seit Jahresbeginn 2026 ist Hoeckle im Besitz von Alpen Automotive Investors. Hinter dem Konsortium stehen, so informiert das Unternehmen, dieselben Eigentümer wie hinter der tschechischen Jet Investment Gruppe, die Hoeckle 2017 übernahm, als das Unternehmen mit Stammsitz in Deutschland Konkurs anmelden musste. “Der Schritt ist ein Bekenntnis unserer Eigentümer zum Unternehmen und zum Standort. Das bestärkt unsere Mission und gibt uns Sicherheit”, betont dazu Hoeckle-Geschäftsführer Benjamin Maahs: “Wir wollen unsere Position als Premium-Partner unserer Kunden festigen und gleichzeitig neue Geschäftsfelder abseits der traditionellen Verbrennermotoren erschließen”, umreißt er die Firmenstrategie.

Mit den neuen Maschinen, Automatisierung und digitalen Lösungen steigere man im Werk in Langenegg erneut Effizienz und Produktivität. Insgesamt investiert das Unternehmen, das vor allem für Autohersteller im Premiumbereich tätig ist, dazu heuer rund zwei Millionen Euro. Weitere Investitionen seien bereits geplant, informiert der Geschäftsführer. Schon im Einsatz ist die neue Anlage für die Endkontrolle von Kurbelwellen. Die speziell für das Langenegger Unternehmen konzipierte Anlage des Weltmarktführers im Spezialmaschinenbau, Alpine Metal Tech aus Regau (OÖ), ist ein Alleskönner – sie kombiniert gleich drei Arbeitsschritte: messen, montieren und beschriften. Die Endkontrolle von Pleuelstangen wird in den kommenden Monaten automatisiert. Eine Messtechnikmaschine ermögliche künftig die taktile Erfassung von Rauheiten, Welligkeit und Konturen im Mikrometerbereich. Damit stärkt Hoeckle die interne Qualitätssicherung. “Neue Softwarelösungen für Instandhaltung, Konstruktion und Produktion runden die Modernisierung ab”, erklärt Maahs.
Kosten stabilisiert
Mit den Prozessverbesserungen und einer Reduktion der Nachtschichten konnte Hoeckle in den vergangenen zwei Jahren die Kosten stabilisieren und seine Wettbewerbsfähigkeit sichern. “Unsere Maßnahmen zeigen Wirkung. Trotz der herausfordernden Marktbedingungen konnten wir die Profitabilität bei stabilem Umsatz aufrechterhalten”, erklärt Maahs. Neben der Automatisierung setzt der Geschäftsführer den Fokus auf die Fachkräfte des Unternehmens. Auch die eigene Ausbildung gewinnt an Bedeutung. Künftig will Hoeckle jedes Jahr zwei bis drei Lehrlinge aufnehmen, erklärt Maahs weiter.
