Am Monatsende bleibt vielen Vorarlbergern zu wenig für das Sparschwein übrig

Sparstudie zeigt: Vorarlberger legen im Durchschnitt weniger zurück als im vergangenen Jahr. Es sind aber mehr Menschen, für die Sparen sehr wichtig ist.
Dornbirn Sparen ist für die Vorarlberger so wichtig wie seit dem Jahr 2014 nicht. Das ist das Ergebnis einer Studie, welche von den Sparkassen beim Institut für Markt- und Sozialanalysen IMAS International in Auftrag gegeben wurde. Für 88 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ist es “sehr” oder “ziemlich wichtig”, Geld zur Seite zu legen. Gegenüber 2025 entspricht das einem Anstieg um vier Prozentpunkte. 46 Prozent bezeichnen Sparen sogar als “sehr wichtig”.

Im Generationen-Vergleich ist der Stellenwert überraschenderweise vor allem bei den Jungen sehr hoch: In der Generation Z hält die Hälfte Sparen für sehr wichtig, bei den Babyboomern sind es nur mehr 33 Prozent. “Die Menschen in Vorarlberg setzen verstärkt auf finanzielle Sicherheit und Vorsorge. Dass der Stellenwert des Sparens den höchsten Wert seit 2014 erreicht hat, zeigt, wie wichtig finanzielle Reserven geworden sind. Bemerkenswert ist dabei insbesondere das hohe Sparbewusstsein der Generation Z“, sagt Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen. 89 Prozent der Befragten in Vorarlberg verbinden Sparen mit einem Gefühl von Sicherheit, 84 Prozent mit persönlicher Unabhängigkeit.
Weniger Spielraum
Der Wille zum Sparen ist da, der finanzielle Spielraum wird jedoch enger. Sparende in Vorarlberg legen im Schnitt 329 Euro pro Monat zur Seite, um 19 Euro weniger als im Vorjahr. Nur noch 41 Prozent (2025: 43 Prozent) sind mit diesem Betrag zufrieden. Das wiederum ist der niedrigste Wert seit 2014. Inflation und die Wirtschaftskrisen zeigen Wirkung: Denn 40 Prozent sagen sogar, dass am Monatsende nichts mehr fürs Sparkässele übrig bleibt. Das entspricht einem Anstieg um 15 Prozentpunkte gegenüber dem letzten Jahr.
Das wird von der Statistik Austria bestätigt: Gesamtwirtschaftlich sank die Sparquote der privaten Haushalte laut vorläufigen Daten 2025 von 11,7 auf zehn Prozent. Für 2026 erwartet das WIFO einen weiteren Rückgang auf 8,7 Prozent. “Die rückläufige Sparquote und der signifikant steigende Anteil jener Menschen, die keine finanziellen Reserven mehr bilden können, spiegeln die Herausforderungen wider, vor denen viele Haushalte derzeit stehen”, so Jäger. 87 Prozent der Vorarlberger sind nichtsdestotrotz davon überzeugt, dass auch das regelmäßige Sparen kleiner Beträge sinnvoll ist. 90 Prozent legen Geld als Notgroschen für Notfälle zur Seite, 80 Prozent zur finanziellen Absicherung und Vorsorge, 76 Prozent für ihre finanzielle Unabhängigkeit und 36 Prozent für eine spätere Immobilienfinanzierung.
Wertpapiere versus Bausparen
Gespart wird nach wie vor überwiegend klassisch. Das Sparbuch bzw. Sparkonto bleibt mit 77 Prozent, neun Prozent weniger als 2025, die meistgenutzte Sparform. Der Anteil jener, die Wertpapiere nutzen, steigt aber von 38 auf 42 Prozent und liegt damit gleichauf mit Bausparen. Gold und andere Edelmetalle legen von 22 auf 30 Prozent stark zu, auch die Kryptowährungen werden immer beliebter, sie sind bei den Anlagemöglichkeiten ebenfalls um acht Prozent auf 22 Prozent gewachsen.
Sehr viel Geld liegt aber dort, wo es kaum Ertrag bringt: 56 Prozent der Vorarlberger sparen (auch) am Girokonto, im Generationen-Vergleich sind es sogar 65 Prozent in der Generation Z. Und 18 Prozent der Vorarlberger Sparer bewahren ihr Erspartes zu Hause auf. “Liquidität ist wichtig – gerade für unvorhergesehene Ausgaben. Für diesen Zweck eignet sich das Girokonto gut”, betont Jäger und weist dabei auf profitablere Sparmöglichkeiten hin. Für immerhin 39 Prozent ist der Weltspartag heuer ein Grund, die Bank zu besuchen, bei Kindern könnten es rund 100 Prozent sein, vermuten viele Schalter-Mitarbeiter.