Über 12.000 Menschen im Land ohne Arbeit: Doch Anstieg bremst sich leicht ein

Noch ist es zu früh, von einer Erholung am Arbeitsmarkt zu sprechen, doch die Zahlen zeigen, dass sich der Abbau von Arbeitsplätzen eingebremst hat.
Bregenz Die Arbeitslosenzahlen sind zwar auch im Oktober gestiegen, doch meldet das Arbeitsmarktservice Vorarlberg (AMS), dass die Dynamik etwas nachgelassen hat: Ende Oktober 2026 waren in Vorarlberg 12.009 Personen als arbeitslos vorgemerkt. Dies entsprach einem Anstieg von 459 Personen oder vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von 1776 vorgemerkten Arbeitslosen im Tourismus hatten immerhin 52,3 Prozent eine Einstellzusage für die kommenden Wochen. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich die Anzahl der Personen in einer Ausbildung oder Qualifizierung um 204 (-7,8 Prozent) auf insgesamt 2419. Zum Stichtag gab es 191 sofort verfügbare offene Lehrstellen. Die Anzahl der Lehrstellensuchenden erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 33 oder 12,3 Prozent auf insgesamt 301 Personen.
“Dynamik verloren”
“Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat gegenüber den Vormonaten an Dynamik verloren”, analysiert AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter die Entwicklung im Oktober. Trotz erster Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung bleibe die Lage am Arbeitsmarkt aber weiterhin angespannt, so Bereuter. Besonders herausfordernd bleibe die Situation für Langzeitbeschäftigungslose. Ende Oktober waren in Vorarlberg 2707 Personen bereits länger als ein Jahr ohne Beschäftigung. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von rund 25 Prozent.

Besonders von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen sind Personen ohne Ausbildungsabschluss, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sowie ältere Arbeitsuchende. “Das AMS setzt daher gezielt Maßnahmen, um Langzeitbeschäftigungslosigkeit zu verhindern und die Chancen auf eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu erhöhen”, informiert der AMS-Landesgeschäftsführer. Dazu zählen Qualifizierungsangebote, individuelle Beratungs- und Betreuungsleistungen, Lohnkostenzuschüsse für Unternehmen während der Einarbeitungsphase sowie vorübergehende Beschäftigungsmöglichkeiten in sozialökonomischen Betrieben. Zumindest die Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice werden trotz des breiten Angebots allerdings derzeit weniger genutzt: Die Zahl der Schulungsteilnehmenden reduzierte sich im Oktober 2026 um 204 Teilnehmer auf 2419 Personen gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahl der offenen Stellen ist gegenüber dem Vorjahr zwar um 8,7 Prozent zurückgegangen, mit 3045 beim AMS gemeldeten offenen Stellen gebe es jedoch nach wie vor viele attraktive Jobangebote in unterschiedlichen Branchen, informiert AMS Vorarlberg. Bereuter appelliert an Arbeitsuchende, die derzeitigen Chancen konsequent zu nutzen und sich aktiv zu bewerben. Zuwächse an offenen Stellen gab es bei den Technikerinnen und Technikern (+66) sowie den Lehr- und Kulturberufen (+28). Rückgänge gab es laut AMS in den Gesundheitsberufen (-129), den Handelsberufen (-68) sowie den Hilfsberufen (-49).
In Vorarlberg sind derzeit 169.000 Menschen unselbstständig beschäftigt. Gegenüber dem Oktober des Vorjahres sind das 1000 Arbeitsplätze oder 0,5 Prozent weniger im Land.