Datencenter im Steinbruch: “Wir werden sonst wirklich abgehängt”

Der Bregenzer Unternehmer Hubert Rhomberg sorgte mit seinen Plänen für ein Datencenter überregional für Aufsehen: Im Interview spricht er über Visionen, Realisierung und Chancen des Milliardenprojektes.
Hohenems In den USA war der Bau von Datencentern für viele Wähler bei den Midterms ein Grund (wohl nicht der einzige), der Regierung Trump einen Denkzettel zu verpassen. Die Aktien der KI-Giganten rasselten nach der Wahl in den Keller. Eine klare Ansage. In Vorarlberg ist alles anders. Die Stadt Hohenems, die Rhomberg-Gruppe und die Vorarlberger Energienetze stellten am Dienstag die Pläne für ein Datencenter im Hohenemser Rhomberg-Steinbruch vor. Und fast alle – Stadtparteien in Hohenems (bis auf drei grüne Stadtvertreter, und die sind auch nicht partout dagegen), Landesregierung, Bürger und die Wirtschaft – begrüßen das Projekt.

Im Gespräch mit Vorarlberg-Live spricht Initiator Hubert Rhomberg, CEO der Rhomberg Holding, über das Projekt, seine Überlegungen, zu Für und Wider und dazu, ob seine Vision auch Realität werden kann und muss. “Wir haben darüber nachgedacht, ob man diesen Raum anders nutzen kann”, erklärt Rhomberg. Dieser Raum, damit ist der Steinbruch bzw. dessen Renaturierung gemeint, für die es von der Montanbehörde die Auflage gibt, “dass wir nach Ende des Abbaus in die Tiefe und zur Wand hin die Wand bis zu einem Drittel der Höhe anschütten und dann wieder als Wald bepflanzen”.
“Unbändiger Wille”
“Parallel dazu haben wir uns schon sehr lange mit dem Thema Dateninfrastruktur beschäftigt und dazu kommt auch noch der unbändige Wille, der da ist, dass wir in Vorarlberg einfach versuchen, in unserer Region möglichst viel, egal was es ist, Infrastrukturen, Möglichkeiten, Randbedingungen, selbst zu organisieren, und haben dann die ersten Versuche gestartet”, erklärt der Bauunternehmer, der nicht nur in der Branche den Ruf eines Visionärs hat.

Die Rolle des Visionärs führt aber auch dazu, dass Ideen zwar veröffentlicht werden, aber nicht unbedingt umgesetzt. Etwa die Ringstraßenbahn und Ideen zur Verbindung in den Bregenzerwald. Kann das auch beim Datencenter passieren? Dabei, so Rhomberg, sei es auch um die Einbindung öffentlicher Institutionen gegangen, “hier reden wir ja nicht von Investitionen der öffentlichen Hand”, so Rhomberg. “Das, was hier investiert wird, erzeugt natürlich Einnahmen für die Region, für den Staat.” Wenn Rechenleistung aus anderen Teilen Europas abgerufen oder gekauft werde, “ist es eine Investition, die hierher kommt”. Aber das müsse man schon sagen: “Es bleibt eine Vision, bis sie da ist, aber man muss irgendwann mal anfangen.”
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“Ich glaube, dass wir hier ein schönes Projekt haben, das wirklich für den Standort ganz, ganz wichtig ist, weil wir werden sonst wirklich abgehängt.” In Vorarlberg, Österreich und Europa seien wir abhängig von Cloud-Services, von Diensten, die alle außerhalb der Region, sogar noch außerhalb Europas liegen. “Es ist ein absolutes Killer-Kriterium, ob uns einfach jemand irgendwann das abstellt.” Für Rhomberg ist ein Datencenter ein wichtiger Schritt in Richtung Resilienz. “Wir selbst werden nur ein Zehntel vielleicht dieser Leistung brauchen für uns, aber Österreich wird was brauchen, Europa wird was brauchen und wenn dann andere Länder auch noch was brauchen, umso besser.”