Drei Stimmen gegen das Datacenter: Das sind die Reibungspunkte in Hohenems

Vorarlberg / 05.11.2026 • 14:33 Uhr
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Der Steinbruch in Hohenems Unterklien hat ein Ablaufdatum. Die Frage ist, was danach kommt.VN

In der Stadtvertretung stimmten drei Volksvertreter gegen den Baurechtsvertrag mit Rhomberg. Im Vorfeld ging man auf jene Bürgerinitiative zu, die sich gegen einen Ausbau des Steinbruchs stemmte.

Hohenems Für den gelegentlichen Wanderer vom Dornbirner Haslach ins Hohenemser Unterklien wird das Projekt wenig ändern: Mit dem Ende des Steinbruchs muss dieser renaturiert werden. Dazu gehört die Aufschüttung eines Keils auf der Betriebsfläche des Steinbruchs, um den Abbauhang zu stabilisieren. Was sich ändert, ist, dass dieser Keil nicht nur aus Aushub und Gestein bestehen soll, sondern sich unter der Erde ein Datacenter verstecken würde.

Drei Stimmen gegen das Datacenter: Das sind die Reibungspunkte in Hohenems
Mit dem Ende des Steinbruchs muss der Bereich renaturiert werden. Unter der Aufschüttung, die die Abbruchkante verdecken soll, könnte ein Datacenter errichtet werden.VN

So wurde das Projekt in der Stadt diskutiert

Das Rechenzentrum mit einer Leistung von bis zu 100 Megawatt und bis zu 25.500 Quadratmetern Fläche würde also nicht in den Berg getrieben werden, sondern auf der Fläche vor dem Berghang entstehen. Diese gehört zum Teil der Stadt Hohenems selbst. Bei der Stadtvertretungssitzung am Dienstagabend gab Hohenems’ Bürgermeister Dieter Egger Einblick, was dies für die Stadt bedeuten würde: Mit der Baurechtsoption erhält die Rhomberg Gruppe ein Nutzungsrecht von 33 bis maximal 99 Jahren. Die Stadt wiederum sichert sich einen indexangepassten Baurechtszins von 120.000 Euro jährlich und eine Einmalzahlung von 1,8 Millionen Euro bei Ziehung der Option. Über eine Laufzeit von 33 Jahren werde Rhomberg außerdem vier Millionen Euro zugunsten der Stadt veranlagen. Dieses Geld soll nach Ende der Laufzeit den Rückbau des Datacenters finanzieren, je nach weiterer Nutzung.

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Abseits vom finanziellen Aspekt sieht Egger zahlreiche Vorteile: Das angedachte Projekt entstehe nicht auf der grünen Wiese, sondern inmitten eines Industriegebietes. Da es unterirdisch ist, beeinflusst es auch nicht das Landschaftsbild. Abseits von der Abwärme sind keine Emissionen zu erwarten und selbst diese soll künftig Hohenems mit Wärme versorgen können. Und es sei ein Schritt zur europäischen Souveränität über die Datenverarbeitung. Denkbar wären außerdem sowohl Schutz- als auch Lagerräume anbei.

Von der FPÖ über die ÖVP und SPÖ, Ems isch üsr von Bernhard Amann bis zu der Emser Liste von Arnulf Häfele, die als Steinbruchgegner in die Wahl gingen, findet das Projekt in der Folge nur Zustimmung. Von den Grünen stimmten je drei Abgeordnete für beziehungsweise gegen den Baurechtsvertrag.

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Noch in der Sitzung ging Grünen-Stadträtin Sabine Mohr-Egger auf den Zwiespalt ein: Auf der einen Seite sei man sich einig, dass man nicht länger so digital abhängig von den USA sein dürfe und der Standort relativ vorteilhaft sei. Manche haben aber Zweifel, ob die mündlichen Vereinbarungen halten werden. So seien die Zusagen zur Fernwärme, den rein europäischen Investoren und der Versorgung mit Grünstrom noch unverbindlich. Häfele erwartet, dass die Stadt und Behörden eine Umsetzung im Sinne aller Anrainer sicherstellen werden.

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Der Steinbruch Unterklien im Grundbuch und Flächenwidmungsplan. Vorarlberg Atlas

Bürgerinitiative eingebunden

Widerstand ist Hubert Rhomberg als Betreiber des Steinbruchs gewohnt: Vor einem knappen Jahrzehnt wurde eine Erweiterung des Steinbruchs in Richtung Unterklien diskutiert, eine Bürgerinitiative stemmte sich erfolgreich dagegen. Diese wurde im Vorfeld der Stadtvertretung durch die Stadt über die Pläne informiert. Man werde die weiteren Entwicklungen abwarten, bislang sehe man jedoch keinen Grund, sich gegen das Projekt auszusprechen. Das Ziel der Bürgerinitiative war, dass der Abbau von Gestein nicht ausgedehnt wird, dies habe man bislang erreicht.

Drei Stimmen gegen das Datacenter: Das sind die Reibungspunkte in Hohenems
Die Dimensionen der als Steinbruch gewidmeten Flächen (Annäherung). Die restlichen zum Rohstoffzentrum gehörenden Flächen sind als Betriebsgebiet zur Verarbeitung des Gesteins gewidmet. VN

Nach den aktuell bekannten Überlegungen soll auch der Wasserverbrauch überschaubar sein: Statt laufend Kühlwasser aus einem Gewässer zu entnehmen, soll ein geschlossener Wasserkreislauf ähnlich der Motorkühlung im Auto errichtet werden. Auf dem Wochenmarkt vor dem Palast gab es dennoch Zweifel an der ökonomischen und ökologischen Sinnhaftigkeit des zwei Milliarden Euro teuren Projekts.

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