Erinnerungen eines Landpfarrers

Menschen / 01.07.2021 • 18:26 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bevor Peter Mathei Priester wurde, war er im Gastgewerbe tätig. „Aber das war nicht meins.“
Bevor Peter Mathei Priester wurde, war er im Gastgewerbe tätig. „Aber das war nicht meins.“

Vermeintliche Sackgassen wiesen Peter Mathei den Weg zu seiner Berufung.

alberschwende Peter Mathei, der Pfarrer von Alberschwende, ist dankbar, „dass ich in meinem Leben soweit kommen durfte und werden konnte, wie ich heute bin“. Aus dieser Dankbarkeit heraus hat er sich zu seinem 75. Geburtstag selbst ein Geschenk gemacht und ein Buch über sein Leben geschrieben: „Alles bleibt bestehen wie ein Denkmal. Erinnerungen eines Landpfarrers.“

Der Sohn eines Volksschullehrers wurde über Umwege zum Geistlichen. Letztlich waren es die vermeintlichen Sackgassen, die ihm den Weg zu seiner Berufung wiesen.

Verliebt in eine Mitschülerin

Mathei, der in Partenen groß wurde, brach in der sechsten Klasse das Gymnasium ab. „Ich brachte die Schule nicht mehr auf die Reihe, weil ich in eine Mitschülerin furchtbar verliebt war.“ Nach der Schule arbeitete er ein Jahr lang in der Küche eines Restaurants in Gaschurn. „Es war ein harter Job. Ich dachte mir: ,Du musst die Matura machen‘.“ In Salzburg absolvierte er in der Folge erfolgreich die fünfjährige Akademie für Fremdenverkehr. Danach war der Montafoner als Kellner tätig. „Aber ich merkte, dass das Gastgewerbe nicht meins ist.“

Er beschloss, sich seinen langgehegten Herzenswunsch zu erfüllen und begann ein Studium in Salzburg. Mathei studierte mit Begeisterung Philosophie, „aber ich bin nicht ans Ende gekommen und wieder in einer Sackgasse gelandet.“

In Salzburg wurde der Student fromm. Im Dom fielen ihm die Tagebücher der Mystikerin Gabrielle Bossis in die Hände. Durch diese wendete er sich dem Glauben zu und entdeckte das Christentum neu. „Ich habe angefangen, eine persönliche Beziehung zu Jesus aufzubauen.“ Nun kam in ihm der Wunsch auf,  Religionslehrer oder Pfarrer zu werden. Mit Mitte 30 trat Mathei in Innsbruck ins Priesterseminar ein. „Ich studierte mit Leidenschaft Theologie. Es war eine Ergänzung zu den Fragen der Philosophie.“

„Gott wartet auf uns“

Seine ersten Sporen verdiente er sich in der Pfarre Mariahilf in Bregenz. Wöchentlich Predigten zu verfassen, war für den Neo-Priester anfangs die größte Herausforderung. „Das ist eine Riesenaufgabe und das Schwierigste in dem Beruf.“ Nachsatz: „Es wurde dann aber zu meiner Leidenschaft.“ Herausfordernd waren für den Berufsanfänger aber auch die Besuche in Spitälern. Er wurde zu Kranken und Sterbenden gerufen. „Das Sterben ist eine Geburt, ein Hinübergang zu Gott. Er wartet auf uns“. 1995 wurde im Buch des Lebens ein neues Kapitel aufgeschlagen. Mathei wurde Pfarrer von Alberschwende. „Dort nahm man mich wohlwollend auf.“ Deshalb hat sich der Geistliche in diesem Ort im Vorderen Bregenzerwald schnell daheim gefühlt. Es freut ihn, dass er in Alberschwende beliebt und anerkannt ist. Die Einheimischen mögen ihren Pfarrer, unter anderem schätzen sie seine Empathie und seine Freundlichkeit. Mathei wird oft zum Essen eingeladen. Das ist für ihn ein Zeichen der Wertschätzung.

Als Priester durchlief Mathei eine für ihn positive persönliche Entwicklung. „Durch meinen Beruf überwand ich meinen Individualismus. Als Pfarrer wirst du ständig in die Gemeinschaft gerufen. Das zwingt dich heraus aus dem Für-Sich-Leben und hinein in eine gewisse Selbstvergessenheit und Dienstbereitschaft.“ Mathei entwickelte sich an seinen Mitmenschen.Die zwischenmenschlichen Kontakte und die Möglichkeit, den Glauben beziehungsweise seine Liebe zu Gott zu leben, sind es, wegen dem er so gerne Priester ist. Der Beruf ist ihm Berufung und das Leben ein Mysterium. „Alles, was geschieht, hat Gewicht und Bedeutung und ist anbetungswürdig.“ Der Geistliche fühlt sich von Gott geleitet. „Er hat seine Hand im Spiel.“ VN-kum

Peter Mathei ist mit Leib und Seele Pfarrer. Besonders gern verfasst er Predigten.
Peter Mathei ist mit Leib und Seele Pfarrer. Besonders gern verfasst er Predigten.
Pfarrer Peter Mathei hat ein Buch über sein Leben geschrieben.
Pfarrer Peter Mathei hat ein Buch über sein Leben geschrieben.
Das Bild zeigt Peter Mathei als Bub vor dem Heimathaus in Partenen.
Das Bild zeigt Peter Mathei als Bub vor dem Heimathaus in Partenen.

Zur Person

Peter Mathei
ist Autor zahlreicher Bücher. Seine Autobiografie und Evangelien-Auslegungen sind im Buchhandel erhältlich. Man kann sie aber auch bei ihm günstig bestellen über die Mail-Adresse: peter.mathei.pfr@gmail.com

Geboren 24. Februar 1946 in Schruns

Wohnort Alberschwende

Hobbys Tennis, Wandern, Lesen