Reise mit dem Kontrabass

Menschen / 06.02.2022 • 16:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Als Kontrabassist konnte Johannes Fend seine Leidenschaft zum Beruf machen. T. Huisman
Als Kontrabassist konnte Johannes Fend seine Leidenschaft zum Beruf machen. T. Huisman

Musiker Johannes Fend hat die Pandemie für sein erstes Soloalbum genutzt.

Rotterdam, Hard Die Lockdowns kreativ genutzt hat der Musiker Johannes Fend. Der aus Hard stammende Kontrabassist hat im November 2021 sein Debütalbum „Journey“ veröffentlicht. „Konzerte waren abgesagt, ich unterrichtete via Zoom“, erinnert sich Johannes Fend zurück. Es blieb ihm nicht nur genügend Zeit, um zu üben, der Wahl-Rotterdamer konnte sich auch auf sein Soloalbum konzentrieren.

Die Ideen, die ihm teilweise während des Spazierens gekommen sind, hatte er als Voice-Files auf seinem Handy gespeichert. Von 18 selbstkomponierten Stücken haben es elf auf sein Album geschafft. „Geworden ist es eine Art Reise. Die Musik ist sehr cineastisch“, definiert der 30-Jährige sein musikalisches Baby. Zwei Künstler fühlten sich von seinem Eingangsstück „Enter“ angesprochen. Der Maler Vladimir Radujkov malte beim Anhören des Stückes ein Gemälde, und Thomas de Wit ‘Thofabriek’ entwarf dazu eine Animation.

Vom Cello zum Kontrabass

Mit der Musik in Kontakt gekommen ist Johannes Fend früh. Mit sechs Jahren hat er mit dem Cello angefangen. Dann wurde es der E-Bass, und schlussendlich landete der Musiker beim Kontrabass. „Selber ist man eher etwas schüchtern, aber mich haben meine Musiklehrer dazu animiert, Musiker zu werden“, schildert Fend. Den Informatikzweig an der HTL Dornbirn hat er abgeschlossen, obwohl er wusste, dass dies nicht das Richtige für ihn ist. Im Jugendsymphonieorchester in Dornbirn oder am Landeskonservatorium in Feldkirch fühlte er sich heimischer.

Jazzmusiker und Lehrer Peter Madsen empfahl dem Sohn eines Musiklehrers das Prins Claus Konservatorium in Groningen. Dort machte Johannes Fend seinen Bachelor in Jazz und Kontrabass. Seinen Master absolvierte der Musiker in einer weiteren niederländischen Stadt. In Rotterdam studierte er am Codarts Konservatorium Jazz und Klassik. Seit knapp neun Jahren sind die Niederlande sein Zuhause.

Neue Freunde

Große Hindernisse sprachlicher Natur gab es bei seinem Umzug nicht. „Die Holländer sprechen super Englisch. Da viele internationale Studenten Musik studieren, war auch auf der Uni englisch angesagt“, erklärt Fend. Anschluss hat der 30-Jährige auch gleich gefunden, da „wir Studenten alle fremd waren. Und gleiche Situationen/Lebensbedingungen schweißen zusammen.“ Einen Niederländisch-Sprachkurs hat er trotzdem auf der Hochschule absolviert. Inzwischen hat der Hobby-Tennisspieler auch niederländische Freunde dazugewonnen. Johannes Fend beschreibt die Niederländer als offen und direkt. Eigenschaften, die er sehr schätzt.

Was er in Hard und in Rotterdam genießt, ist die Nähe zum Wasser. „Ich finde dieses Element faszinierend. Ich war zum ersten Mal im Winter schwimmen. Zuerst im Jannersee, dann in Rotterdam.“ Dieses Winterschwimmen will der Musiker beibehalten. „Es macht mich so richtig wach.“ VN-PAG

„Selber ist man eher schüchtern, aber mich haben meine Lehrer dazu animiert, Musiker zu werden.“

In der musikalisch quirligen US-Stadt New York war Johannes Fend schon öfters auf Besuch.
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Handwerkliches Geschick: Im Lockdown hat er die Lautsprecher selber gebaut.
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Diesen Teufel hat Johannes Fend bei einem Ausflug nach Delft entdeckt.
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Dreimal im Jahr kommt er auf Heimaturlaub. Die Berge genießt er dabei besonders.
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Zur Person

Johannes Fend

Kontrabassist

Geboren 10. September 1991

Wohnort Rotterdam

Familie ledig

Ausbildung/Laufbahn Matura an der HTL Dornbirn, dann Bachelor-Abschluss am Prins Claus Konservatorium in Groningen und Master Abschluss von Codarts Rotterdam

Hobbys Rudermaschine, Handwerk, Eisbäder, Tennis

Lebensmotto Wake up and live!