Royaler Aufputz

Menschen / 06.12.2022 • 21:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kronprinzessin Victoria wird die kostbaren Juwelen einmal bekommen. afp
Kronprinzessin Victoria wird die kostbaren Juwelen einmal bekommen. afp

Alle Jahre wieder werden am 10. Dezember die Nobelpreise verliehen. Und da heißt es zu überlegen, was ziehe ich an? Das dürfte auch im norwegischen und im schwedischen Königshaus die zentrale Frage für diesen Anlass sein. Denn die beiden Königsfamilien stehen bei der Nobelpreisverleihung im Mittelpunkt. Für die Herren ist es einfach: schwarzer Anzug oder Frack. Die Adelsmänner haben nur ein Platzproblem: Wohin mit all’ ihren Orden? Die adeligen Damen wählen meist die große Robe und kommen mit Geschmeiden, meist ererbt von ihren Ahnen. Hier geht es nicht um Geschmack, sondern hier geht es um die Inszenierung spezieller Werte. Die Schatztruhe von Königin Silvia von Schweden ist gefüllt mit den kostbarsten Juwelen. Begonnen hat es mit der Hochzeit am 19. Juni 1976. Silvias Diadem stammt aus dem Besitz der Schwedenkönigin Josefina und ist eine Leihgabe ihrer Schwiegermutter Sibylla. Dieses historische Kameen-Diadem trug die Schwester des Königs, Prinzessin Birgitta von Schweden, anlässlich ihrer standesamtlichen Trauung am 25. Mai 1961 in Stockholm. Um das Geschmeide vom Hoffrisör ins Haar einflechten zu lassen, muss Königin Silvia mehr als zwei Stunden still sitzen.

Gerne wird das Sofia-Diadem von Königin Silvia getragen. Lovisa, die Frau des Schwedenkönigs Karl, des XV., schenkt es seinerzeit Königin Sofia zur Hochzeit mit Oscar dem Zweiten. 17 große der unzähligen Brillanten sind in Gold und Silber gefasst. Doch der Lieblingsschmuck von Königin Silvia sind die „Leuchtenberg-Saphire“. Diadem, Collier und Ohrringe ließ Napoleon 1805 in Paris für seine Frau Joséphine anfertigen. Über ihre Enkelin Josefina, Prinzessin von Leuchtenberg, die mit dem Schwedenkönig Oscar dem I. verheiratet war, kam der Schmuck nach Schweden. Der Familienschatz der Bernadottes wird hinter Sicherheitsglas in den Kellergewölben des Stockholmer Schlosses aufbewahrt. Kronprinzessin Victoria wird die kostbaren Juwelen einmal bekommen. Dann hat sie die Qual, aus den Üppigkeiten zu wählen.

„Hier geht es nicht um Geschmack, sondern hier geht es um die Inszenierung spezieller Werte.“

Lisbeth Bischoff ist
Adelsexpertin und lebt
in Dornbirn

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