Von den Regierenden fühlt sich Daniela im Stich gelassen: “Sie haben uns Alleinerziehende vergessen”

Menschen / 10.10.2024 • 05:45 Uhr
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Daniela Holzer mit ihren Zwillingssöhnen Jason (rechts) und Justin. Philipp Steurer

Daniela Holzer (38) muss hart kämpfen, damit sie sich und ihre Zwillingsbuben durchbringt. In der VN-Serie “Wähler am Wort” schildert die Alleinerzieherin, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert ist und was sie sich von der Politik wünscht.

Hohenems Daniela Holzer (38) hat viel zu stemmen in ihrem Alltag. Sie ist Mutter von zweieiigen Zwillingen. Jason und Justin (heute 14) waren eineinhalb Jahre alt, als die Ehe ihrer Eltern zerbrach. Seither ist Daniela alleinerziehend. „Meine Eltern haben mich zum Glück immer unterstützt.”

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Als ihre Söhne in den Kindergarten kamen, stieg die Einzelhandelskauffrau wieder ins Erwerbsleben ein. „Ich arbeite in einem Tierbedarfsgeschäft.“ Wegen der Kinder hat sie immer nur Teilzeit gearbeitet. „Ich wollte für meine Söhne da sein und sie aufwachsen sehen.“ Als Jason im Jahr 2021 lebensbedrohlich erkrankte, ging die Hohenemserin vorübergehend in Familienhospizkarenz, damit sie sich um ihr krebskrankes Kind kümmern konnte. Monatelang musste sie um Jason bangen. Inzwischen ist ihr Sohn aber genesen und Daniela wieder teilzeitbeschäftigt.

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Die Alleinerzieherin kämpft sich tapfer durchs Leben.

Mit ihrem Gehalt kann die Alleinerzieherin keine großen Sprünge machen. „Wir müssen den Gürtel eng schnallen.“ Deshalb geht sie nur in Discountern einkaufen. „Meistens greife ich zu Produkten, die im Sonderangebot sind.“ Die Inflation trieb die Preise in die Höhe und hat das Leben für Daniela noch schwieriger gemacht. „Jetzt gönne ich mir selbst noch weniger.“ Zum Friseur geht sie so gut wie nie, auch nicht ins Café oder ins Kino. Ihr ist wichtiger, dass ihre Buben alles haben, was sie brauchen. „Für sie stecke ich gerne zurück.“

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Daniela, die ihre Kleidung in Billigläden kauft, ist oft traurig. „Ich würde mir eine größere Wohnung wünschen. Meine Söhne und ich leben in einer Zweizimmerwohnung. Ich schlafe auf der Couch im Wohnzimmer.“ Sie träumt von einem anderen Leben, einem Leben, in dem man nicht aufs Geld schauen muss, den Kinder mehr bieten und hin und wieder ans Meer fahren kann.

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Die Kinder gehen Daniela Holzer über alles.

Von den Regierenden fühlt sich die Zwillingsmutter im Stich gelassen. „Sie haben uns Alleinerziehende vergessen. Sie greifen uns nicht unter die Arme und wissen nicht, wie es einen belastet, wenn das Geld nicht reicht.“ Diesbezüglich hätte sie eine Idee. „Die Politiker sollten einmal mit dem Gehalt einer Alleinerzieherin oder eines Alleinerziehers auskommen müssen. Dann würden sie vielleicht verstehen, wie schwierig unsere Situation ist.“

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Danielas Blick schweift zu ihren halbwüchsigen Söhnen. Diese sind ihr ganzer Stolz. „Ich lebe für die Kinder“, sagt sie und jetzt hat ihr Gesicht einen ganz weichen Ausdruck, als ob all ihre Sorgen von ihr abgefallen wären. Jason und Justin feiern in wenigen Tagen ihren 15. Geburtstag. Die Teenager freuen sich schon darauf, denn sie wissen, dass sie von ihrer Mama ein Moped geschenkt bekommen. Daniela gelang das Kunststück, dafür Geld auf die Seite zu bringen. Die 38-Jährige hat es sich buchstäblich vom Mund abgespart. „Meine Mutter hat mir aber netterweise auch noch was zugesteckt.“  

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Zur VN-serie Wähler am Wort

In der Serie „Wähler am Wort – was uns wichtig ist“ kommen Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen zu Wort, die ihre Sichtweisen, Sorgen und Wünsche an die Politik vor der Landtagswahl in Vorarlberg schildern. Die VN sprachen dabei mit Menschen wie:

  • Junge Menschen wie Sebastian Muxel, der über die angespannte Wohnsituation im Land spricht.
  • Ärztinnen und Ärzte, wie Dr. Ruth Krumpholz, die die Herausforderungen in den Krankenhäusern beschreibt.
  • Pflegekräfte, darunter Stefanie Hepberger, die aus ihrem Alltag in der psychiatrischen Pflege berichtet.
  • Lehrkräfte, die über die Probleme im Bildungssystem und den Lehrermangel sprechen.
  • Alleinerziehende, die über ihre finanziellen und familiären Herausforderungen berichten.
  • Gastronomen wie Gabriel Venturiello, der die aktuellen Schwierigkeiten in der Gastronomie beleuchtet.
  • Handwerker, die den bürokratischen Aufwand und Fachkräftemangel in ihrer Branche thematisieren.
  • Kindergartenpädagoginnen, wie Eva Hofer, die die Herausforderungen im Bereich der Kinderbetreuung aufzeigen.

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