Fasching – turbulente Zeit auch am Königshof

Die Geschichte des Faschingskrapfens reicht bis in die Antike zurück.
Schwarzach Der Fasching hat derzeit in unseren Breiten Hochsaison. Doch nicht immer war dem Faschingstreiben Tür und Tor geöffnet. Ab dem 17. Jahrhundert kommt es öfter zu Einschränkungen: einmal wegen der Sicherheit, zu Pestzeiten aus gesundheitlichen Gründen oder aber auch aus religiösen Gründen.
Viele Predigten richten sich gegen das Tanzen. Ferdinand II. spricht sich gegen nächtliche Maskeraden auf den Straßen aus, und 1686 werden Maskeraden gänzlich untersagt, sogar innerhalb von Häusern. Öffentliche Faschingsveranstaltungen werden 1708 besteuert. Unter Kaiser Karl VI. ist Fasching eine turbulente Zeit am Hof: Gefeiert wird von Maria Lichtmess (2. Februar) bis Aschermittwoch. Italienische Komödien, Burlesca, Faschingsopern, Maskenbälle, Marionettenspiele und Schlittenfahrten bilden ein dichtes Programm. Tochter Maria Theresia ist da etwas strenger. Sie bringt 1746 eine “Ballordnung” heraus, mit klaren Hinweisen, wie man sich zu benehmen hat. Dem Motto “Hüllen, die fallen, füllen die Hallen” soll Einhalt geboten werden.
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Im 18. Jahrhundert sind vor allem Redouten und Schlittenfahrten beim Adel sehr beliebt. Berühmt sind die “Ahnenbälle”, an denen aber nur Personen teilnehmen dürfen, die bis zur 16. Generation ihre adelige Abstammung vorweisen können.
Josef II. lockert die Verbote in der Faschingszeit und erreicht eine Popularisierung. Durch den Wiener Walzer erlebt der Fasching einen ungeahnten Aufschwung.

Und was wäre der Fasching ohne Krapfen? Die Kochordnung der Stadt Wien von 1486 enthält Anweisungen, wie die “Kraphenpacherinnen” ihre Ware herzustellen haben.
Eine Legende besagt, der Krapfen gehe auf die Wiener Zuckerbäckerin Cäcilia Krapf zurück. Sie soll im 17. Jahrhundert im Ehestreit ein Stück Germteig nach ihrem Mann geworfen haben. Das Stück fiel ins heiße Fett, wodurch der erste Krapfen entstanden sei. Klingt gut, ist aber eine Mär, denn bereits die Römer kennen dieses runde Gebäck (“Globuli”). Frau Krapf hat lediglich den in Vergessenheit geratenen Krapfen wieder aufleben lassen. Mit Erfolg.
Während des Wiener Kongresses (1814/1815) sollen rund zehn Millionen Krapfen verzehrt worden sein. Da trifft es sich gut, dass Cholesterin zu dieser Zeit noch kein bekanntes medizinisches Thema ist!
Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn