Farah Diba – die Lady Di der 60er-Jahre

Jahrelang ist sie eine schillernde Figur des internationalen Jetsets.
Schwarzach An Tagen wie diesen erinnere ich mich an ein außergewöhnliches Interview mit der einstigen Kaiserin von Persien, Farah Diba. Sie ist die erste und einzige Frau in der Geschichte Persiens, die zur Kaiserin gekrönt wurde.

Im Hotel Adlon in Berlin warte ich am 21. April 2004 auf Farah Diba-Pahlavi, die ihre 480 Seiten starke Biografie präsentiert. “Diese Erinnerungen niederzuschreiben, war eine Verpflichtung gegenüber meinem inzwischen verstorbenen Ehemann, meinen Kindern, Enkeln und meinen Landsleuten, die diese Zeit nicht miterlebt haben. Und ich wollte auch das Leben einer Frau aufzeigen, das sehr außergewöhnlich ist.”
In den 50er-Jahren studiert Farah in Paris Kunst und Architektur, als sie Schah Reza Pahlavi vorgestellt wird. Am 21. Dezember 1959 wird sie seine dritte Ehefrau. Mit der Geburt ihres ersten Kindes, Sohn Kyros Reza (1960), sichert sie die Thronfolge.

Während der Schah das Land mit härtester Hand regiert, ist es Farah Diba, die den Kontakt zum Volk sucht und sich für die Befreiung der iranischen Frau aus den Fesseln der Tradition einsetzt.
Insider sehen das Ende der Pahlavi-Herrschaft schon Jahre vorher kommen, als der Schah, Farah Diba und ihre vier Kinder 1979 im Zuge der islamitischen Revolution das Land verlassen müssen.

Nach längerer Odyssee lebt Farah Diba heute vorwiegend in Amerika. “Obwohl ich mit dem westlichen Lebensstil und der Kultur vertraut bin, ist es nicht meine Heimat. Neben meiner Hoffnung, dass ich in den Iran zurückkehren kann, hoffe ich auf Frieden und Demokratie für alle Iraner, die im Exil leben und ihr Land vermissen. Und ich hoffe für meine Kinder und Enkelkinder, dass sie ihre Heimat je wiedersehen.” Haben Sie manchmal Heimweh? “Ja, das habe ich. Wenn ich eine Blume rieche, wenn ich die Landschaft, die Berge sehe oder Musik höre. Oder manchmal, wenn man mir Früchte aus dem Iran bringt und ich sie dann mit besonderer Vorsicht berühre – all das schmerzt.”

Ihr Sohn und einst designierter Kronprinz Reza Pahlavi bezieht bei den aktuellen iranischen Protesten deutlich Stellung. Er positioniert sich als Übergangsführer für eine demokratische Zukunft Irans.
Ob das Leben für die 87-jährige Farah Diba ein neues Kapitel schreibt, wer weiß.
Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn