Zwischen Sternenhimmel und Schwimmbad

Menschen / 28.08.2026 • 11:00 Uhr
Zwischen Sternenhimmel und Schwimmbad
Bei der Österreichischen Astronomie- und Astrophysikolympiade erreichte Johanna Huber als bestplatziertes Mädchen den siebten Platz. privat

Johanna Huber (17) brennt für Physik, Astronomie und den Schwimmsport.

Hohenems Mit acht Jahren bekam Johanna Huber zu Weihnachten ein kleines Teleskop. Seitdem lässt sie der Blick ins Universum nicht mehr los. Nächtelang beobachtete sie damit den Sternenhimmel, las Bücher und recherchierte im Internet.

“Mein Interesse an Physik kennt keine Grenzen – auch keine, die von der Gesellschaft durch das Geschlecht gesetzt werden.”

Johanna Huber (17), Schülerin

Vor rund einem Jahr bekam ihre Begeisterung beim Philosophicum in Lech neuen Schwung: Ein Vortrag von Carmen Possnig brachte sie dazu, sich noch intensiver mit Astronomie und Astrophysik zu beschäftigen – und schließlich mit Physik ganz allgemein. Inzwischen weiß die 17-Jährige, wohin ihr Weg führen soll. “Für mich ist schon jetzt klar, dass ich Physik studieren möchte.” Im kommenden Wintersemester startet sie deshalb parallel zur achten Klasse am BG Dornbirn ins NawiTec-Schülerstudium Physik an der JKU. Das schulbegleitende Programm absolviert sie im Distance Learning und kann dabei bereits erste ECTS-Punkte sammeln.

Welt erklären

Warum gerade Physik? “Das Spannende daran ist für mich, dass sie die grundlegendsten Vorgänge unserer Welt erklärt.” Selbst einfache Dinge wie ein rollender Ball lassen sich mit physikalischen Gesetzen bis ins Detail verstehen. Noch stärker zieht Johanna allerdings das an, was wir noch nicht wissen. “Wenn man beispielsweise die Weiten des Universums betrachtet, wird einem bewusst, wie wenig wir eigentlich wissen und wie unglaublich viel es noch zu entdecken gibt.”

Zwischen Sternenhimmel und Schwimmbad
Johanna nahm auch an der EOES-Vorbereitungswoche in Klagenfurt in der Kategorie Physik teil. privat

Ihre Begeisterung zeigte sich auch im vergangenen Schuljahr. Bei ihrer ersten Teilnahme an der Österreichischen Astronomie- und Astrophysikolympiade erreichte Johanna den siebten Platz und war damit das bestplatzierte Mädchen. “Für mich bedeutet dieses Ergebnis vor allem, dass sich Dranbleiben lohnt.” Für die nächste Teilnahme hat sie sich bereits ein neues Ziel gesetzt: die Top fünf und damit möglichst die Qualifikation für das Nationalteam.

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Besonders gefallen hat Johanna der Austausch mit anderen Schülerinnen und Schülern, die dieselbe Begeisterung für Naturwissenschaften teilen. privat

Zweite Leidenschaft

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Johannas zweite große Leidenschaft gehört dem Schwimmsport. Antal Huth

Neben Physik und Astronomie bleibt noch Raum für eine zweite große Leidenschaft: den Leistungssport. Johanna ist seit fast elf Jahren Leistungsschwimmerin und trainiert rund sechsmal pro Woche. Außerdem ist sie Mitglied der Wasserrettung und im Landeskader im Rettungssport aktiv. Wettkämpfe und Trainingslager gehören ebenso zu ihrem Alltag wie Schule und Lernen. Dass sie das alles unter einen Hut bekommt, hat sie früh gelernt. “Da ich schon seit meiner Kindheit Leistungssport betreibe, musste ich früh lernen, meine Zeit gut einzuteilen. Das hilft mir heute enorm.”

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Sechsmal in der Woche ist Johanna beim Training – außerdem ist sie bei der Wasserrettung aktiv. privat

Ihr größtes Ziel ist, weiterzulernen und irgendwann selbst an ungelösten Fragen zu forschen. Besonders interessiert sie der Ursprung des Universums. “Hierbei einer Antwort irgendwann ein Stück näherzukommen, wäre für mich ein großer Traum.”

Grenzenloses Lernen

Dass Physik nach wie vor eher von Männern geprägt ist, schreckt sie nicht ab. Im Gegenteil: Johanna sieht darin Motivation. “Nur weil mehr Männer etwas machen, bedeutet das nicht, dass eine Frau es nicht genauso gut oder sogar besser kann.” Als Vorbilder nennt sie Lise Meitner, Marie Curie und Katherine Johnson. “Interesse und Begeisterung kennen kein Geschlecht.”

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Johanna möchte später an ungelösten Fragen rund um den Ursprung des Universums forschen. privat

Könnte sie einen Abend mit einem berühmten Wissenschaftler verbringen, würde sie den Astronomen Carl Sagan wählen. Johanna bewundert, wie er wissenschaftliche Themen so vermitteln konnte, dass sie Menschen begeistern. “Die Wissenschaft ist genauso bunt, kreativ und vielseitig wie die Kunst.” Besonders fasziniert hat sie seine “Pale Blue Dot”-Rede: “Man wird sich bewusst, wie klein wir im Universum sind und wie wertvoll unser Planet ist.” LCF

Zur Person

Johanna Huber
Geboren: 31.3.2009
Wohnort: Hohenems
Schule: Bundesgymnasium Dornbirn
Hobbys: Physik, Schwimmen, Literatur, Zeichnen
Lebensmotto: Je mehr man versteht, desto mehr erkennt man, wie viel es noch zu lernen gibt.