„Von nichts kommt nichts“: Jana eröffnet mit 23 ihren eigenen Blumenladen

Zwischen Blumen und Kartons steht Jana Celine Jenny kurz vor der Eröffnung von „Bluma“.
Nenzing Jana Celine Jenny ist 23 Jahre jung, kommt aus Schnifis und begeistert sich seit ihrer Kindheit für Blumen und die Natur. 2021 absolvierte sie bei der Ideengärtnerei Müller in Thüringen ihre Lehre. 2025 machte sie den Meister für Floristik an der Akademie für Naturgestaltung in Niederösterreich. Danach arbeitete sie in einem Betrieb in Vorarlberg, bevor sie für zwei Monate nach Salzburg in einen Meisterbetrieb ging. Nach ihrer Rückkehr nach Vorarlberg reifte ihr Entschluss, sich selbstständig zu machen. „Wenn ich es jetzt nicht probiere, dann probiere ich es nie“, sagt Jana.
Auf der Suche nach einem passenden Geschäftslokal in Vorarlberg erzählten ihr Bekannte schließlich von Primus Huber, Geschäftsführer der bisherigen Gärtnerei Huber in Nenzing. Er suchte eine Nachfolge. Für Jana war klar, dass sie die Chance nutzen wollte.
Mit 23 Jahren einen eigenen Blumenladen zu eröffnen, ist ein großer Schritt. „Angst spielt gar keine Rolle“, sagt Jana jedoch. Respekt habe sie, aber sie gehe optimistisch an die Aufgabe heran. Vieles sei für sie noch Neuland, doch sie sehe die Selbstständigkeit als Prozess. „Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen.“
Besonders gerne gestaltet Jana Hochzeiten. Am Anfang in einen leeren, kahlen Raum zu kommen und ihn bunt, warm und herzlich zu verlassen, sei unbeschreiblich. Auch wenn Bräute ihren Brautstrauß abholen und dabei oft die ersten Freudentränen fließen, sei das ein besonderer Moment. „Das ist für mich im Endeffekt genauso: Das wollte ich erreichen und das ist für mich das Schönste.“
Janas Familie und ihr Freundeskreis haben sie immer kräftig unterstützt. Ihre Eltern waren beide selbstständig. Dadurch habe sie schon früh erlebt, was Selbstständigkeit tatsächlich bedeutet. Man könne nicht einfach das Geschäft schließen, wenn man keine Lust mehr hat, sondern sei froh um jede Arbeit und jeden Kunden. Ihr Lebensmotto ist deshalb: „Von nichts kommt nichts“. Ihre Großeltern vermittelten ihr den Wert der Natur und Pflanzen.
Bereits als Kind war Jana sehr naturbegeistert. Die beste Freundin ihrer Mutter ist Floristin. Dadurch konnte sie schon früh in den Beruf hineinschnuppern. Mit Restblumen aus dem Biomüll band sie ihre ersten kleinen Sträuße.
Für Jana ist genau das die Besonderheit von Blumen: ihre Vergänglichkeit. Von der Ernte über die Blüte bis zum Verblühen verändert sich ein Strauß oder Kranz ständig. Selbst wenn eine Blume nach zehn Tagen bereits am Ende ihrer Blüte angekommen ist, findet sie sie immer noch schön. Ihre Lieblingsblume ist die Gloriosa in Pink und Gelb. Gleichzeitig mag sie heimische Pflanzen wie Edelweiß oder Alpenrosen.

Privat ist Jana gerne mit ihrer dreijährigen Hündin Luna und ihren Freundinnen unterwegs. Sie geht gerne in die Berge oder in den Wald und besucht mit ihren Freundinnen Konzerte und Feste. „Ich bin ein Lebemensch“, sagt sie über sich selbst. Sie findet, dass wir hier in Vorarlberg so privilegiert sind, dass sie eigentlich gar nichts anderes braucht. Sie sei genauso verwurzelt wie eine Pflanze.

Für die Zukunft hat Jana noch viele Ideen. Sie glaubt, dass sich ihr Geschäft „Bluma“ noch zu etwas ganz Besonderem entwickeln wird. „Wir starten jetzt einfach einmal und so wie es ist, ist es“, sagt sie. Am 4. und 5. September findet das Eröffnungswochenende ihres neuen Ladens in Nenzing statt. „Ich freue mich über jeden Besucher“, sagt Jana. Für sie ist Bluma vor allem eines: ihr eigenes Projekt. „Es ist meine Marke und ich trage meinen Namen damit.“

Zur Person
Jana Celine Jenny
Alter: 23 Jahre
Wohnort: Schnifis
Ausbildung: Lehre zur Floristin, Meisterin für Floristik
Hobbys: Wandern, Skifahren und Freunde treffen
Lebensmotto: „Von nichts kommt nichts.“
Geschäft: Bluma in Nenzing, Am Rain 7