Schnittiger Einsteiger

Mit Cupra Raval enthüllt der VW-Konzern den ersten seiner kommenden Klein-Stromer.
Cupra Benannt ist der Raval nach einem der ältesten Stadtviertel Barcelonas, zumindest das Cupra-Marketing will aber auch die Nähe zum Wort Rebell betonen. Äußerlich wird der kleine Stromer diesem Image mit klar auf optische Dynamik gebürstetem Design auch gerecht, obwohl sich dahinter eigentlich der kommende VW ID.Polo verbirgt, der hier mittels mutig geschnittener Schürzen, Spoiler, Flanken und Leuchteinheiten zum Sport-Klon seiner selbst umgewandelt wurde. Dass Cupra den Vortritt bei der Präsentation erhält, ist nur fair – das Engineering an der Maßstabsverkleinerung der MEB-Plattform für alle Konzern-Marken haben die Katalanen erledigt und auch die Akku-Fertigung läuft mittlerweile in Spanien. Zugleich werden die Ultrakompakt-Stromer von Cupra, VW und Skoda wohl die letzten neuen Modelle auf dieser Basis sein, die demnächst eine kostensparende Multi-Energy-Plattform für alle Antriebsarten ersetzt.
Im Innenraum macht der Raval wieder gut, was unter der Regie von Herbert Diess bei den Konzernstromern verpfuscht wurde und den Baureihen aus dieser Zeit bis heute nachhängt. Unter anderem gibt es hier selbstredend für jeden E-Fensterheber eine eigene Taste, das Instrumenten-Display ist mit 10,25 Zoll ausreichen übersichtlich und ein zentraler 12,9 Zoll Touchscreen gehört nun zur Standard-Ausstattung. Ein schwungvolles Cockpit-Layout und Sportsitze runden das ansprechende Erscheinungsbild des Interieurs ab.

Bei den praktischen Talenten punktet der 4,05 Meter lange Raval mit 441 Litern Basis-Kofferrum und einer Anhängelast von bis zu 1,2 Tonnen, dazu ist die Entnahme von Akku-Strom für externe Verbraucher möglich und eine Einspeisung in das Eigenheim-Stromnetz zumindest technisch vorberietet, allerdings müssen dafür auch Haustechnik und juristische Anforderungen passen.
Unter das sportlichen Äußere des Raval haben die Ingenieure wie bei Cupra üblich technisches Dynamik-Equipment gepackt, etwa 15 Millimeter Tieferlegung und 10 Millimeter breitere Spur. Der mit etwa 1,6 Tonnen Kampfgewicht zumindest für ein E-Fahrzeug nicht überschwere Cupra wird damit, ähnlich wie der ID.3-Zwilling Born, absehbar mehr Kurvendynamik als sein deutsches Pendant stemmen, für die Lenkübersetzung wurde ebenfalls eine direktere Abstimmung gefunden. Bei den Leistungsstufen wird allerdings erwartungsgemäß Gleichstand mit dem ID.Polo herrschen: Die erst ab Herbst verfügbaren Varianten Raval Base mit 115 PS und Raval+ mit 135 PS sind mit einem Lithium-Eisenphosphat-Akku mit 37 kWh Netto-Kapazität kombiniert, der WLTP-Reichweiten von bis zu 323 Kilometern ermöglichen soll. Ab Juni startet der Raval als Endurance mit 210 PS und als Spitzenmodell VZ mit 226 PS und Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie zu 52 kWh, die Reichweiten Versprechen lauten hier knapp 450 und 400 Kilometer. Die maximale Schnell-Ladeleistung der schwächeren Varianten liegt bei 90 kW, was nicht nach viel klingt, den relativ kleinen Akku aber dennoch in rund 27 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringt. Die stärkeren Modelle sollen das mit maximal 130 kW in rund 23 Minuten schaffen.

Die Preise stehen noch nicht vollständig fest, Cupra gibt aber vorab an, dass der Base ab 25.900 Euro kosten soll, für das Spitzenmodell VZ beginnen die Tarife bei rund 35.400 Euro. Vorbestellungen sind bereits möglich, wie immer wird es zum Marktstart auch eine limitierte Sonderkonfiguration namens Alpha geben, in diesem Fall ein mit Winterpaket, Sportsitzen, 18 Zoll-Rädern, 2-Zonen-Klimaanklage und Rückfahrkamera aufgewerteter Raval+. PAB
Fakten und Daten
Motor/Antrieb Elektromotor mit 115 und 135 PS; LFP-Akku mit 37 kWh netto Elektromotor mit 210 und 226 PS; NMC-Akku mit 52 kWh netto Vorderradantrieb; 1-Gang Direktübersetzung L/B/H 4046/1784/1514 mm; ab 1610 kg
Fahrleistungen/Verbrauch 0-100 km/h k. A., Höchstgeschwindigkeit k. A., Verbrauch k. A.; Reichweite 310-448 km, Ladedauer 90/130 kW DC 10 auf 80 Prozent ca. 27/23 min
Preis ab 25.900 Euro