Neues aus der Golf-Region

Mobilität / 08.05.2026 • 09:00 Uhr
Der ID.3 neo ist das zweite große Update der Baureihe mit mehr bekannten VW-Zitaten und selbstbe-wussterem Look, stilistisch zugleich dem neuen ID.Polo angepasst
Der ID.3 neo ist das zweite große Update der Baureihe mit mehr bekannten VW-Zitaten und selbstbe-wussterem Look, stilistisch zugleich dem neuen ID.Polo angepasst VW

Mit der zweiten großen Überarbeitung rückt VW den ID.3 neo näher an das Vorbild Golf.

VW Wolfsburg arbeitet weiter eifrig an der Beseitigung des bitteren Erbes aus der Ära von Konzernchef Herbert Diess. Der ID.3 wurde damals konsequent an den Kundeninteressen vorbei-konzipiert, widersprach damit weitläufig dem, wofür die Marke steht und wurde vom Markt entsprechend abgestraft. Daran, dass VW heute als praktisch einziger Hersteller noch mit einer eigenen Elektro-Plattform statt einer flexiblen Multi-Energy Basis für alle Antriebsarten dasteht, lässt sich nicht vorerst nichts ändern – an der Ablöse wird aber intensiv entwickelt. Bis es so weit ist, muss der ID.3 als elektrisches Parallel-Wesen zum Golf durchhalten, was ihm nach dem nunmehrigen umfassenden Update recht gut gelingen könnte.

Korrigiert wurde der bis dato wenig attraktive Look, die neue Front wirkt selbstbewusster, nähert sich stilistisch dem Golf und trägt auch Züge des soeben präsentierten neuen ID.Polo. Ähnlich am Heck: Das heute fast schon obligate durchgehende Leuchtband bleibt dem ID.3 neo erspart, dafür orientieren sich die hinteren Leuchten ebenfalls klar am aktuellen Golf-Vorbild. Besonders reichlich fallen die Neuerungen beim Interieur aus, das mit seinen unbeleuchteten Slider-Feldern, schisteligen Kapazitiv-Tasten und unpraktischer Fensterheber-Lösung seinerzeit auf breite Ablehnung stieß. All das ist jetzt Vergangenheit und der Bedienungs-Mix aus analog und digital so intuitiv, wie es dem VW-Standard entspricht. Der Cockpit-Schirm durfte auf übersichtliche 10,25 Zoll wachsen, der zentrale Touchscreen ist mit 12,9 Zoll nicht überpräsent. Eingebettet findet sich alles jetzt in ein gefälliges Cockpit-Layout mit hochwertigen Materialien statt des früheren Spar-Interieurs. Wie schon der ID.Polo bietet auch der neo die historische Darstellungsoption mit Golf-Instrumenten im Look der 80er-Jahre plus Röhrenbildschirm-Grafik für den Infotainment-Schirm – wer hätte gedacht, das ausgerechnet die Vergangenheit einmal dabei hilft, einem E-Auto auf die Sympathie-Sprünge zu helfen?

Gefälliges, wohnliches und dennoch modernes Cockpit-Layout mit hochwertigem Material-Mix und prak-tischen, intuitiv erfassbaren Bedienungslösungen im ID.3 neo
Gefälliges, wohnliches und dennoch modernes Cockpit-Layout mit hochwertigem Material-Mix und prak-tischen, intuitiv erfassbaren Bedienungslösungen im ID.3 neo V.

Auch bei Antrieb und Effizienz hat VW erneut nachgebessert: Im ID.3 neo Trend sind ein 170 PS-Motor und 50 kWh-Akku kombiniert, bei den Ausstattungen Life und Style stehen 190 PS und 231 PS sowie 58 und 79 kWh-Batterien zur Wahl. Die maximale WLTP-Reichweite soll bei 630 Kilometern liegen. Als maximale Ladekapazität gibt VW für die kleineren Akkus 105 kW an, beim größeren sind es 183 kW. Die endgültigen Preise stehen noch nicht fest, die offizielle Markteinführung erfolgt im Juli.

Golf-oide Design-Retusche für den ID.3 neo am Heck: Die Leuchten orientieren sich klar am Vorbild des Bestsellers und gliedern den Stromer damit besser in die VW-Modellfamilie ein
Golf-oide Design-Retusche für den ID.3 neo am Heck: Die Leuchten orientieren sich klar am Vorbild des Bestsellers und gliedern den Stromer damit besser in die VW-Modellfamilie ein. VW

Da nun VW aus dem ID.3 herausgeholt hat, was möglich war, stellt sich natürlich die Frage, warum er nur den Namenszusatz neo erhält, anstatt nach Vorlage des ID.Polo nicht auch gleich ID.Golf zu heißen. Der Verdacht lautet, dass VW ihm diese Ehre nicht zuteilwerden lassen wollte, so sehr sie das Marketing wohl auch befürwortet hätte. Den Adelsschlag als Golf-würdiges Pendant wird demnach erst der für 2029 erwartete Nachfolger erfahren. PAB