Großer Auftritt

Mobilität / 17.10.2026 • 12:09 Uhr
Glatter, aber immer noch mächtig: Der vormals gar präpotente Look der 7ers wurde nun ein wenig ent-schärft, bei den Dynamik und Komfort-Talenten hat BMW tatsächlich noch Reserven gefunden
Glatter, aber immer noch mächtig: Der vormals gar präpotente Look der 7ers wurde nun ein wenig ent-schärft, bei den Dynamik und Komfort-Talenten hat BMW tatsächlich noch Reserven gefunden. WERK

BMW wertet den 7er im Design, bei den Motor-Varianten und dem Cockpit-Erlebnis auf.

BMW An der seit 2022 gebauten 7er-Baureihe scheiden sich teilweise die Geister und Geschmäcker. Die wuchtige Präsenz ist Europa schwer argumentierbar, insgesamt standen wohl eher die Vorlieben der Märkte in den USA, Arabien und Asien Pate für das Design. Als elektrischer i7 tut sich die große Limousine nicht leichter, auf den Premium-Markt gelten Stromer mittlerweile als fast unverkäuflich.

BMW setzt aber dennoch auf sein Flaggschiff – auch aus Prestige-Gründen. Laut eigenen Angaben handelt es sich beim nunmehrigen Facelift die umfassendste und auch teuerste Produkt-Änderung aller Zeiten innerhalb einer Baureihe. Der Grund dafür ist hierarchisch weiter unten zu finden: Die sogenannte neue Klasse, die aktuell in Form des iX3 und i3 für neue Design- und Technik-Zeiten bei BMW steht. Deren kühleren, glatten Look übernimmt nun der 7er – zumindest wo es möglich war. An der von den Maxi-Nieren dominierten Front fanden sich dafür offenbar weniger Optionen: Der Doppel-Grill ist zwar geringfügig kleiner geworden und die vormaligen Heizkörper-Streben wurden durch dezente Horizontal-Elemente ersetzt. Die Scheinwerfer sind nun noch schmaler geschnitten und nicht mehr auf zwei Ebenen aufgeteilt. Anders am Heck – es ist mit den lang gezogenen, bündig eingesetzten Leuchten und der schlichten Linien-Grafik nun mit klar an den Neue Klasse-Stil angepasst.

Das Cockpit des 7ers ist nun serienmäßig mit einem Beifahrer-Bildschirm ausgestattet. Essentieller und vorbildlich in der Übersicht ist aber das entlang der gesamten Scheiben-Breite verlaufende Headup-Display
Das Cockpit des 7ers ist nun serienmäßig mit einem Beifahrer-Bildschirm ausgestattet. Essentieller und vorbildlich in der Übersicht ist aber das entlang der gesamten Scheiben-Breite verlaufende Headup-Display.

Wesentlich umfangreicher fallen die Änderungen im Inneren und bei der dahinerliegenden Digital-Architektur aus. Das Cockpit-Layout folgt nun ebenfalls der Neue Klasse-Vorgabe, ist serienmäßig um ein Beifahrer-Display und das über die ganze Scheibenbreite verlaufende Headup-Display namens Panoramic iDrive ergänzt. Wegen der Positionierung knapp unterhalb der Geradeaussicht auf die Straße ist die Ablenkung minimal, die Anzeigen lassen sich dazu variabel konfigurieren. Was fehlt, ist eigentlich nur die Darstellung in klassischen, gut überschaubaren Instrumenten statt der etwas futuristischen Skalen-Lösung. Ein wenig  gewöhnungsbedürftig ist beim Erstkontakt das stark konturierte und ziemlich kleine Lenkrad – der Eindruck vergeht aber nach wenigen Metern am Steuer: Es liegt ausgezeichnet in der Hand, die Multifunktions-Tasten sind auffallend gut erreich- und bedienbar.

Womit wir endlich beim eigentlichen Kernthema angelangt sind: dem Fahren. Hier spielt die große Limousine alle ihre Stärken aus. Im Hinterkopf schmerzt zwar der nominelle Verlust des hier eigentlich adäquaten Achtzylinders, die Reihen-Sechser verrichtet seine Arbeit aber tatsächlich mit einem tadellosen Mix aus Kraft und Gelassenheit – sowohl der Einstiegs-Benziner 740 mit 400 PS, wie auch der auf 313 PS erstarkte Selbstzünder 740d. Im Geräuschpegel sind beide vorbildlich, dazu kommt die souveräne Laufruhe des langen Radstands von über 3,2 Metern. Was beeindruckt, ist die relative Leichtfüßigkeit, mit der diese Fahrzeugmasse um die Ecke geht. Hauptverantwortlich dafür zeichnet die mitlenkende Hinterachse – sie verleiht dem Koloss eine Wendigkeit, die zumindest im freien Geläuf an die eines Kompaktmodells erinnert.

Am Heck fallen die am Stil der Neuen Klasse orientierten, weiter in die Mitte gezogenen und bündig ein-gesetzten Heckleuchten auf. Glücklicherweise gibt es hier endlich einmal kein Leucht-Logo
Am Heck fallen die am Stil der Neuen Klasse orientierten, weiter in die Mitte gezogenen und bündig ein-gesetzten Heckleuchten auf. Glücklicherweise gibt es hier endlich einmal kein Leucht-Logo.

Die Preisliste beginnt beim elektrischen i7 50 xDrive ab 119.951 Euro, gefolgt vom Plug-in-Hybride 750e XDrive ab 137.032 Euro. Der Diesel 740d startet knapp darüber bei 138.550 Euro, der neu ins Programm gerückte 400 PS-Benziner 740 bei ebenfalls ähnlich gelagerten 140.681 Euro. Allradantrieb xDrive gehört bei allen Varianten ebenso zur Serienausstattung, wie bei den Benzin-, Diesel und Hybrid-Modellen die Achtgang-Sportautomatik.