Eine Feier zum Jubiläum

Motor / 13.06.2014 • 12:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
1984 hat Renault mit der ersten Espace-Generation ein neues Auto-Segment begründet. Fotos: werk
1984 hat Renault mit der ersten Espace-Generation ein neues Auto-Segment begründet. Fotos: werk

Zum runden Espace-Ju-biläum lässt Renault vier Modell-Generatio-nen Revue passieren.

Renault. Paris ist eine wunderschöne Stadt, umrahmt von wunderschönem Umland der Region Ile-de France. Auch wenn es dort sehr oft regnet. Wie Anfang Juni, als Renault zur Feier eines Jubiläums nach Flins-sur-Seine, eine gute Autostunde vom ehemaligen Stammwerk auf der Ile Seguin entfernt, einlud. Dorthin, wo unter anderem der Zoé aus den Produktionshallen rollt, dorthin wo auch das reichhaltige historische Erbe eines der ältesten Fahrzeughersteller der Welt (das erste – hölzerne – Automobil der Gebrüder Renault fuhr Ende des Jahres 1898 durch Billancourt) gepflegt wird. Das sind derzeit einige Berühmtheiten wie ein 4CV, ein R8 im Rallye-Trimm, eine Langheck-Alpine und einige einst siegreiche Formel-I-Boliden. Sie werden für Auftritte bei diversen Veranstaltungen, darunter die Le Mans Classic – von 4. bis 6. Juli –, vorbereitet. Damit hält Renault die Herkunft des Unternehmens lebendig und macht gleichzeitig die Entwicklung der Historie(n) greifbar. Dazu gehört auch die neuere Geschichte, konkret des Jubilars, der vor genau dreißig Jahren ein neues Segment begründet hat: der Espace. Er ist der Urahne jener kompakten Großraum-Limousinen, für die der französische Begriff „Monospace“ (Einraum) geprägt wurde.

Skepsis bei Kunden

Auffallend, weil Mitte der Achtziger völlig ungewöhnlich, war dieser neue Fahrzeug-Typ allemal: Auf 4,25 Metern Länge und 1,78 Metern Breite zeigte der kantige Franzose kaum eine Motorhauben-Schnauze, dafür eine hohe Windschutzscheiben-Stirn und steile Aufbauten. Die bestanden aus Kunststoffpaneelen, montiert auf einer Stahlkonstruktion. Dahinter verbarg sich multifunktionaler Raum für bis zu sieben Personen, postiert in drei Sitzreihen, mit modularen –verschieb-, klapp-, dreh- und ausbaubaren – Sesseln. Dieses Konzept stieß anfänglich für Misstrauen und sehr zögerlichen Käufer-Zuspruch. Was sich jedoch schnell änderte, zumal der Espace auch zum Technologieträger avancierte: Allradantrieb und Hinterachs-Luftfederung waren vor dreißig Jahren für alle Segmente seltene Optionen.

Dass das Monospace-Konzept in seiner Ur-Form noch heute funktioniert und dass der Ur-Typ von 1984 noch mehr als tüchtig ist, das ließ Renault zur Feier des 30-Jahr-Jubiläums leibhaftig erfahren. Test-Terrain war das eingangs beschriebene Umland von Paris, unter den bereits erwähnten Wetterbedingungen. Die wiederum den passenden Rahmen bildeten für einen Open-Air-Lunch am Ufer der Seine. Da verwandelte sich der Ur-Espace in einen – überdachten – Picknick-Platz.

Dass das seine Nachfolger der Generation zwei, drei und vier auch können, war nicht weiter Gegenstand der Erprobung, sondern die vergleichende Demonstration der technischen und optischen Entwicklung des Großraum-Franzosen. Dessen Produktionsstand liegt derzeit bei rund 1,45 Millionen Einheiten. Als Espace IV ist er in Phase 4 am Ende seines Modellzyklus angelangt.

Paris wird Schauplatz sein des Auftakts für seine jüngste, die fünfte Metamorphose. In dieser soll er wieder unverwechselbar sein, mit sprichwörtlichem Chic & Charme. Nicht umsonst hat Designer Laurens van den Acker das entsprechende Concept-Car „Initiale Paris“ getauft. Es stand im Herbst 2013 auf der IAA in Frankfurt. Der serienfertige neue Renault Espace wird im Herbst in der Seine-Metropole präsentiert werden, auf dem „Salon d’Autombobile 2014“ (ab 4. Oktober).

Geräumiges Interieur mit bis zu sieben modularen Sitzen.
Geräumiges Interieur mit bis zu sieben modularen Sitzen.

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