„Den nächsten 911er wird es auch als Hybrid geben“

Motor / 22.05.2015 • 15:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz im VN-Interview. Foto: werk
Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz im VN-Interview. Foto: werk

Technik- und Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz über die Porsche-Zukunft.

Porsche. Wolfgang Hatz schrieb schon seine Diplomarbeit bei Porsche. Nach Boxenstopps bei BMW, Fiat und Audi kehrte er wieder zur Zuffenhausener Traditionsmarke zurück. Er ist der erste ehemalige Renningenieur im Vorstand des Unternehmens. Sein Herz schlägt für den Motorsport, sein Hirn für einen optimalen Einsatz der technischen Möglichkeiten. Die VN sprachen mit ihm im Rahmen des traditionellen Wiener Motorensymposiums.

Herr Hatz, kommt die Hybrid-Technik künftig in allen Porsche-Modellen?

Hatz: Warum nicht? Ich bin vom Plug-In-Hybrid überzeugt. Hybrid bedeutet auch Performance – und fährt innerstädtisch emissionsfrei. Selbst Walter Röhrl hat seine Meinung geändert, nachdem der den 918 Spyder gefahren ist.

Eine Kleinserie, aber doch ein großer Schritt für Porsche?

Hatz: Der Entschluss, den 918 zu bauen, war wie die Entscheidung, zum Mond zu fliegen. Ein Wahnsinns­projekt. Es war meine erste Vorstandssitzung, in der wir das beschlossen haben, das vergisst man nicht so leicht.

Ist in weiterer Zukunft ein reiner Elektro-Porsche denkbar?

Hatz: Sofern Reichweite und Performance passen, ja.

Eher als Sportwagen oder als Viertürer?

Hatz: Ein Porsche ist immer ein Sportwagen.

Davon abgesehen . . .

hatz: Auch ein E-911 ist denkbar. Primär ist aber der Boxster besser geeignet, weil die Karosserie Platz für die Batterien bietet. Der nächste 911 wird aber in jedem Fall auch als Hybrid kommen.

Ist auch ein Wasserstoff ein Thema?

hatz: Ich sehe darin keinen Sinn. Der Technologiesprung für eine Ladezeit von fünfzehn Minuten an der Steckdose ist vielleicht noch vier bis sechs Jahre entfernt. Das Stromnetz ist vorhanden, wozu also eine Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen?

Zum Stichwort Downsizing bei Porsche?

hatz: Die ersten Vierzylinder-Turbos werden Ende 2015 präsentiert. Wir schaffen damit mindestens fünfzehn Prozent Verbrauchsreduzierung. Der Grenzwert von 95 Gramm CO2 ist zwar nicht erfüllbar, aber innerhalb des VW-Konzerns erreichen wir so dennoch die größte Absenkung aller Marken.

Gibt es auch Pläne für neue Modelle?

hatz: Ein preislich unter dem Boxster liegendes Modell wird es nicht geben. Ein kleiner, superleichter Sportwagen wäre aber sicherlich toll. Ein Spitzensportler in der 300.000-Euro-Liga wäre auch möglich.

Also kein „Einsteiger-Porsche“?

hatz: Wir sollten die Marke nicht überdehnen. Ein Porsche muss immer ehrlich sein, darf sich nicht verbiegen, keine modischen Dinge machen. Außerdem gibt es immer einen Einsteiger-Porsche: den gebrauchten!