Vom Laufsteg auf die Straße

Motor / 30.10.2015 • 13:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nicht nur die Lichter verraten die aktuelle A7-Generation. Unter der Haube arbeitet ein auf 320 PS optimierter Dieselmotor. vn/Gasser
Nicht nur die Lichter verraten die aktuelle A7-Generation. Unter der Haube arbeitet ein auf 320 PS optimierter Dieselmotor. vn/Gasser

Der vielleicht schönste Audi: A7 Sportback nach Facelift mit optimiertem Antrieb.

Audi. Das Wort Facelift verspricht nicht immer Gutes. Aufgespritzte Lippen und durch Botox verstellte Gesichter kommen einem da in den Sinn. So manche Schönheitskönigin war nach dem Eingriff kaum wiederzuerkennen. Das ist dem vielleicht schönsten Audi im Modellprogramm bei seinem Facelift glücklicherweise erspart gebieben. Der A7 Sportback ist optisch praktisch der Alte geblieben. Mal abgesehen von den LED-Hauptscheinwerfern, die es optional auch mit Matrix-Technologie gibt, sind kaum Änderungen an der Optik zu erkennen. Okay – auch hinten gibt es jetzt LED-Leuchten und die Auspuff­endrohre sind neu geformt: Da muss man aber schon sehr genau hinschauen, wenn man den Neuen (seit Herbst 2014) vom bisherigen Modell unterscheiden will.

Vielmehr fand der Fortschritt unter dem hübschen Blechkleid statt. Audi hat die Aggregate überarbeitet. Der Dreiliter-V6-TDI, den es in drei Leistungsstufen gibt, erfüllt nach den Modifizierungen die Euro-6-Norm. Und er ist in der von den VN getesteten Version noch ein wenig stärker. Mit 320 statt bisher 313 PS schiebt der Selbstzünder etwas satter an. Wobei Kraft schon bisher im Überfluss vorhanden war.

Effizienter Antrieb

Komfortabel dahingleiten oder den Dampfhammer rausholen: Der A7 mit dem drehmomentstarken Biturbo-Aggregat (650 Nm) kann beides. Im Sportmodus beschleunigt er in nur 5,4 Sekunden auf Tempo 100. Die Elektronik bremst den nicht enden wollenden Vorwärtsdrang bei 250 km/h. Sein zweites Gesicht: Zurückhaltend bewegt, zeigt sich der elegante Fünftürer von seiner effizienten Seite. Audi gibt den Normverbrauch mit 6,1 Litern an. Im VN-Test bei zügigerer Fahrweise begnügte sich der große Audi mit lediglich 7,2 Litern.

Fast fünf Meter ist der A7 lang und bietet damit auch ausreichend Platz. Auch der Kofferraum ist mit 535 Litern Ladevolumen großzügig bemessen. Trotz der schicken sportlich geschnittenen Hülle ist das Raumgefühl auf allen Sitzplätzen ganz ordentlich. Beste Materialien, exzellente Verarbeitungsqualität sowie ein High-End Infotainment sind ein Muss. Das darf man bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse auch erwarten. Schließlich beginnen die Preise bei 76.530 Euro – ganz ohne Extras.

Der aufgefrischte A7 bleibt optisch eine Lichtgestalt. Gut, dass die Schönheitschirurgen in der Audi-Designabteilung beim Facelift auf das Botox vergessen haben.

Elegant-sportliche Linienführung.
Elegant-sportliche Linienführung.
Alles drin: Wie man es sich auch erwarten darf.
Alles drin: Wie man es sich auch erwarten darf.
Eindruck: Der A7 Sportback bleibt auch nach dem Facelift unverändert schön. Das überarbeitete 3-Liter-Dieselaggregat stellt ausreichend Kraftreserven bereit. Dank Allradantrieb kommt die Kraft auch auf die Straße.

Eindruck: Der A7 Sportback bleibt auch nach dem Facelift unverändert schön. Das überarbeitete 3-Liter-Dieselaggregat stellt ausreichend Kraftreserven bereit. Dank Allradantrieb kommt die Kraft auch auf die Straße.

Fakten

Motor/Antrieb: 6-Zylinder-Diesel (BiTurbo); 320 PS Leistung, 650 Nm Drehmoment, 8-Gang-Automatik, Allradantrieb quattro

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 5,2 Sekunden, Spitze 250 km/h, Verbrauch 6,1 Liter (162 g CO2/km); Testverbrauch: 7,2 l

Preis: ab 76.530 Euro; Testwagen: 117.533 Euro